[Rezension] Wolfgang Herrndorf - "tschick"

Wolfgang Herrndorf - tschick
Gegenwartsliteratur

Verlag: Argon Hörbuch 
ISBN13: 978-3-8398-9126-1
Dauer: 4 CDs, 297 min.  
Erschienen: 20. September 2012
Sprecher: Hanno Koffler  

Zum Inhalt 
Maik Klingenberg ist 14, kommt aus eher reichem Haushalt und geht auf ein Gymnasium. Dort taucht Tschick auf – eigentlich Andrey Tschichatschow - der es irgendwie von der Förderschule aufs Gymnasium geschafft hat. Die beiden freunden sich an, und planen kurzerhand in den Ferien eine Fahrt in die Wallachei. Tschick besorgt einen geklauten Lada und die Reise geht los -  ohne Karte, mit ein wenig Proviant und Geld, auf in den Süden – denn irgendwo dort liegt sie ja, die Wallachei. Doch weit kommen sie nicht, denn schon bald wird der Sprit knapp…

Meine Meinung
Immer wieder hatte ich das Buch in die Hand genommen, jetzt habe ich es als Hörbuch endlich gehört. Da ich relativ unvoreingenommen war, bin ich schließlich auch nicht enttäuscht worden. 

Den Anfang fand ich noch ein wenig schleppend, zumal mich die Geschichte noch nicht richtig fangen konnte. Maik und Tschick kommen aus ganz verschiedenen Welten – jeder hat eine eigene Geschichte und arm oder reich scheint nicht der Garant für Glück oder Unglück. Doch mit Beginn der Reise im geklauten Lada, einem Road-Movie der besonderen Art, hatte auch mich die Geschichte gepackt. Sie ist witzig und skurril und sicherlich sollte man nicht über die Glaubwürdigkeit des Geschehenen nachdenken. Doch gerade die unmöglichen Dinge, die Maik und Tschick erleben, lassen einen zwar lachen, regen aber auch zum Nachdenken an und hinterlassen Spuren. Ich habe die beiden gerne begleitet und vieles wird auf witzige Art und ohne den belehrenden Zeigefinger klar gemacht. Dabei sind zentrale Themen neben Freundschaft und Vertrauen auch das Schubladendenken und Vorurteile, vor allem aber die Kunst, das Leben zu genießen – so, wie es kommt, reich oder arm.

Abschrecken sollte man sich nicht von der Sprache des Buches – sie ist zwar witzig und frech, manchmal aber auch sehr umgangssprachlich und oft auch vulgär. Mich hat das anfangs gestört, doch im Nachhinein muss ich sagen, dass die Sprache passend ist für das Buch – und ich es mir anders auch gar nicht mehr vorstellen kann.

Mein Fazit
Ein witziges und dennoch warmherziges Buch über eine ungewöhnliche Freundschaft. Skurril und unwirklich ist dieses Road-Movie zweier 14-Jähriger durch Deutschland, doch trotz allem Witz und Charme (oder gerade deshalb?) regt der Roman zum Nachdenken an und hinterlässt Spuren. Ich kann dieses Buch auf jeden Fall empfehlen – von mir bekommt es 4 Sterne.


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