[Rezension] Thommie Bayer - "Die kurzen und die langen Jahre"

Thommie Bayer - Die kurzen und die langen Jahre
Gegenwartsliteratur

Verlag: Piper-Verlag
Umschlaggestaltung: Kornelia Rumberg, www.rumbergdesign.de
Umschlagabbildung: Blätter: © Kornelia Rumberg; Karussell: © Hagen Keller /tale of years
ISBN 13: 978-3-492-05481-2
Seiten: 203 Seiten
Erschienen: 10. März 2014

Buchrückentext
„Liebe kann geheimnisvoll sein, abgründig und intensiv. Vor allem dann, wenn sie unerfüllt bleibt. Aber ist das wirklich die Bestimmung von Simon und Sylvie, die ein schrecklicher Doppelmord zusammenführt? Beide versuchen es auf ihre eigene Art herauszufinden – und begegnen sich nach vielen Jahren schließlich an einem gänzlich unerwarteten Ort wieder.“

Meine Meinung
Ich habe schon viele Bücher von Thommie Bayer gelesen, und meist hat er mich auch richtig begeistern können – auch dieses Buch ist wieder gelungen, auch wenn ich doch kleinere Kritikpunkte habe.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Simon und Sylvie, zwei ganz unterschiedliche Menschen, die aber doch eine Seelenverwandtschaft verbindet und deren Band zwar mal dünner wird, aber auch über schwere Zeiten hinweg nie abzureißen scheint. Eine ungewöhnliche Beziehung, fernab jeder Körperlichkeit und dennoch intensiv und einnehmend.

Ich mag den Schreibstil und die Art Thommie Bayers, seine Geschichten zu erzählen, und auch in diesem Buch begegnet einem viel Bekanntes: Es geht um Beziehungen, um tragische Verbindungen, um Liebe und Freundschaft – und wieder ist es der flüssig zu lesende und einnehmende Schreibstil, der mich in die Geschichte gesogen hat. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, gerade Simon hat mir als Figur gefallen, weil es so viele Einblicke in seine Seele gibt, die manches erklären, was mir sonst unverständlich geblieben wäre. Aber auch Sylvie hat mir gut gefallen – zwar war ich nicht immer ihrer Meinung, dennoch aber war es interessant, Teil ihrer Gedanken gewesen zu sein und sie ein Stück weit begleitet zu haben.

Vor allem die ersten beiden Drittel des Buches haben mich wirklich gefesselt, im letzten Drittel schritt mir die Geschichte dann zu schnell voran, zu groß waren mir die Zeitsprünge, und ich hätte mir gewünscht, dass den 30 Jahren, die hier in etwa erzählt werden, mehr Zeit eingeräumt wird. Zugegeben – es gibt einige Überraschungen und Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe, trotzdem bin ich von Thommie Bayer schon mehr überrascht worden als in diesem Roman – mir hat das Ende leider nicht gefallen, mir war es zu konstruiert und daher wenig glaubhaft. 

Trotzdem empfehle ich das Buch gerne weiter, auch wenn es für mich nicht zu seinen stärksten Geschichten zählt – ich gebe 4 von 5 Sternen, weil ich mich trotz meiner Kritikpunkte gut unterhalten fühlte und die Geschichte über weite Strecken hinweg auch wirklich gerne gelesen habe.

Mein Fazit
Auch wenn mich Thommie Bayer mit diesem Buch nicht vollends überzeugen konnte, ist es doch eine interessante Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft und Seelenverwandtschaft. Der Schreibstil ist gewohnt eingängig, auf den Punkt gebracht und ohne viel Schnörkel, dennoch aber dicht und atmosphärisch, die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und auch die Geschichte bietet Überraschungen und unerwartetes Wendungen – mich hat leider das letzte Drittel nicht überzeugen können und auch das Ende war mir zu wenig überraschend. Trotzdem empfehle ich das Buch gerne weiter, weil es mich doch gut unterhalten hat, und gebe ihm 4 von 5 Sternen.


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