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[Rezension] Marita Spang - "Blut und Seide"

Marita Spang - Blut und Seide
Historischer Roman

Verlag: Knaur-Verlag
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: Gettyimages /De Agostini /A. Dagli Orti; akg-images /historic-maps; FinePic®, München
ISBN-13: 978-3-426-51717-8
Seiten: 830 Seiten
Erschienen: 2. November 2015

Buchrückentext 
„Das Deutsche Reich um 1260. Nach dem Mord an seinen Eltern wächst der junge Ritter Simon von Montfort als Waise auf und wird von Johann von Sponheim als Ziehsohn aufgenommen, Schon als Knabe wird er von dessen Bruder Heinrich schikaniert. Dann verliebt er sich auch noch in dessen Verlobte Christina, die seine Gefühle erwidert. Diesmal kann ihm auch Johann nicht helfen, schließlich ist die Verlobung seines Bruders sein Werk. Schlimmer noch: Christina wird zur Ehe mit dem ungeliebten Heinrich gezwungen. Wird Simon jemals die Chance bekommen, um sein Glück zu kämpfen?“

Meine Meinung
Ich habe mich sehr gefreut, dieses Buch für eine Leserunde gewonnen zu haben, und der Austausch mit der Gruppe und der Autorin selber haben mein Lesevergnügen nochmal gesteigert. Um es auf den Punkt zu bringen – ich bin begeistert von diesem Buch und ich finde, Marita Spang kann es durchaus mit den großen Historien-Schreibern aufnehmen!

Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite fesseln können. Das liegt zum einen an der Geschichte selber, die immer wieder Überraschungen bietet und Wendungen einschlägt, mit denen ich als Leser nicht gerechnet hätte, zum anderen aber auch an dem einnehmenden Schreibstil der unglaublich viel Atmosphäre schafft und das Mittelalter aufblühen lässt.  

Zur Geschichte selber will ich gar nicht viel verraten, denn sie ist so vielschichtig und vielseitig, dass das gar nicht in wenige Worte zu fassen ist. Außerdem ist der Lesespaß aus meiner Sicht nochmal größer, wenn man sich unvoreingenommen in die Geschichte fallen lässt. Es geht um Macht und Intrigen, um Freundschaft und Liebe, um Hass und Schuld. Wer jetzt aber einen romantisierenden Mittelalterroman erwartet, wird nicht nur enttäuscht, sondern wahrscheinlich entsetzt sein, denn Marita Spang hat das Mittelalter genau so dargestellt, wie es tatsächlich war, dunkel und blutig. Da gibt es keine heldenhaften Ritter und schöne Burgfräuleins, sondern Intrigen, blutige Kämpfe und erniedrigende Schändigungen – vieles davon ist nichts für zartbesaitete und einiges war mir wirklich neu. 

Marita Spang hat mit ihrer Geschichte wirklich geschickt Wahrheit und Fiktion miteinander verknüpft, so dass ich nicht nur gut unterhalten würde, sondern auch einiges dazu lernen konnte. Im Nachwort erläutert die Autorin dann, was von der Geschichte erdacht und was tatsächlich passiert ist – dabei ist auch dieses Nachwort so interessant, dass ich danach noch selber weiter recherchiert habe, was sich damals genau zugetragen hat.

Die ganze Geschichte ist in keinster Weise vorhersehbar – und das hat mir am ganzen Buch fast am besten gefallen. Immer wieder passiert etwas Unerwartetes und viele kleine Geschichten schlängeln sich um die eine große, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht, auch wenn sie nicht immer im Vordergrund steht. Verloren geht er aber nie, der rote Faden, immer wieder blitzt er durch und spielt dann am Ende noch mal eine große Rolle.

Die Charaktere sind alle sehr gut gezeichnet, sie haben alle Tiefgang und wirken dadurch wie aus dem Leben gegriffen. Ich hatte alle genau vor Augen, so gut sind die verschiedenen Figuren gezeichnet. Nicht bei allen ist klar, ob sie gut oder böse sind, einzig eine Figur scheint durch und durch böse zu sein – dieser Psychopath wurde aber von der Autorin bewusst genau so gestaltet, wie sie uns in der Leserunde erklärte. Besonders ans Herz gewachsen sind mir natürlich die beiden Protagonisten Simon und Christina, vor allem aber auch Michel – der tragische Held der Geschichte. Ich habe die drei so liebgewonnen, dass ich das Buch am liebsten gar nicht beendet hätte, einfach um noch mehr Zeit mit diesen mir so liebgewonnen Figuren zu verbringen.

Der Schreibstil ist der damaligen Zeit angepasst und hat so ganz wunderbar die Atmosphäre des Mittelalters noch mal mehr einfangen können. Die ersten paar Seiten war die Sprache vielleicht ein wenig schwierig, das hat sich bei mir aber nach kurzer Zeit gelegt, und ich habe dann den Schreibstil richtiggehend genießen können. 

Ich hoffe, ich konnte meine Begeisterung mit dieser Rezension zeigen, und natürlich bekommt „Blut und Seide“ von mir voll fünf Sterne – ich hoffe sehr, dass die Autorin noch weitere Bücher schreibt, denn endlich mal habe ich für mich wieder jemanden entdeckt, der es mit den Großen Historienschreibern  tatsächlich aufnehmen kann!

Mein Fazit
Ein wunderbares Buch, das von der ersten Seite an fesselt und mich bis zum Schluss nicht mehr losgelassen hat. Authentisch und glaubhaft wird hier das Mittelalter dargestellt mit all seinen dunklen Facetten – es geht um Macht und Intrigen, um Freundschaft und Hass, aber auch um Liebe und den Glauben an das Gute im Menschen. Die Charaktere sind alle wunderbar gestaltet, die Geschichte selber abwechslungsreich mit vielen Überraschungen und Wendungen – vorhersehbar ist hier nichts.  Man sollte nur keinen romantischen Mittelalterroman erwarten, dann wird man sicherlich enttäuscht sein, denn Marita Spang hat die Zeit so dargestellt, wie sie wirklich war – düster, brutal und sehr blutig. Mich hat die Geschichte begeistert – daher gebe ich gerne 5 von 5 Sternen.

Vielen Dank an den Knaur-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

5 Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Oh, das hört sich nach was für mich an! :)
    Wenn du schon so begeistert bist, muss ich das auf jeden Fall auf meine Wunschliste packen! Hab schon länger keinen Wälzer mehr gelesen und was historisches muss auch mal wieder sein!
    Danke für die tolle Rezi :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Ich kann das Buch wirklich empfehlen - und du liebst ja auch Rebecca Gablé. Marita Spang muss sich hinter ihr echt nicht verstecken!
      LG Sabine

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  2. Ich kann dir nur zustimmen!!! Meine Rezi kommt morgen und ich bin auch noch immer begeistert von diesem großartigen historischen Roman!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Oh ja - ich hoffe, es wird bald weitere historische Romane von Marita Spang geben.
      Kennst du denn ihr erstes Buch "Hexenliebe"?
      LG Sabine

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    2. Nein, noch nicht, aber ich habe es auf meiner Wunschliste und wird DEFINITIV gekauft werden!!!

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