[Rezension] Jessica Brockmole - "Eine Liebe über dem Meer"

Jessica Brockmole - Eine Liebe über dem Meer
Historischer Roman

Verlag: Diana-Verlag
Umschlaggestaltung: t.mutzenbach design, München
Umschlagmotive: © age fotostock/LOOK-foto und shutterstock
ISBN-13: 978-3-4532-9150-8
Seiten: 336 Seiten
Erschienen: 24. März 2014

Zum Inhalt 
Isle of Sky, 1912. Die Schriftstellerin Elspeth erhält Post aus Amerika: ein 20jähriger Mann namens David ist von ihren Gedichten ganz angetan und schreibt ihr einen Brief voller Bewunderung. Erfreut antwortet die kaum ältere Elspeth, und zwischen den beiden entwickelt sich eine langjährige Brieffreundschaft. Aus Freundschaft wird Liebe, doch der erste Weltkrieg überschattet die aufkeimenden Gefühle…

Meine Meinung
Ein sehr berührendes Buch, das mich in eine andere Zeit mitgenommen hat. Einen Roman nur aus Briefen bestehend zu schreiben, ist ja keine neue Idee, und ich kenne Bücher, in denen das gut gelingt und leider auch solche, die mir nicht zugesagt haben. Bei „Eine Liebe über dem Meer“ war ich absolut begeistert. 

Das ganze beginnt mit einem nahezu schelmischen Brief, den der 20jährige David an die nur wenige Jahre ältere Elspeth schreibt, um ihr zu sagen, dass er ihre Gedichte sehr mag. Daraus entwickelt sich ein reger, über Jahre andauernder Briefwechsel, in dem man die beiden Protagonisten näher kennenlernt und auch ihre Entwicklung miterlebt. Die beiden schreiben über Alltägliches, über das Leben kurz vor dem ersten Weltkrieg, dann auch über ihre eigenen Sorgen und Nöte. Jeder hat ein eigenes Leben, getrennt durch ein großes Meer und unzählige Kilometer, und dennoch stehen sie sich näher als manchem Familienmitglied gegenüber. 

Gerade David habe ich sehr gemocht. Zwar wirkt er zunächst sehr jung und unbedarft, manchmal linkisch und ungeschickt, aber er schreibt mit so viel Herz, dass ich ihn einfach nur in mein eigenes schließen konnte. Durch das Schreiben mit Elspeth wird aus dem zunächst vielleicht linkischen Jungen dann ein gestandener Mann, der zu sich steht und seine Meinung auch durchsetzen kann. Elspeth fand ich immer ein wenig unnahbar, dennoch sympathisch und oft sehr weise. Sie ist eine - gerade was ihre Gefühle angeht - sehr zurückhaltende Frau, schreibt fast nur wohlüberlegtes und nur selten brechen die Gefühle aus ihr heraus.

Das zunächst schmale Band der Freundschaft zwischen den beiden wird dicker und es entwickelt sich eine tiefgehende Liebe. Doch der Weltkrieg überschattet die Beziehung der beiden.

Neben dem Briefwechsel zwischen Elspeth und David es einen zweiten Handlungsstrang, der zur Zeit des zweiten Weltkrieges spielt. In diesem schreibt Margaret an ihren Verlobten Paul und auch an ihre Mutter. Man ahnt schon früh, wie die Geschichten der verschiedenen Personen miteinander verwoben sind und geschickt schafft die Autorin genau das – zwei Handlungsstränge in verschiedenen Zeiten miteinander zu verknüpfen. 

Das Buch hat mich sehr berührt und am Schluss habe ich auch mit der einen oder anderen Träne kämpfen müssen. Ich war völlig eingetaucht in die Geschichte und habe mit den Protagonisten gefühlt, geliebt und gelitten. Zwar habe ich schon viele Liebesgeschichten in Kriegszeiten gelesen, doch gerade  diese ist mir sehr nahe gegangen. Durch die Briefe ist der Krieg zwar präsent, vielmehr zählt aber das einzelne Schicksal, das mitunter sehr tragisch und dramatisch ist – wie es zu der Zeit sicherlich zuhauf vorgekommen ist. 

War ich zunächst skeptisch, ob ich allein durch Briefe überhaupt so tief in eine Geschichte abtauchen kann, ist genau dies gelungen. Die Briefe sind alle gut lesbar und von eher einfachem Schreibstil, dennoch sehr romantisch und emotional. Außerdem weiß man durch die verschiedenen Kapitel, die immer den Namen der Protagonistin tragen, genau, in welcher Zeit man sich gerade befindet.

Ein kurzes Wort noch zum Cover: So schlicht es gehalten ist, so ansprechend finde ich es auch. Es sagt schon sehr viel aus über die Geschichte – dass es um Briefe geht, ein Leuchtturm, Wasser und ein Vogel – wirklich wunderschön gestaltet.

Mein Fazit
Ein sehr berührendes Buch über eine Liebe zu Zeiten des ersten Weltkrieges – das Besondere ist, dass der Roman nur aus Briefen besteht. Dennoch – oder gerade deshalb – war ich den Protagonisten sehr nah, habe mit ihnen gefühlt, geliebt und gelitten. Ein romantisches Buch über die Kraft der Liebe. Von mir eine absolute Leseempfehlung, wenn man sich auf eine romantische, aber auch tragische Liebesgeschichte zu Kriegszeiten einlassen mag.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentare: