[Rezension] Karin Engel - "Die Kaffeeprinzessin"

Karin Engel - Die Kaffeeprinzessin
Historischer Roman

Verlag: Knaur-Verlag
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: Bridgeman Art Library
ISBN-13: 978-3-426-63181-2
Seiten: 592 Seiten
Erschienen: 1. August 2006

Buchrückentext
„Bremen Anfang des 20. Jahrhunderts: Für die schöne und eigenwillige Schauspielerin Felicitas geht ein Traum in Erfüllung, als sie in die vornehme Familie Andreesen einheiratet, die ihren Reichtum dem Kaffee verdankt. Doch zunächst ist es nicht leicht für die selbstbewusste Frau, sich ihren Platz in dieser Welt zu erobern. Vor allem ihre Schwiegermutter Elisabeth beäugt die Fremde mit Misstrauen. Felicitas muss viel Mut und Erfindungsreichtum aufbringen, um sich durchzusetzen, doch als sie ihren Mann verliert, scheint sie völlig alleine dazustehen. Und dann ist es ausgerechnet Elisabeth, die ihr neuen Lebensmut gibt...“

Meine Meinung
Obwohl ich historische Romane ja sehr gerne lese, konnte mich dieses Buch einfach nicht packen. Dabei interessiert mich eigentlich die Zeit, in der die Geschichte spielt, aber die Protagonistin Felicitas ist mir einfach nicht ans Herz gewachsen, so dass ich sie in diesem Buch leider nicht gerne begleitet habe.

Im Mittelpunkt steht die zunächst sehr junge und vor alle naive Felicitas, die sich durchs Leben träumt und Schauspielerin werden will. Erst als sie sich verliebt und in das Kaffee-Imperium Andreesen einheiratet, muss sie lernen, sich neben der dominanten Schwiegermutter zu verteidigen - und ihre Feuerprobe folgt auf dem Fuße, als ihr Mann in den Krieg eingezogen wird und sie die Leitung der Kaffeedynastie übernimmt.

Gerade die erste Hälfte des Buches fand ich sehr langatmig. Zwar lernt man die Protagonistin Felicitas kennen und auch einiges über die Lebensumstände Anfang des 20. Jahrhunderts, die Geschichte selber aber plätschert nur langsam vor sich hin. Felicitas wollte mir einfach nicht ans Herz wachsen, sie ist zu Anfang sehr naiv und unerfahren und ist mir damit auch ein bisschen auf die Nerven gegangen, macht dann aber in der zweiten Hälfte des Buches eine erstaunliche Entwicklung zur gestandenen Geschäftsfrau durch. Diese Entwicklung ist zwar beachtlich, hat mir den Charakter aber leider nicht sympathischer gemacht. Felicitas übernimmt die Geschäfte ihres Mannes und steht ihre Frau, parallel engagiert sie sich noch für den Bau eines Kunstparks in der Stadt Bremen. Dadurch ist in der zweiten Hälfte des Buches einfach mehr geschehen und sie war nicht mehr ganz so langatmig wie die erste. 

Die Passagen, in denen es um die Kaffeeherstellung ging, haben mir gut gefallen – das war für mich einfach mal ein neues Thema, und man merkt, dass die Autorin gut recherchiert hat. Die Idee des Kunstparks dagegen konnte mich gar nicht begeistern, und so hat mich dieser Erzählstrang, um den sich dann auch einige Ereignisse und Beziehungen drehen, nicht interessiert.

Der Schreibstil ist leicht und locker und lässt sich schnell weglesen, auch die Atmosphäre der Zeit konnte die Autorin gut einfangen. Nur die Geschichte, die eigentlich ihren Reiz gehabt hätte, konnte mich leider nicht packen – zum einen, weil mich manche Themen einfach nicht angesprochen haben, zum anderen, weil mir die Protagonistin, obwohl sie sich innerhalb der Geschichte toll und vor allem glaubhaft entwickelt, einfach nicht sympathisch war und mich daher ihre Aktivitäten nicht richtig interessierten. Deshalb werde ich den zweiten Teil die Dilogie auch nicht lesen – da die Autorin aber gut recherchiert hat, gebe ich diesem Buch knappe 3 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Obwohl der Klappentext eine interessante Geschichte versprochen hat, konnte mich das Buch um Felicitas, die das Kaffeeimperium ihres Mannes leitet, als dieser in den Krieg eingezogen wird, leider nicht packen. Zu langatmig ist die Geschichte – vor allem in der ersten Hälfte – und leider wurde ich mit der Protagonistin nicht warm. Dafür aber die Autorin sehr gut recherchiert und einen interessanten Einblick in die Herstellung von Kaffee geboten. Ich gebe dem Buch knappe 3 von 5 Sternen.

Reihenfolge
1. Die Kaffeeprinzessin
2. Das Erbe der Kaffeeprinzessin


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