[Rezension] Susanna Ernst - "Deine Seele in mir"

Susanna Ernst - Deine Seele in mir
Frauenroman

Verlag: Knaur-Verlag
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: FinePic®, München
ISBN-13: 978-3-426-51260-9
Seiten: 477 Seiten
Erschienen: 3. Dezember 2012

Buchrückentext
„Matt hat den gewaltsamen Tod seiner geliebten Amy nie verwunden. Nie mehr hat er seitdem einen anderen Menschen richtig nah an sich herangelassen. Doch als er viele Jahre nach Amys Tod auf die eigenwillige Julie trifft, ist er entgegen seiner Art sofort zutiefst berührt und fasziniert. Denn Julie erinnert ihn an Amy – so sehr, dass Matt langsam anfängt, an Wunder zu glauben.“

Meine Meinung
Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch, nachdem ich so viele gute Meinungen über dieses Buch gelesen hatte – mich aber konnte es leider gar nicht überzeugen, dabei finde ich die Idee, ein Buch, das das Thema Seelenwanderung behandelt, wirklich gut und sehr interessant.

Dabei ist der Einstieg in die Geschichte sehr gut gelungen – das Erlebnis der beiden Kinder Matt und Amy war packend und verstörend, hat mich berührt und mich neugierig gemacht auf die weitere Geschichte. Und zunächst fand ich die auch noch ganz interessant. Doch mit dem „Erwachen“ von Julie wurde es für mich immer unglaubwürdiger, die Liebesgeschichte zunehmend kitschig und das weitere Geschehen immer vorhersehbarer. Das lag vor allem an dem unglaubwürdigen Verlauf der Geschichte: die Charaktere zeigen keine Entwicklung, alle (bis auf den Bösewicht) scheinen „Gutmenschen“ zu sein mit ihrem ständigen Verständnis für die anderen, ihrer Gutgläubigkeit – nicht nur in Bezug auf das Thema Seelenwanderung - sowie ihrer aufopferungsvollen und selbstlosen Art. Dabei hätte die Idee der Geschichte so viel Konfliktpotential gehabt, an dem sich die verschiedenen Figuren hätten reiben und auch entwickeln können. 

Dazu kommt noch, dass nach dem packenden Einstieg die weitere Geschichte vor sich hintröpfelt – vielleicht auch, weil ich das weitere Geschehen sehr vorhersehbar fand. Ich bin leider nicht überrascht worden von irgendeiner Handlung, es gab keine ungeahnten Wendungen – alles ging seinen geraden, direkten Weg. Dadurch war ich leider nach dem tollen Einstieg in die Geschichte überhaupt nicht gefesselt und habe leider auch eine besondere Atmosphäre, die ich durch das Thema Seelenwanderung erwartet hätte, vermisst, denn eigentlich hat sich das Buch nur zu einer für mich sehr kitschigen Liebesgeschichte entwickelt.

Sicherlich hat mir das Buch auch deshalb nicht so gut gefallen, weil ich mit den beiden Protagonisten Amy und Matt einfach nicht richtig warm wurde. Amy war mir einfach zu perfekt – sie war nicht nur hübsch und selbstsicher, mutig und offen, nein – sie setzte sich auch immer für Matt ein, der ohne sie nicht lebensfähig zu sein scheint und ist für alle der Sonnenschein. Und das alles, nachdem sie jahrelang als Autistin gelebt hat: nach ihrem „Erwachen“ ist sie sofort da, hat keinerlei Defizite – weder auf körperlicher noch auf emotionaler Ebene. Das fand ich leider sehr unglaubwürdig.

Auch Matt ist mir leider nicht ans Herz gewachsen, dafür war er mir einfach zu gut und selbstlos – mir haben auch bei ihm Ecken und Kanten gefehlt, die ihn menschlich und authentisch hätten wirken lassen. 

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und lässt sich leicht lesen, so sind die Seiten schnell dahingeflogen - nicht aber, weil es spannend ist, sondern weil ich geneigt war, den leicht lesbaren Text nur noch zu überfliegen. Es gibt viele Dialoge, die das Buch aber leider nicht lebendiger machen, denn es wird immer wieder über das Gleiche gesprochen. Interessant wurde es dann nur noch mal am Ende des Buches, in dem der Bösewicht zum Einsatz kommt – zwar fand ich den Schluss etwas überzogen, dennoch aber hat es der Geschichte einen für mich runden Abschluss gegeben.

Mein Fazit
Mich konnte dieses Buch leider nicht überzeugen – auch wenn ich die Idee toll und sehr interessant fand. Der Einstieg ist auch gut gelungen – fesselnd und spannend, gefühlvoll und bedrückend, doch dann entwickelt sich die Geschichte immer mehr zu einer kitschigen und mich gar nicht mehr berührenden Liebesgeschichte. Die Charaktere sind sehr stereotyp und auch die beiden Protagonisten sind mir leider nicht ans Herz gewachsen. Zwar liest sich das Buch rasch und flüssig durch den sehr schlichten Schreibstil, über lange Strecken jedoch war ich nicht gefesselt oder gepackt von der Geschichte. Erst das Ende wird dann noch mal interessanter – trotzdem bin ich leider sehr enttäuscht von dem Buch und gebe 2/5 Sternen.


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