[Rezension] Julie Leuze - "Der Ruf des Kookaburra"

Julie Leuze - Der Ruf des Kookaburra (#2)
Historischer Roman

Verlag: Goldmann-Verlag
Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: DEA PICTURE LIBRARY /getty images; Historic Map Works LLC and Osher Map Library /getty images; Fine Pic®, München
ISBN-13: 978-3-442-47843-9
Seiten: 416 Seiten
Erschienen: 18. November 2013

Zum Inhalt 
Australien, 1859: Nachdem die junge Süddeutsche Emma Scheerer im australischen Regenwald ihre große Liebe gefunden hat, lebt sie mit ihrem Mann Carl inmitten eines Aborigines-Dorfes. Doch viele Traditionen sind für Emma nicht zu verstehen und erst recht nicht zu akzeptieren. Als der Clan von ihr erwartet, einen Menschen zu töten und sie dies verweigert, passieren plötzlich merkwürdige Dinge und Emma fühlt sich nicht mehr sicher – Doch wer steckt dahinter – sind es wirklich die erzürnten Geister der Urahnen?

Leseeindruck
Ich fand den ersten Band um die Forscherin Emma ja richtig spannend und interessant, so war ich natürlich neugierig, wie es weitergeht. Leider hat mich dieses Buch nicht ganz überzeugen können – zwar gefällt mir immer noch die farbenprächtige Kulisse Australiens, doch die Protagonistin, die mir im ersten Band so sympathisch war, fand ich diesmal eher nervig und anstrengend.

Der Einstieg in die Geschichte gelingt zwar mühelos, doch leider plätschert in der ersten Hälfte die Handlung nur leise vor sich hin. Man begleitet Emma und Carl bei ihrem Forscher-Alltag, lernt auch einzelne Bewohner des Aborigines-Dorfes näher kennen, dabei auch einzelne ihrer sicherlich für Europäer nicht nachvollziehbaren Riten - doch irgendwie passiert einfach nichts richtig Aufregendes. Als Emmas Freundin Purlimil Zwillinge bekommt, dreht sich die Handlung dann lange Zeit um die Versorgung der Babies – auch das hat mich leider nicht richtig angesprochen. Ab der Mitte des Buches dann aber wird es doch interessanter – Emma hat sich nicht so verhalten, wie der Clan und die Urahnen es für sie vorgesehen hatten, dadurch verändert sich die Stimmung im Dorf und es geschehen merkwürdige Dinge – für die Aborigines ist klar, das sind die erzürnten Geister. Doch Emma kann das nicht glauben und forscht auf eigene Faust – und dann kommt auch endlich etwas Fahrt ins Spiel, die Spannung steigt, bis sich am Schluss alles auflöst. Das letzte Drittel hat mir dann auch gefallen – auch wenn einiges davon vorhersehbar war, konnte es mich dann doch fesseln.

So sympathisch mir Emma im ersten Band gewesen ist, so unsympathisch fand ich sie in diesem. Mich hat sie oft genervt, weil sie meint, sich in alles einmischen zu müssen und nichts einfach mal akzeptieren kann – sie wirkt rechthaberisch und oft auch kindisch, und in vielen Dingen konnte ich sie einfach nicht verstehen. Carl und ein anderer im Verlauf der Geschichte auftauchender Forscher fand ich leider etwas flach gezeichnet – gerade Carl wirkt wie ein Gutmensch ohne Ecken und Kanten, dadurch aber war seine Figur wenig glaubhaft. Toll fand ich aber die Clan-Mitglieder, wovon einzelne wirklich sehr gut gestaltet waren und man dadurch Einblick in ihre Gedanken, Gewohnheiten und Sitten erhalten hat – das fand ich sehr interessant.

Das Buch liest sich sehr locker und leicht, hat einen einfachen Schreibstil mit vielen Dialogen. Gefallen hat er mir diesmal nicht, für zwischendurch ist er aber okay und lässt die Seiten rasch dahinfliegen.

Insgesamt hat mich das Buch also leider nicht ganz überzeugen können – trotzdem war es für zwischendurch ganz nett. Ich gebe dem Buch gute 3 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Nachdem mir der erste Band ja sehr gut gefallen hat, hatte ich große Erwartungen an diese Fortsetzung – leider wurden sie nicht erfüllt. Der Einstieg ist sehr langatmig und es braucht einige Zeit, bis Fahrt in die Geschichte kommt – erst im letzten Drittel war ich gefesselt und fand es wirklich spannend. Dazu hat mich die Protagonistin, die ich im ersten Band sehr sympathisch fand, diesmal nur genervt – zu zickig und rechthaberisch kam sie an vielen Stellen rüber. Dafür aber ist der Schreibstil flüssig zu lesen, sehr schlicht und einfach, so dass die Seiten dahingeflogen sind. Toll waren aber die Einblicke in die Sitten und Gebräuche der Aborigines – und das hat tatschlich auch Spaß gemacht. Insgesamt gebe ich dem Buch gute 3 von 5 Sternen, werde die Autoren aber weiter im Auge behalten.

Reihenfolge
1. Der Duft von Hibiskus
2. Der Ruf des Kookaburra



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