[Rezension] Donna VanLiere – "Die Engel von Morgan Hill"

Donna VanLiere – Die Engel von Morgan Hill
Gegenwartsliteratur

Verlag: Bastei-Lübbe-Verlag
Umschlaggestaltung: Christina Kruzz Design
Titelillustration: © Michael Breuer, Riedstadt
Seiten: 269 Seiten
Erschienen: 15. Oktober 2010

Buchrückentext 
"Jane ist neun Jahre alt, als ihr Vater stirbt. Ihre Mutter ist zum dritten Mal schwanger und voller Sorge um die Zukunft ihrer Kinder. Als der kleine Milo Turner mit seiner Familie in die Stadt zieht, begegnen die Menschen von Morgan Hill ihnen mit Misstrauen und Ablehnung. Nur Jane und ihre Familie gehen mit offenem Herzen auf die Neuankömmlinge zu. Aber dann geschieht ein schreckliches Unglück. Janes Mutter steht vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens, und Milo braucht Janes Freundschaft so dringend wie nie zuvor. In dieser schweren Zeit erkennt Jane, dass auch Engel in menschlicher Gestalt die Hand über sie halten.“

Meine Meinung
1947 in Tennessee. Der Vater der kleinen 9jährigen Jane und des 5jährigen John stirbt, doch traurig sind sie nicht, hat er doch nur Gewalt und Sorge in die Familie gebracht. Gerade ist der Vater unter der Erde, zieht die Familie Turner in das kleine Städtchen, das wäre nichts besonderes, wäre deren Hautfarbe nicht schwarz. Schon dies ist für viele ein Problem, doch dann passiert ein schreckliches Unglück…

Die Geschichte wird aus Sicht der kleinen Jane erzählt und ihre unverbrauchten Gedanken sind genau das richtige für das schwierige Thema der Rassentrennung. Sie ist ehrlich und sagt, was sie denkt. Sie hört auf ihr Herz, nicht aber auf das, was andere ihr sagen. Der Schreibstil ist schlicht und angenehm, der Situation angepasst, die Geschehnisse werden unverblümt und rührend erzählt.

Die Mutter Fran ist eine sehr starke Persönlichkeit, steht ihre Familie doch immer an erster Stelle. Dabei ist die Zeit nicht leicht, denn nicht nur ist ihr Mann gerade verstorben, und sie hat 2 Kinder zu ernähren, zu allem Überfluss ist sie wieder schwanger. Dennoch steht sie auch zu diesem Kind, und auch als die Ereignisse sich überschlagen und sie mit über das Schicksal des kleinen Milo zu entscheiden hat, steht sie zu ihren Versprechungen. Nur eine Schwäche besitzt sie, nämlich ihre Gefühle nicht zulassen zu können, doch zum Glück lernt sie im Laufe der Zeit auch dies dazu.

Der ganze Roman ist liebevoll und rührend und zeigt die Probleme schwarzer Menschen in der Mitte des letzten Jahrhunderts. Dabei ist die Geschichte nicht kitschig, sondern bewegend und zeigt viele Facetten menschlichen Handelns. Sucht man nicht nur einfache Unterhaltung, sondern ist bereit, sich auf ein tiefgreifendes Buch einzulassen, dass zum Nachdenken anregt, dann ist dies eine klare Leseempfehlung.


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