[Rezension] Jane Johnson - "Die Seele der Wüste"

Jane Johnson - Die Seele der Wüste
Roman

Verlag: Page & Turner
Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur München
Umschlagabbildung: © Martin Karius /Alamy © Coneyl Jay /Photographer’s Choice /Getty Images
ISBN-13: 978-3-442-20344-4
Seiten: 507 Seiten

Buchrückentext
„London: Isabelle Fawcett führt ein zufriedenes, aber wenig aufregendes Leben. Doch eines Tages findet sie im Nachlass ihres Vaters ein altes Tuareg-Amulett mit einer geheimen Inschrift. Isabelle ahnt, dass das Amulett eine Botschaft für sie enthält. Und so reist sie nach Marokko, um seinem Rätsel auf den Grund zu gehen.
Marokko, etwa fünfzig Jahre früher: Die junge Tuareg Mariata verliebt sich in den Krieger Amastan. Als die neue Frau ihres Vaters sie aber gegen ihren Willen mit einem Sesshaften verheiraten will, flieht Mariata. Voller Sehnsucht begibt sie sich auf eine gefährliche Reise quer durch die Sahara – immer auf der Suche nach Amastan.
Je mehr Isabelle über die Geschichte des Amuletts erfährt, desto häufiger stößt sie auf den Namen Mariata. Und schon bald wird deutlich, dass ihrer beider Leben untrennbar miteinander verbunden sind.“

Meine Meinung
Ich liebe ja Bücher die auf zwei Zeitebenen spielen, und so hat mich auch dieses nicht enttäuscht. 

In der Jetzt-Zeit findet Isabelle ein altes Amulett im Nachlass ihres Vaters und will das Geheimnis um dieses Schmuckstück lösen. Es scheint von den Tuareg zu stammen und Isabelle fährt nach Marokko, um mehr zu erfahren. Doch so ganz einfach und gefahrlos ist die Reise leider nicht.

Etwa 50 Jahre zuvor soll Mariata zwangsverheiratet werden, doch sie liebt immer noch Amastan, an dessen Tod sie nicht glauben mag. Und so flieht sie vor der Familie – und es bleibt nur ein Weg: durch die Wüste Sahara.

Dies ist mein erstes Buch von Jane Johnson, und in ihren Schreibstil habe ich mich direkt verliebt. Er ist sehr bildreich, angenehm zu lesen und atmosphärisch dicht. Ich habe mich beim Lesen nach Marokko versetzt gefühlt und habe viele Bilder vor Augen gehabt. Zwar fand ich manche Stelle zwar auch etwas langatmig, das lag aber auch daran, dass in der Geschichte nicht kontinuierlich spannendes geschieht, sondern sie auch immer wieder Zeit braucht, um sich zu entwickeln, um Dinge zu erklären oder den Geschehnissen einfach die richtige Stimmung zu geben. Schlimm fand ich das daher nicht, sondern es hat dem Buch eine ganz eigene Atmosphäre gegeben.

Die Charaktere waren gut ausgearbeitet und mit beiden – Mariata und auch Isabelle – habe ich mitgefiebert. Interessant fand ich, Einblick in die Gedankenwelt und das Leben der Tuareg zu erhalten, und man merkt das Herzblut, das die Autorin gerade in diesen Teil der Geschichte gesteckt hat. Während die verschiedenen Erzählstränge zunächst nebeneinander laufen, sucht man als Leser nach Möglichkeiten, wie sie nun miteinander verknüpft sein können und vielleicht ahnt man auch schon die Lösung. Ich fand es dennoch interessant, wie geschickt die Autorin die Verknüpfung nachher hinbekommen hat und fand die Auflösung auch durchaus plausibel. Insgesamt hat mich das Buch – trotz der einen oder anderen Länge – gut unterhalten, vor allem der Schreibstil und die geschaffene Atmosphäre haben mir sehr gut gefallen. 

Mein Fazit
Ein wunderschöner Schreibstil und eine tolle Atmosphäre machen dieses Buch zu einer schönen und angenehmen Lektüre. Wenn man sich zudem ein bisschen für das Volk der Tuareg und die Wüste interessiert, ist dieses Buch sicherlich genau das Richtige.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentare: