[Rezension] Peter Prange - "Die Principessa"

Peter Prange - Die Principessa (Weltenbauer-Reihe #1)
Historischer Roman

Verlag: Knaur-Verlag
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: Corbis
ISBN-13: 978-3-426-62542-2
Seiten: 499 Seiten
Erschienen: 1. Dezember 2003

Zum Inhalt 
Rom, 1623: Hungrig auf Leben und Freiheit kommt die junge Engländerin Clarissa nach Rom. Umworben von den beiden berühmtesten Architekten ihrer Zeit, Bernini und Borromini, findet sie Eingang in die große Welt der Kunst. Doch während Bernini ein Liebling der Frauen und des Papstes ist, scheint Borromini stets getrieben von der Suche nach Vollkommenheit. Und schon bald werden aus den Freunden erbitterte Feinde – und dazwischen Clarissa, die versucht zu vermitteln…

Meine Meinung
Ich war skeptisch bei der Geschichte, hatte ich doch nicht nur positive Rezensionen gelesen und auch das Cover hat bei mir die Vorstellung eines trockenen, historischen Romans ausgelöst. Da ich aber von Peter Prange unbedingt mal etwas lesen wollte, habe ich dann doch zu dieser Geschichte gegriffen – und wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil.

Schon nach wenigen Seiten war ich drin im Geschehen und war direkt gefesselt. Das lag zum einen am tollen Schreibstil, der sich wunderbar und angenehm lesen lässt, der zum andern aber auch ein historisches Gefühl vermittelt. Schon mit wenigen Seiten hat der Autor eine wunderbare Atmosphäre geschaffen, die mich nach Rom ins frühe 17. Jahrhundert entführt hat, und mit seinen Beschreibungen sowohl der Menschen, vor allem aber auch der Bauwerke, hatte ich alles genau vor Augen.

Die Geschichte um die junge Clarissa, die von allen nur Principessa genannt wird, ihre Erlebnisse in der Stadt Rom und ihre Freundschaft mit den beiden Baumeistern Bernini und Borromini ist eine wunderbare Mischung aus Abenteuer, Intrige und Liebe. Es geht um Freundschaft und Hass, um Neid und Eitelkeiten, und auf interessante Art und Weise hat mir der Autor die beiden historischen Persönlichkeiten Bernini und Borromini nähergebracht, aber auch die Zeit, in der verschiedene Päpste das Leben in Rom bestimmten, nähergebracht. Interessant fand ich auch das Thema Baukunst in Rom, mit dem ich mich bisher nicht beschäftigt habe. Aber auf unterhaltsame Art und Weise habe ich einiges lernen können und war – trotz einiger Beschreibungen von Bauwerken, statischen Details und der Kunst der Architektur – zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Und um den Handlungssträngen folgen zu können, muss man keine Geschichtskenntnisse haben – auch wenn ich die Zeittafel am Ende des Buches sehr interessant fand.

Eigentlich ist die Geschichte ja vorgegeben, dennoch gab es aber viele Wendungen, Überraschungen und Intrigen, die das Buch spannend gemacht haben und mich neugierig haben weiterlesen lassen. Vor allem Clarissa ist mir sehr ans Herz gewachsen, auch wenn ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte und sie manches Mal ein wenig naiv zu sein schien – das aber schulde ich der damaligen Zeit, so wirkte sie auf mich auch passend und authentisch. Die beiden Baumeister Bernini und Borromini fand ich als Charaktere sehr gut gestaltet Beide scheinen von Gefühlen wie Neid, Eitelkeit und Hass nur so beherrscht gewesen zu sein – das macht sie zwar nicht sympathisch, dafür aber zu faszinierenden Figuren.

Mich hat das Buch wirklich begeistern können, und ich bin gespannt auf die beiden weiteren Bände der Weltenbauer-Trilogie – diesem Einstiegsband gebe ich gute 4/5 Sternen.

Mein Fazit
Ein gelungener historischer Roman um die beiden Baumeister Bernini und Borromini, die im Rom des 17. Jahrhunderts lebten und die Stadt baulich sehr beeinflusst haben. Geschickt hat der Autor Geschichte und Fiktion miteinander verknüpft und ein tolles Buch mit Abenteuer, Liebe und Intrige geschaffen. Durch den leicht lesbaren Schreibstil sind die Seiten nur so dahingeflogen – jetzt freue ich mich auf die nächsten beiden Bände der Weltenbauer-Trilogie. Für dieses Buch gebe ich gerne gute 4/5 Sternen.

Weltenbauer-Reihe
1. Die Principessa
2. Die Philosophin
3. Die Rebellin


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