[Rezension] Corina Bomann - "Die Jasminschwestern"

Corina Bomann - Die Jasminschwestern
Familiengeschichte

Verlag: Ullstein-Verlag
Umschlaggestaltung: bürosüd° GmbH, München
Umschlagabbildung: © mauritius images/Novarc (Schloss mit Landschaft); © Getty Images/Stefan Ernst (Blüten)
ISBN-13: 978-3-548-28527-6
Seiten: 541 Seiten
Erschienen: 9. Mai 2014
Preis: 9,99 €

Zum Inhalt 
Nach einem schweren Unfall liegt Melanies Verlobter im Koma und keiner weiß, wie und ob er es überhaupt überleben wird. Die Anspannung bei Melanie ist daher sehr groß und ihre Nerven zum Zerreißen gespannt. Nach den vielen schweren Stunden in der Klinik nimmt sie sich nun eine Auszeit und zieht vorübergehend zu ihrer Urgroßmutter Hanna. Und Hanna schafft es tatsächlich, Melanie von ihren eigenen Sorgen abzulenken. Sie erzählt ihre bislang gut gehütete eigene Geschichte, von ihrer Kindheit und Jugend in Saigon, ihrer spektakulären Flucht, einer schweren Zeit in Hamburg und einer schillernden in Berlin. Doch das Schicksal hat es nicht immer gut gemeint mit Hanna, so muss sie auch Berlin nach einiger Zeit wieder verlassen.

Meine Meinung
Dieses Buch konnte ich einfach nicht mehr aus der Hand legen, so fesselnd und mitreißend war die Geschichte. Corina Bomann versteht, mich als Leserin zu entführen in andere Welten und Kulturen, ihr Schreibstil ist zwar einfach, dafür aber mitreißend und sehr flüssig und angenehm zu lesen. 

Die Idee, zwei Handlungsstränge aus Vergangenheit und Gegenwart zu verknüpfen, ist zwar nicht neu, aber in diesem Buch wunderbar umgesetzt. Während Melanie im Hier und Jetzt mit ganz eigenen Problemen kämpft – ihr Verlobter liegt nach einem schweren Unfall im Koma, ihre Schwiegermutter macht ihr das Leben zur Hölle und Melanie selbst ist durch die ganze Anspannung einem Nervenzusammenbruch nahe –  erzählt ihre Urgroßmutter Hanna aus ihrem eigenen Leben, und das war nicht immer leicht. Ihre Flucht aus Saigon, das Unterkommen in Hamburg, die schillernden 20er Jahre in Berlin und ein Neuanfang in Paris – viele Geheimnisse werden gelüftet und Melanie sieht ihre Urgroßmutter nun mit ganz anderen Augen.

Geschickt verwebt die Autorin die beiden Erzählstränge miteinander, so dass ich nie durcheinander kam, in welcher Zeit ich mich nun gerade befinde. Außerdem sind bei den Erinnerungen von Hanna auch immer die Jahreszahlen den Kapiteln vorangestellt.

Die Charaktere sind wirklich wunderbar gezeichnet. Gerade Hanna hat mir sehr gefallen – nicht nur, was sie erzählt und was sie erlebt hat, sondern auch, wie sie sich verhält und für ihre Familie einsetzt. Sie hat ein großes Herz und gibt nicht auf – und auch im hohen Alter lässt sie sich nichts bieten und steht ihre Frau. Melanie ist mir zwar auch sympathisch, doch manche ihre Handlungen und Gedanken waren mir sehr fremd, dennoch hat auch sie ihr Herz am rechten Fleck. Zwar gab es auch Figuren, die mir sehr klischeehaft erschienen, das hat dem Lesespaß aber keinen Abbruch getan.

Mich hat dieses Buch wirklich begeistert – zu keinem Zeitpunkt war ich gelangweilt trotz der vielen anschaulichen Beschreibungen, die immer lebhaft und mitreißend waren. Ganz im Gegenteil, ich konnte mir die verschiedene Orte immer gut vorstellen, fühlte mich als Teil der Geschichte – so als ob ich selber dabei bin. Immer wieder gab es Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe und die die Geschichte sehr lebendig und spannend gemacht haben. Und die Spannung hat gehalten bis zum Schluss – schade, dass das Buch nun zu Ende ist.

Mein Fazit
Eine mitreißende und fesselnde Familiengeschichte, die mich in andere Zeit und an fremde Orte entführt hat – mit liebenswerten Charakteren und einem Schreibstil, der mich das Buch nicht mehr aus der Hand hat legen lassen. Wer Geschichten mag, die auf zwei Zeitebenen spielen und in denen das eine oder andere Familiengeheimnis gelüftet wird, dem wir sicherlich auch dieses Buch gefallen!


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