[Rezension] Lesley Pearse - "Echo glücklicher Tage"

Lesley Pearse - Echo glücklicher Tage
Historischer Roman

Verlag: Bastei Lübbe
Umschlaggestaltung: Manuela Städele
Titelillustration: © shutterstock /Roman Kroschuk; © shutterstock
ISBN 13: 978-3404166404
Seiten: 606 Seiten
Erschienen: 16. März 2012
Originaltitel: „Gypsy“
Übersetzer: Katharina Kramp

Buchrückentext
„Liverpool 1893. Durch tragische Umstände zu Waisen geworden, sind die junge Beth und ihr Bruder Sam plötzlich ganz auf sich allein gestellt. Wie so viele ihrer Landsleute setzen sie alle Hoffnungen in das ferne, Glück verheißende Amerika und wagen die Passage. Schnell finden sie zwei treue Gefährten, und besonders der charmante Theo lässt Beths Herz höher schlagen. Doch in New York erwartet die Freunde ein erbarmungsloser Überlebenskampf. Erst Gerüchte über große Goldfunde in Alaska geben ihnen neue Hoffnung - und sie machen sich erneut auf die Reise...“

Meine Meinung
Ich habe schon einige Romane von Lesley Pearse gelesen, aber nicht alle haben mich überzeugen können – dieses Buch aber hat mich wieder fesseln können, weil es spannend, authentisch und auch noch lehrreich war.

Die Geschichte spielt Ende des 19. Jahrhunderts, beginnt in Liverpool, entführt den Leser aber bald nach Amerika und Canada. Im Mittelpunkt stehen Beth und Sam, denen das Schicksal hart mitgespielt hat. In Liverpool sind sie einfach nicht mehr glücklich, und sie lassen sich anstecken von den Berichten der Goldgräber in Amerika. Doch die Passage ist nicht einfach und auch in Amerika ist nicht alles Gold was glänzt.

Man sollte vielleicht wissen, dass es im Buch nicht sofort nach Amerika geht, wie der Klappentext einem suggerieren könnte, mir aber hat auch die Vorgeschichte in Liverpool gut gefallen. Die beiden Geschwister Beth und Sam hat es wirklich hart getroffen und doch versuchen sie immer, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen. Gerade Beth hat sich nie lange unterkriegen lassen, fällt immer wieder auf die Füße und packt die Dinge an – das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Sam ist dagegen abenteuerlustiger und lässt sich auch schon mal mehr von seinem Gefühl als von seinem Verstand leiten – aber auch er ist liebenswert und hat das Herz am rechten Fleck. Auf ihrer Reise gesellen sich noch zwei weitere Auswanderer zu ihnen – wer es ist, verrate ich natürlich nicht. Aber die vier sind eine tolle Truppe, die sich gegenseitig ergänzen und sich so durch schwere Zeiten schlagen. Aber auch bei ihnen ist nicht immer alles eitel Sonnenschein – sie kriegen sich auch schon mal in die Haare und es fliegen die Fetzen. Langweilig ist es mit den vieren also nie geworden.

Gefallen hat mir auch die Atmosphäre im Buch – und die ist ganz unterschiedlich, je nachdem, wo die Geschichte gerade spielt. Ich habe viel gelernt über das ärmliche Leben in Liverpool zu der Zeit, aber auch über den Goldrausch in Amerika, die Hoffnungen und Enttäuschungen und wie es den Einwanderern ergangen ist. Die Beschreibungen sind alle sehr bildhaft und zu keinem Zeitpunkt langweilig, so dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte. Überhaupt ist das Buch – obwohl es ja schon ein dicker Wälzer ist – nie langatmig, dafür passiert einfach zu viel und ich wollte immer wissen, wie es weitergeht. So sind die Seiten rasch dahingeflogen, was natürlich auch dem angenehmen und sehr flüssigen Schreibstil zu verdanken ist.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und ich gebe daher gerne 4.5 von 5 Sternen. 

Mein Fazit
Ein toller Schmöker, der den Leser zur Zeit des Goldrauschs nach Amerika entführt und mich die Zeit hat vergessen lassen, so sehr bin ich in die Geschichte abgetaucht. Sympathische Charaktere und ein flüssiger Schreibstil haben die Seiten rasch dahinfliegen lassen – ich hatte tolle Lesestunden mit diesem Buch und gebe 4,5 von 5 Sternen. Als Urlaubslektüre sehr zu empfehlen! 


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