[Rezension] Éric-Emmanuel Schmitt - "Vom Sumo, der nicht dick werden konnte"

Éric-Emmanuel Schmitt - Vom Sumo, der nicht dick werden konnte
Roman

Verlag: Fischer-Verlag
Umschlaggestaltung: www.buerosued.de
Umschlagabbildung: MarcelinoTruong
ISBN-13: 978-3-596-19291-5
Seiten: 109 Seiten
Erschienen: 24. Juli 2014
Originaltitel: „Le sumo qui ne pouvait pas grossir“
Übersetzer: Klaus Laabs

Buchrückentext
„Jun lebt auf den Straßen Tokios, weit weg von seiner Familie, wild und menschenscheu. Doch nach seiner Begegnung mit einem Sumo-Meister, der in dem schmächtigen Jungen einen künftigen »Großen« sieht, ändert sich sein Leben: Jun beginnt die geheimnisvollste aller Kampfsportarten zu erlernen. Doch wie soll Jun mit einem Körper, in dem Schmerz und Gewalt vorherrschen, zur Erleuchtung gelangen? Wie soll er jemals ein richtiger Sumo-Ringer werden, wenn er nicht zunimmt? Mit seinem Meister entdeckt er eine ihm bislang unbekannte Welt der Kraft und der Intelligenz und lernt dabei, sich selbst zu akzeptieren.“

Meine Meinung
Ich habe schon einige tolle Bücher von Éric-Emmanuel Schmitt gelesen, bei diesem muss ich leider sagen, dass ich es zu einem der Schwächeren des Autors zähle.

Dabei fand ich den Einstieg wirklich schön: Der Leser lernt Jun kenne, der auf den Straßen Tokios lebt und immer wieder einem Sumo-Meister begegnet, der ihn überzeugen will, diese Kampfsportart zu erlernen. Es dauert ein bisschen, bis Jun sich drauf einlässt, doch als er den Schritt wagt, verändert sich sein Leben auf eine niemals gedachte Weise.

Die erste Hälfte dieses sehr dünnen Büchleins hat mir sehr gut gefallen - man lernt Jun auch ein wenig seine Vergangenheit kennen und erlebt seinen täglichen Kampf ums Überleben. Erst in der zweiten Hälfte landet Jun dann in der Sumo-Schule, von der ja bereits im Klappentext gesprochen wird. Und leider hat mich dieser Teil dann nicht mehr begeistern können – aus dem einfachen Grund, dass der Autor nur sehr oberflächlich bleibt und mit seinen erleuchtenden Ideen und Erkenntnissen nur an der Oberfläche kratzt. Man bekommt kaum Einblicke in den Zen-Buddhismus und irgendwie ging mir das Ganze auch zu schnell. Auf einmal macht es „klick“ bei Jun, er wird erleuchtet und findet seine große Liebe – und das auch nur sehr wenigen Seiten.

Ich gebe zu, kein Freund dünner Bücher zu sein, und nur wenige Autoren schaffen es aus meiner Sicht auch, auf wenigen Seiten eine gute Geschichte mit entsprechend gut gestalteten Charakteren zu entwickeln – diesmal gehört Éric-Emmanuel Schmitt für mich nicht dazu. Gerade auf den Teil zum Zen-Buddhismus hatte ich mich sehr gefreut – und einige Seiten mehr zur Erklärung und Entwicklung von Juns „Erleuchtung“ hätten dem Buch einfach gut getan.   

Dabei liest sich die Geschichte sehr leicht und flüssig – man könnte fast meinen, es sei als Kinderbuch gedacht. Die Charaktere sind zwar gut angelegt, aus meiner Sicht hätte ich mir aber mehr Entwicklung und Tiefe gewünscht. Gerade den Sumo-Meister fand ich sehr interessant und von ihm hätte ich gerne viel mehr erfahren – so aber wird er schon fast reduziert auf ein paar asiatische Lebensweisheiten.

Für mich leider eines der schwächeren Bücher Schmitts, dennoch aber bleibe ich ihm treu und freue mich auch weitere Bücher des Autors.

Mein Fazit
Für mich leider ein eher schwächeres Buch des Autors – auch wenn er mich in der ersten Hälfte durchaus packen konnte. Leider aber bleiben die Gedanken und Ausführungen zum Zen-Buddhismus nur sehr oberflächlich und auch die Charaktere sind nur – obwohl gut angelegt – schwach gezeichnet. Mit mehr Seiten und mehr Entwicklung sowohl der Geschichte als auch der Charaktere hätte mir das Buch sicherlich viel besser gefallen, so aber gebe ich ihm 3,5 von 5 Sternen.


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