[Rezension] Veronika Peters - "Die Liebe in Grenzen"

Veronika Peters - Die Liebe in Grenzen
Gegenwartsliteratur

Verlag:  Goldmann-Verlag
Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur München
Umschlagmotiv: Getty Images / Joao Canziani
ISBN-13: 978-3-442-31320-4
Seiten:  243 Seiten
Erschienen: 21. Oktober 2013

Buchrückentext
„Bisher hat Katia Werner ein unstetes Leben geführt. Doch mit Mitte zwanzig wird ihr bewusst, dass sie eine Aufgabe sucht, und sie bewirbt sich als Betreuerin in einer psychiatrischen Wohngemeinschaft. Vom ersten Moment an spürt sie, dass sie auf einen ganz besonderen Ort gestoßen ist, und die alte Villa in dem verwunschenen Garten übt eine merkwürdige Faszination auf sie aus. Sie nimmt die Stelle an - und ahnt nicht, welche Herausforderung ihr bevorsteht. Denn dort trifft sie Konrad, einen ebenso schillernden wie rätselhaften Mann, mit dem sie an ihre äußerste Grenze gehen wird.“

Meine Meinung
Katia ist mit sich und ihrem unsteten Leben nicht wirklich zufrieden, da bietet sich die Chance, ihr Anerkennungsjahr in der „Goldbachmühle“ abzuleisten, als Betreuerin in einer psychiatrischen Wohngemeinschaft. Schon das Vorstellungsgespräch läuft anders ab als gewohnt, doch sie kann überzeugen und bekommt die Stelle. Dass dies eine große Herausforderung ist, merkt Katia früh, doch sie ahnt nicht, welches Gefühlskarussell auf sie wartet.

Ein toller Roman, der mich nicht nur beim Lesen begeistert hat, sondern auch noch danach in meinem Kopf nachhallt. Zwar fand ich die Geschichte zu Anfang etwas verwirrend, da sie auf verschiedeneren Zeitebenen spielt, jedoch löst sich das Rätsel um die geheimnisvollen Briefe und Karten im Verlauf, und die Fäden laufen alle geschickt zusammen. 

Wer also einen romantischen Liebesroman erwartet, der wird bei diesem Buch wahrscheinlich enttäuscht sein. Denn die angeschnittenen Themen sind tiefgründiger und regen zum Nachdenken an. Natürlich geht es auch um die Liebesbeziehung zwischen Katia und Konrad, deren Schwerpunkt aber mehr in interessanten Gesprächen und ungewöhnlichen Begegnungen liegt als in Körperlichkeiten. Und noch viel interessanter fand ich das Thema „Psychisch krank sein“ und wer eigentlich darüber entscheidet. Gerade bei den Bewohnern der „Goldbachmühle“ und ihren Betreuern sind die Grenzen manchmal verwaschen, jeder scheint irgendwie Ecken und Kanten zu haben, doch was bei dem einen eben als eigentümlich, aber normal bezeichnet wird, ist bei dem anderen krank. Das muss auch Katia erkennen, und an den Problemen, die sich daraus ergeben, droht sie fast zu scheitern.

Die Charaktere sind alle wunderbar gezeichnet, jeder hat eine eigene Geschichte mit Tiefgang und wirkt dadurch authentisch und echt. Durch charakterliche Eigenheiten und Macken wirken die Figuren sehr menschlich und sind mir direkt ans Herz gewachsen. Gerade Konrad ist beeindruckend, intelligent und geheimnisvoll, und zieht nicht nur Katia, sondern auch mich mit seiner manipulativen Art in seinen Bann. Katia ist zwar jung und äußerlich ein bisschen „durchgeknallt“, dabei aber trotzdem bodenständig und sehr sympathisch. Sie steht ihre Frau und hat mich manches Mal mit ihrem Wortwitz zum Lachen gebracht. 

Das Buch lässt sich angenehm und leicht lesen, wird im Verlauf zunehmend spannender, im letzten Drittel lösen sich die Knoten und alles ergibt endlich einen Sinn. Es ist kein leichtes Buch, das man mal zwischendurch liest, sondern Eines, das zum Nachdenken anregt und noch lange nachhallt. Doch trotz der ernsten Themen hat der Roman einen feinen, manchmal auch sarkastischen Humor, der zwischen den Zeilen und den für mich manchmal zu lang geratenen Sätzen durchblitzt. Ich habe diese Mischung aus Tiefgründigkeit und subtilem Humor als sehr angenehm empfunden und bin nun sehr gespannt, wie es mit Katia weiter geht. Das Buch „Das Meer in Gold und Grau“ ist zwar vor diesem Roman erschienen, spielt aber zeitlich nach den Erfahrungen von Katia in der Goldbachmühle. Daher freue ich mich, die Protagonistin noch weiter begleiten zu können und bin neugierig, was ihr in diesem Roman passieren wird.


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