[Rezension] Antonia Hodgson - "Der Galgenvogel"

Antonia Hodgson - Der Galgenvogel (Tom Hawkins #2)
Historischer Roman

Verlag: Droemer-Knaur-Verlag
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: FinePic®, München /Trevillion
ISBN 13: 978-3-426-65346-3
Seiten: 460 Seiten
Erschienen: 2. November 2016
Originaltitel: „The Last Confession of Thomas Hawkins“
Übersetzer: Katharina Volk, Sonja Rebernik-Heidegger

Buchrückentext
„Ein junger, gut gekleideter Mann wird durch schmutzige Straßen zum Galgen nach Tyburn geschleppt. Die Menge am Straßenrand feixt und verflucht ihn, nennt ihn einen Mörder. Er versucht, ruhig zu bleiben. Sein Name ist Tom Hawkins, und er ist unschuldig. Irgendwie muss er es schaffen, das zu beweisen, bevor der Strick um seinen Hals sich zuzieht.“

Meine Meinung
Dies ist das zweite Buch, in dem der Ich-Erzähler Tom Hawkins im Mittelpunkt steht, doch auch wenn man den ersten Band „Das Teufelsloch“ nicht kennt, kann man sich mit diesem hier ins historische London, ins Jahr 1728, entführen lassen, ohne dass einem Informationen aus dem ersten Band fehlen. Während der erste Band vorwiegend im berüchtigten Gefängnis “The Marshalsea“ spielt, soll Tom Hawkins diesmal einen Mord aufklären und gerät dabei zwischen verschiedene Fronten.

Auch wenn mich der Mordfall selber jetzt nicht so sehr fesseln konnte, hat die Autorin es aber geschafft, mich in eine andere Zeit zu entführen. Lebendig und voller Begeisterung beschreibt sie das Leben zur damaligen Zeit, so lebendig, dass ich nicht nur die Gassen genau vor Augen hatte, sondern auch die Kutschen um die Ecken fahren hören konnte, den Unrat auf den Straßen riechen und die lebendige, aber auch gefährliche Atmosphäre spüren konnte. Man merkt einfach die Begeisterung der Autorin beim schreiben, und das hat für mich sehr viel wett gemacht. Dabei ist der Schreibstil sehr authentisch, er passt zum 18. Jahrhundert, fängt einfach wunderbar die Atmosphäre ein und lässt sich dabei sehr gut lesen. Die Kriminalgeschichte selber konnte mich leider nicht so sehr fesseln – ich fand es zwar interessant zu verfolgen, wie Tom Hawkins zwischen verschiedenen Fronten hin und her jongliert, oft aber hatte ich leider auch das Gefühl, dass es nicht so recht weitergeht und die „Ermittlungen“ – sofern man sie denn so nennen kann - auf der Stelle stehen bleiben. Es ist nicht so, dass nichts passiert, trotzdem hatte ich manchmal das Gefühl, ich drehe mich mit Hawkins im Kreis – vielleicht lag es aber auch daran, dass ich viele Handlungen von ihm einfach nicht nachvollziehen konnte.

Gefallen hat mir, dass die Geschichte in eine Rahmenhandlung eingebettet ist und diese auch zwischendurch immer wieder aufgegriffen wird. Man begleitet einen zum Tode verurteilten auf seinem Weg zum Galgen – sehr eindrucksvoll und sehr gut recherchiert wird dieser Gang beschrieben, so dass ich auch hier alles genau vor Augen hatte.

Das Ende hat mich dann sehr überrascht – nicht nur lag ich ganz falsch mit meinen Vermutungen bezüglich des Mörders, auch der Schluss hat mich dann kalt erwischt und völlig unerwartet getroffen.
Weil ich die Atmosphäre, die beim Lesen entstanden ist, ganz wundervoll fand und die Geschichte sehr lebendig erzählt wird, gebe ich – obwohl ich den „Kriminalfall“ nicht so überzeugend fand - 3,5 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Dies ist bereits der zweite Band um den Lebenskünstler Tom Hawkins, ein Buch, das man aber getrost auch ohne den ersten sehr gut lesen kann. Gelungen sind der Schreibstil und die Atmosphäre, die den Leser ins historische London entführt und so wirklich alle Sinne anspricht. Der Kriminalfall selber hat mich leider nicht ganz so fesseln können. Ich gebe daher dem Buch 3,5 von 5 Sternen, empfehle das Buch aber dennoch, weil es sehr abenteuerlich und authentisch ist und so schöne Lesestunden schenken kann.

Tom Hawkins
1. Das Teufelsloch
2. Der Galgenvogel

Vielen Dank an den Droemer-Knaur-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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