[Rezension] Maeve Binchy - "Herzenskind"

Maeve Binchy - Herzenskind
Roman

Verlag: Droemer-Knaur-Verlag
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: © masterfile /IIC
ISBN 13: 978-3-436-50994-4
Seiten: 473 Seiten
Erschienen: 1. September 2014
Originaltitel: „Minding Frankie“
Übersetzer: Gabriela Schönberger

Buchrückentext
„Die Eltern der kleinen Frankie sind nicht wie die Eltern anderer Kinder: Zwar ist Noel ihr leiblicher Vater, der nach dem Tod ihrer Mutter für die Tochter sorgt, die junge Lisa aber teilt sich mit ihm nur die Wohnung. Doch alle beide lieben das Kind von ganzem Herzen – bis Moira auftaucht, eine übereifrige Sozialarbeiterin, die nicht glauben kann, dass die zwei Frankie ein echtes Heim bieten können. Als Noel erfährt, dass sie sogar schon Adoptiveltern für die Kleine gesucht hat, droht er zu verzweifeln, doch dann stellt das Leben die Weichen noch einmal ganz neu.“

Meine Meinung
Mochte ich die Bücher von Maeve Binchy bisher eigentlich ganz gerne, ist dies jetzt leider das zweite Buch von ihr, das mich gar nicht begeistern konnte.

Schon der Einstieg war eher mühsam und langatmig, weil mich weder das, was passierte, noch die Figuren wirklich packen oder fesseln konnten. Und das hat sich im Laufe des Buches auch leider nicht geändert. 

Im Mittelpunkt der Geschichte steht leider nicht das Herzenskind Frankie, wie der Titel vielleicht suggerieren könnte, ein Neugeborenes, dessen Mutter kurz nach der Geburt verstorben ist, und das dann zum Vater kommt, der gerade selber ein paar schwere Lebenskrisen zu meistern versucht. Im Mittelpunkt steht eher die betreuende Sozialarbeiterin Moira, die alles und jeden in Frage stellt und das Glück anderer kaum ertragen kann.

Vielleicht hatte ich auch die falschen Erwartungen, als ich mich auf ein herzerwärmendes Buch freute, das mich nach Irland entführt und mich zum Lächeln bringt – bekommen habe ich leider nur eine vor sich hin plätschernde Geschichte mit blassen Charakteren.

Den Schreibstil mochte ich anfangs ganz gerne, gestört hat mich nur – und das hatte ich auch schon in einem anderen Buch der Autorin -, dass der Stil nicht zur Zeit passt, in der das Buch spielt. Man hat das Gefühl, sich irgendwo in den 50er Jahren zu befinden, weil alles etwas altbacken wirkt, tatsächlich aber spielt das Buch wohl in den 90ern oder später. Zwar lässt es sich rasch und flüssig lesen, aber bei mir zumindest hat das Gefühl für die Zeit einfach nicht gestimmt.

Die Charaktere sind mir alle etwas zu blass geblieben und leider auch sehr unglaubwürdig gestaltet. Zwar befinden sie sich alle fernab gängiger Klischees, dabei aber sind sie in ihren Eigenschaften wiederum so auergewöhnlich, dass ich sie wenig authentisch gefunden habe und ich sie mir nicht im realen Leben vorstellen konnte. Mit keinem habe ich so recht mitgefühlt, mit keinem gelitten – irgendwie waren sie mir tatsächlich egal, und das sollte natürlich beim Lesen nicht passieren.

Leider muss ich sagen, dass es nach dem mühsamen Einstieg zwar etwas besser geworden ist, diese Besserung aber nicht lange angehalten hat. Die Handlung plätschert leise vor sich hin, mir hat sich nicht erschlossen, wohin die Geschichte eigentlich führen sollte, so dass mich wirklich die Leselust gänzlich verlassen hat und ich dem Buch leider nur 2 von 5 Sternen geben kann.

Mein Fazit
Eine langatmige Geschichte, eine vor sich hin plätschernde Handlung und Charaktere, die leider überhaupt nicht glaubhaft wirkten und mich nicht haben mitfühlen lassen – mich konnte dieses Buch leider nicht fesseln, und ich hatte rasch das Interesse an der Geschichte verloren. So kann ich leider nur 2 von 5 Sternen vergeben. 


Kommentare:

  1. Liebe Sabinem
    ich habe vor Jahren oder Jahrzehnten ? ;) einmal ein Buch der Autorin gelesen und dürfte da auch einen "Fehlgriff" begangen haben, denn ich habe das Buch damals nicht mal fertig gelesen, was bei mir sehr selten vorkommt (War auch noch vor meiner Bloggerzeit). Seitdem habe ich die Autorin "gemieden"....
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Ich habe ja auch schon zwei wirklcih gute Bücher von Maeve Binchy gelesen aber jetzt leider auch zwei, die mir gar nciht zugesagt haben - ich werde wohl erstmal eine Pause einlegen; dumm nur, dass ich sogar noch ein Buch von ihr auf dem SuB liegen habe ...

      LG Sabine

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  2. Ich habe auch schon gute Bücher der Autorin gelesen, aber mein Fazit fällt hier ähnlich aus wie deines..

    Was für ein Buch hast du denn noch auf dem SuB? Vielleicht können wir es ja 2017 (in ein paar Monaten) gemeinsam lesen? Ich will sie irgendwie noch nicht ganz aufgeben, aber brauch auch erst mal eine Pause von ihr..

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    1. "Im Kreis der Freunde" habe ich noch hier liegen und vor wenigen Monaten hate ich "Echo vergangener Tage" angefangen und nach 70 Seiten wieder abgebrochen - jetzt im Nachhinein war es vomStil her wie Herzenskind, nur noch weniger fokussiert.

      Von mir aus können wir es gerne mit "Im Kreis der Freunde" versuchen, ich möchte jetzt nur erst mal nichts neues von Maeve Binchy kaufen müssen...

      Liebe Grüße
      Sabine

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    2. Ich schau die Tage noch mal nach, ob ich dieses Buch auch habe oder ausleihen kann - dann können wir es gerne zusammen lesen. =)

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    3. Gerne! Zusammen bin ich dann doch motivierter, als wenn ich es alleine lesen "müsste"...

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    4. Dann sag einfach Bescheid, sobald du dich dazu in der Lage fühlst. ;)

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