[Rezension] Paola Calvetti - "Und immer wieder Liebe"

Paola Calvetti - Und immer wieder Liebe
Gegenwartsliteratur

Verlag: Goldmann-Verlag
Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur München
Umschlagmotiv: Getty Images / Michael Melford
ISBN-13: 978-3-442-31210-8
Seiten: 443 Seiten
Erschienen: 14. September 2009

Zum Inhalt 
Emma ist fast fünfzig und eröffnet nach gescheiterter Ehe die kleine, außergewöhnliche Buchhandlung „Lust&Liebe“ in Mailand – hier gibt es nur Bücher über die Liebe, angeordnet in verschiedenen Regalen mit Namen wie z.B. „Dreiecksgeschichten“ oder auch „gebrochene Herzen“ und jeder bekommt neben einer persönlichen Beratung auch Tee oder Kaffee zur Lektüre. Eines Tages entdeckt Emma einen kleinen Zettel in einem der Bücher – eindeutig die Handschrift ihrer großen Liebe Federico, von dem sie weiß, dass er mittlerweile mit seiner Familie in New York lebt. Doch zur Zeit ist er in Mailand, die beiden treffen sich und lernen sich nach all den Jahren neu kennen. Eines ist zwischen ihnen geblieben – die Faszination und so entwickelt sich eine Liebesgeschichte in Briefen – denn nur einmal im Jahr können sie sich wirklich sehen und lieben.

Meine Meinung
Eins vorweg – mich konnte dieses Buch leider nicht überzeugen, vielleicht aber auch weil meine Erwartungen einfach zu hoch waren. Viel hat es aber auch mit dem Schreibstil zu tun, der mich gar nicht angesprochen hat. Er ist sehr blumig, für mich auch umständlich und irgendwie kommt die Autorin nicht auf den Punkt. Alles wird sehr genau beschrieben und berichtet, dadurch konnte ich mir zwar alles genau vorstellen, aber dadurch wurden viele Abschnitte einfach langatmig und langweilig.
Die Idee der Buchhandlung “Lust&Liebe“ ist toll und hat mir sehr gut gefallen. und immer wieder werden in der ganzen Geschichte Romane erwähnt und erörtert, was wirklich Spaß macht, zumal ich die meisten der genannten Bücher auch kannte. Klassiker wie „Emma“ oder „Stolz und Vorurteil“ aber auch Bücher aus der Gegenwart wie „Der englische Patient“ oder „Die Brücken am Fluss“ werden erwähnt, Bücher, die die Protagonistin Emma bewegen oder die gerade zum Geschehen passen.

Doch mit Emma hatte ich leider so meine Probleme, in sie konnte ich mich nicht wirklich hineinversetzen, ihre Gedanken und Handlungen waren mir fast durchweg fremd. Dabei ist sie nicht unsympathisch, aber oft ist sie altmodisch und wehrt sich gegen die Entwicklungen der Zeit. Macken wie einmal die Woche zum Friseur zu gehen, um den Schnitt exakt zu halten, haben mich zwar zum Schmunzeln gebracht, sind aber schon sehr skurril. Und das strickte Verwehren von technischen Dingen wie Computer, Homepage oder Email ist mir wirklich unverständlich und fremd. 

So aber kann sich diese Brieffreundschaft zwischen Federico und Emma entwickeln, die mit den jährlichen Treffen dann zu einer Liebesgeschichte in Briefen wird. In den Schriften berichten beide vor allem über Alltagssachen, sehr ausführlich und umständlich - und langweilig zu lesen, zumindest ging es mir so. Ich habe mich immer gefragt, ob ich auch so einen Brief schreiben würde - und bin zu der Antwort gekommen – nein. Zunehmend habe ich mich ertappt, die Briefe nur zu überfliegen, weil ich sie einfach langweilig und gar nicht gefühlvoll fand. Die Geschichte zwischen den Briefen hat mich eher angesprochen – hier erfährt man von Emmas Sohn, ihrer Angestellten und den Entwicklungen in ihrer kleinen Buchhandlung. Und diese Passagen waren durchaus unterhaltsam und nett.

Leider ließ mich jedoch die eigentliche Liebesgeschichte irgendwie ziemlich kalt, einzig die jährlichen Treffen von Emma und Federico konnten mich gefühlsmäßig ein wenig berühren – doch das war eher ein wehmütiges Gefühl und nicht das einer erfüllten Liebe. 

Mein Fazit
Eine tolle Idee, vor allem die der ungewöhnlichen Buchhandlung, doch leider hat mir die Umsetzung gar nicht gefallen. Der Schreibstil ist umständlich und blumig, die Briefe langweilig, die Protagonistin zwar nicht unsympathisch, mir aber in ihrem Handeln und Denken völlig fremd. Immer wieder war ich kurz davor, das Buch abzubrechen, letztlich aber wollte ich dann doch wissen, wie die Geschichte um Emma und Federico endet. Daher habe ich den Roman zwar zu Ende gelesen, kann ihm jedoch nur 2 Sterne geben.


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