[Rezension] Paolo Giordano - "Die Einsamkeit der Primzahlen"

Paolo Giordano - Die Einsamkeit der Primzahlen
Gegenwartsliteratur

Verlag: RandomHaus Audio
Umschlagfoto: © Mathias Bothor
ISBN-13: 9-783-8371-0878-1
Dauer: 4 CDs, 305 min.
Erschienen: 19. September 2011
Sprecher: Daniel Brühl  

Hörbuchrückentext
„Alice über sieben, als sie sich bei einem Skiunfall verletzte, und hinkt seitdem durchs Leben. Und Mattia trägt die schwer am Tod seiner behinderten Zwillingsschwestern – er hatte einmal nicht auf sie aufgepasst, gerade mal sechs war er da. Als sie sich als Teenager in der Schule begegnen, spüren die beiden Außenseiter eine fast magische Anziehung zueinander. Und können doch nicht zusammenkommen, zu sehr sind die beiden durch ihre traumatischen Kindheitserlebnisse in sich gefangen…“

Meine Meinung
Daniel Brühl als Sprecher dieses Hörbuch ist wirklich eine gute Wahl, denn er hat eine ausdrucksstarke, junge Stimme, mit der er das Buch eindrücklich vorträgt. Doch leider hat mir die Geschichte selber nicht so gut gefallen. Dabei fand ich die Idee, 2 Außenseiter zum Mittelpunkt einer Liebesgeschichte zu machen, sehr interessant. Doch leider bleiben mir die beiden, Alice und Mattia, irgendwie fremd, ich kann sie und ihre Handlungsweisen nicht verstehen oder nachvollziehen. Letztlich sind sie mir nur durch ihre besondere Rolle aufgefallen, nicht aber, weil sie mir ans Herz gewachsen sind. In ihren Kindheiten habe sie leider Dinge erfahren müssen, die ihr ganzes Leben und ihre Entwicklung geprägt haben und das aus Ihnen gemacht haben, was sie sind. Zunächst hatte ich auch Mitleid mit ihnen, aber mit zunehmendem Alter der Protagonisten habe ich die beiden immer weniger verstehen können – Mattia baut sich eine ganz eigene Welt und scheut menschliche Beziehungen, Alice findet zwar einen Partner, hadert aber immer mit sich und ihrem Körper, geht das Problem aber auch nicht wirklich an. Ich hatte gehofft, die beiden würden sich gegenseitig Kraft schenken, doch leider können sie auch aneinander nicht ausreichenden Halt finden.

Der Schreibstil ist gut, vielleicht manchmal etwas sprunghaft und sich in Andeutungen verlierend, dann bleibt zwar Raum für eigene Vorstellungen und Gedanken, letztlich ist man aber mit diesen alleine und bekommt keine Bestätigung. Die Idee des Buches hat mir zwar gut gefallen, doch die Umsetzung und die Entwicklung waren ganz anders, als ich es erwartet habe. Das muss ja nicht schlecht sein, aber mir war das Ende zu offen und ich hätte mir einen anderen Verlauf der Geschichte gewünscht. So war ich am Ende leider etwas enttäuscht von dem Buch. 

Mein Fazit
Ganz anders als erwartet war diese Geschichte für mich – die Idee fand ich toll, die Umsetzung leider gar nicht. Auch die Charaktere sind mir nicht wirklich ans Herz gewachsen, so dass ich dem Buch – wohl auch wegen des guten Sprechers Daniel Brühl – leider nur 3,5 Sterne geben kann. 


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