[Rezension] Kate Kae Myers - "Und weg bist du"

Kate Kae Myers - Und weg bist du
Jugendthriller, Thriller

Verlag: Carlsen-Verlag
Umschlaggestaltung: formlabor
Umschlagbild: plainpicture/Millenium/broad daylight
ISBN-13: 978-3-551-31183-2
Seiten:  395 Seiten
Erschienen: 25. Oktober 2013

Buchrückentext
„Unfassbar: Die 17-jährige Jocey erhält einen Brief von ihrem Zwillingsbruder – dabei kam Jack bei einem Unfall ums Leben! Hat er seinen Tod nur vorgetäuscht? Versteckte Hinweise im Brief führen Jocey in das verlassene Haus ihrer Pflegemutter, wo die Zwillinge einst Unaussprechliches durchlebten. Und zu Noah, einem Freund von damals. Aber was haben die Schrecken der Vergangenheit mit Jacks Verschwinden zu tun? Welche Rolle spielt Noah? Und wer sind die Leute, die plötzlich hinter ihm und Jocey her sind?“

Meine Meinung
In diesem Jugendthriller für 13 – 16 Jährige wird man direkt in die Geschichte reingeschmissen und begleitet Jocey und Noah auf einer spannenden Schnitzeljagd. Die 17jährige Jocey hat einen Brief erhalten, und sie ist fest davon überzeugt, dass er von ihrem Zwillingsbruder Jack kommt – doch der ist tot. Vor drei Wochen bei einem Unfall gestorben. Sie fühlt ihren Bruder in Schwierigkeiten und will ihm helfen, sucht sich dabei Hilfe bei Jacks bestem Freund Noah.

Die Geschichte ist spannend und sehr actionreich und lässt sich durch einen einfachen Schreibstil auch rasch weglesen. Doch der Genre-Mix von Thriller, Liebesgeschichte, Vergangenheitsbewältigung, Mystery und Fantasy hat mir leider gar nicht gefallen. Schon das Cover, das mich sehr anspricht, wirkt ein bisschen gruselig und tatsächlich scheinen im „Seale House“, dem Ort, in dem Jocey und Jack in einer Pflegefamilie wohnen und nicht immer gut behandelt wurden, unerklärliche Dinge zu geschehen. Doch dann folgen Jocey und Noah einer Schnitzeljagd, die Jack für sie ausgelegt hat und sie weit durchs Land ziehen lässt. Dieser Teil erinnert eher an ein actionreiches Road-Movie, doch ich hatte beim Lesen schnell die Lust an dieser Jagd verloren, denn mir war sie zu abstrus und nicht erklärlich. Dabei ist auch sie sehr spannend, Langeweile ist beim Lesen daher nicht aufgekommen, dennoch konnte mich dieser Part, der einen Großteil des Romans einnimmt, nicht richtig fesseln. Auch hier geschehen immer wieder unerklärliche Sachen, die einen glauben lassen, dunkle Gestalten und gequälte Geister seien am Werk und mir das Gefühl gegeben haben, mich in einer Mystery-Geschichte zu befinden.

Gelungen finde ich die Einschübe, in denen Jocey sich an ihre Kindheit und Jugend erinnert. Sie sind in einer anderen Schriftart geschrieben und daher sofort als solche zu erkennen und geben Einblick in die zum Teil grausigen Dinge, die ihr und ihrem Bruder widerfahren sind. 

Die Charaktere sind mir ein wenig zu flach geraten und bieten im Laufe des Romans kaum Entwicklung, dabei sind sie mir nicht unsympathisch, geben mir jedoch wenig Möglichkeit, mich mit ihnen zu identifizieren. 

Das Ende kommt plötzlich und unerwartet, auch dieses ist mit einer gehörigen Portion Action versehen und klärt dann alles auf. Gerechnet habe ich mit dieser Form der Lösung nicht und lässt bei mir auch noch einige Fragen offen. Schade finde ich, dass das Ende nicht weiter ausgebaut wurde, denn es ist doch ein sehr komplexes Problem, das meiner Meinung nach nicht nur auf wenigen Seiten abgehandelt werden sollte.

Auch wenn mich das Buch nicht ganz überzeugen konnte, ist es doch ein spannender und rasanter Thriller, der rasch und flüssig zu lesen ist. Wer sich mit dem Genre-Mix arrangieren kann, dem wird dieses Buch wahrscheinlich gut gefallen und actionreiche, spannende Lesestunden bescheren.


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