[Rezension] Luca Di Fulvio - "Das Mädchen, das den Himmel berührte"

Luca Di Fulvio - Das Mädchen, das den Himmel berührte
Historischer Roman

Verlag: Bastei-Lübbe
ISBN 13: 978-3-404-16777-7
Seiten: 973 Seiten
Erschienen: 15. Februare 2013
Originaltitel: „La ragazza che toccava il cielo“
Übersetzer: Katharina Schmidt, Barbara Neeb

Buchrückentext
„Wie wird ein junger Tagedieb, der seine Kindheit in einer Höhle verbrachte, zu einem glühenden Verfechter der Freiheit? Wie wird ein jüdischer Überlebenskünstler zu einem anerkannten Arzt? Und wie wird ein Mädchen mit einem schweren Schicksal zu einer Aufsehen erregenden Modeschöpferin? 
Die Antwort liegt in Venedig. Denn dort, im Labyrinth der Gassen und Kanäle der geheimnisvollsten Lagune Europas, zwischen der Pracht San Marcos und dem Elend der Spelunken von Rialto, findet sich das gesamte Panorama des Lebens …“

Meine Meinung
Ich habe diesen Schmöker lange vor mir her geschoben, weil er so dick ist und ich ein bisschen Sorge hatte, dass er sich ziehen könnte – diese Sorge war aber völlig unbegründet, denn das Buch ist sehr unterhaltsam und an keiner Stelle langatmig!

Es gibt mehrere Handlungsstränge, die immer mal wieder zusammenlaufen, dann wieder auseinander, am Ende dann aber doch ein großes Ganzes ergeben. Im Mittelpunkt stehen die drei Waisenkinder Mercurio, Benedetta und Zolfo, deren Wege sich im Laufe der Geschichte aber trennen, die aber auch nie richtige Freunde gewesen sind. Um sie herum spannen sich die Geschichten um einen rachsüchtigen jüdischen Kaufmann, einen jüdischen Arzt und seine Tochter und um einen fanatischen Mönch – immer wieder kreuzen sich die Wege der sehr unterschiedlichen Figuren – wie sie aber genau zueinander stehen, muss man natürlich selber herausfinden. 

Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich leicht und sehr flüssig lesen – und trotzdem passt er wunderbar zur Zeit der Geschichte, die ja im 16. Jahrhundert spielt, vorwiegend in Venedig. Man lernt einiges über die Stadt, aber auch über viele Gewohnheiten der damaligen Zeit – über die damaligen Arten des Betrügens, die langsame wachsende Modeszene, die Entstehung von jüdischen Vierteln und auch über einige Heilmethoden. Dabei geht es oft nicht zimperlich zu und einige Beschreibungen waren schon sehr heftig, auch wenn sie sicherlich gut recherchiert waren und ein gutes Abbild der grausamen und brutalen Zeit abgaben. 

Mich hat die Geschichte von Anfang an gefesselt – zum einen, weil tatsächlich immer irgendwas geschieht, zum anderen, weil es die verschiedenen Handlungsstränge gibt, die sich abwechseln, so dass man natürlich neugierig ist, wie die Fäden zusammenlaufen werden. Langweilig ist mir auf jeden Fall zu keinem Zeitpunkt gewesen und ich habe die gut 900 Seiten gar nicht gespürt, weil sie rasch dahingeflogen sind. 

Die Charaktere sind sehr gut gestaltet, werden langsam in der Geschichte eingeführt und zeigen über den Verlauf hinweg interessante Entwicklungen. Dabei gibt es nicht nur gute oder böse Menschen, sondern jeder hat beides – sowohl gute als auch schlechte Seiten. Das macht die Figuren sehr authentisch und glaubwürdig, auch wenn sie nicht immer alle sympathisch waren.

Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen und habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, Für den 5 Stern hat das gewisse Etwas gefehlt, trotzdem empfehle ich dieses Geschichte und gebe 4 von 5 Sternen. 

Mein Fazit
Eine schöne Geschichte, die den Leser ins 16. Jahrhundert nach Venedig entführt und viele interessante Themen aufgreift. Die verschiedenen Handlungsstränge sind alle sehr spannend und greifen nach und nach ineinander, die Charaktere sind gut gestaltet und zeigen interessante Entwicklungen. Durch den angenehmen Schreibstil sind die Seiten rasch dahingeflogen, und ich habe schöne Lesestunden mit diesem Schmöker verbracht. Ich gebe 4 von 5 Sternen.


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