[Höreindruck] Matt Haig - "Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben"

Matt Haig - Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben
Erfahrungsbericht

Verlag: Der Audio Verlag
ISBN 13: 978-3-862-31661-8
Dauer: ungekürzt, 265 Minuten
Erschienen: 18. März 2016
Originaltitel: „Reasons to stay alive“
Übersetzer: Sophie Zeitz
Sprecher: Barnaby Metschurat

Zum Inhalt
„Als 24-Jähriger den Sommer mit der geliebten Freundin auf Ibiza zu verbringen, mag vielen wie ein Traum erscheinen – für Matt Haig wird diese Erfahrung zum lebensbedrohlichen Albtraum. Ausgerechnet auf der sonnigen Partyinsel reißt ihn eine schwere Depression völlig unerwartet aus dem Leben und bringt ihn wortwörtlich an den Rand des Abgrunds. Doch irgendetwas in ihm will weitermachen, will kämpfen. Nach und nach findet er Mittel und Wege, die Krankheit in den Griff zu bekommen, und trotz der wiederkehrenden düsteren Zeiten ein erfülltes Leben zu führen. In „Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben“ erzählt Matt Haig die Geschichte seiner Erkrankung, vermittelt wichtige Fakten über die immer noch stigmatisierte Volkskrankheit und gibt wertvolle Tipps für harte Zeiten. Ein intensives, lehrreiches und – trotz des schweren Themas – humorvolles Hörbuch für Erkrankte, Betroffene, Angehörige und alle, die gerne besser verstehen möchten, was Depressionen mit uns machen.“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Ich hatte hohe Erwartungen, als ich zu diesem Hörbuch gegriffen habe, weil ich sehr viele sehr positive Stimmen zur Geschichte gehört hatte – doch leider sind meine Erwartungen nicht ganz erfüllt worden. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich mit dem Thema schon häufiger auseinandergesetzt habe, denn richtig Neues konnte mir dieser Erfahrungsbericht leider nicht geben, und leider sind mir auch der Blick nach vorne und die „guten Gründe, am Leben zu blieben“ zu kurz gekommen.

Dabei ist der Schreibstil sehr angenehm und man kann der Geschichte auch als Hörbuch sehr gut folgen. Barnaby Metschurat ist als Sprecher sehr gut ausgewählt und ich mochte seine Stimmfarbe und die Art, die Geschichte vorzutragen. 

Dabei erfährt man eine ganze Menge privates aus Matt Haigs Leben – er erzählt von seiner Erkrankung, seinen Empfindungen und wie er damit umgegangen ist. Hat man sich noch nie mit Depressionen oder Angststörungen beschäftigt, ist das bestimmt auch sehr interessant, ist man im Thema aber schon mehr drin, bietet sich hier wenig neues – außer natürlich die eigenen Gefühle eines Betroffenen. Matt Haig ist zudem einen ungewöhnlichen Weg gegangen und wurde nicht „klassisch“ behandelt – das sollte man vielleicht wissen, wenn man sich mit seiner Geschichte beschäftigt, und es ist auch nicht bei jedem so, dass sich die Depression mit einer Angststörung verknüpft – an manchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass hier ein falscher Eindruck der Erkrankung entstehen könnte. Aber natürlich ist es ein autobiographischer Bericht und Matt Haig berichtet über seine Erkrankung, es soll kein wissenschaftlicher Bericht sein.

Der Klappentext hat mir suggeriert, viel Mut und Hoffnung aus dem Buch zu schöpfen, auch mal humorvolle Abschnitte zu finden; Leserstimmen haben berichtet, dass gerade auch in einer Krise dieses Buch sehr gut weiterhelfen kann – ich glaube, daher rühren meine falschen Erwartungen. Ich fand diese Autobiographie gut, aber sie hat mir weder Mut gemacht, noch konnte ich Hoffnung aus diesem Bericht ziehen – irgendwie hat mir etwas Konkretes gefehlt, ich hatte mehr erwartet als eine Liste von Dinge, die das Leben lebenswert machen. Es freut mich sehr, dass Matt Haig seinen Weg durch die Erkrankung gefunden hat, leider aber hat das Buch bei mir selber nicht viel ausgelöst – schade. Empfehlen würde ich das Buch trotzdem all denen, die mit der Erkrankung Depression nicht viel verbinden – denn es gibt tolle Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt eines Betroffenen. 

Kommentare:

  1. Ein Buch, welches ich auch schon länger beobachtet habe, was aber nun von meiner List verschwunden ist, denn ich habe ebenso hohe / falsche Erwartungen wie du und daher ist es wohl eher nicht mein Buch.

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    1. Hast du dich schon mit dem Thema beschäftigt? Dann würde ich es dir tatsächlich eher nicht empfehlen. Wenn es für dich ganz neu ist, dann lese/höre ruhig mal rein.

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    2. Nee, nee, es ist jetzt von meiner Beobachtungsliste verschwunden. Ich denke, ich hab schon zu viel in diese Richtung gelesen, sodass meine Erwartungen, wie gesagt, wahrscheinlich auch zu hoch wären. Mein Anspruch ist in letzter Zeit sowieso mal wieder ganz schon hochgeschraubt.. =/

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  2. Hallo Sabine,
    schade, dass es Dir nicht so zugesagt hat, auch wenn ich Deine Begründungen verstehen kann. Ich fand das Buch toll, weil es für mich so eine frische Stimmung hatte und eben nicht so depressiv rüber kam. Allerdings hatte ich auch keine hohen Erwartungen an das Buch. Die Erwartung spielt doch immer eine große Rolle, wie einem ein Buch gefällt.
    Liebe Grüße
    Lilly

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    1. Ja - das mit den falschen Erwartungen ist bei mir häufiger ein Problem. Gerade wenn ein Buch von vielen gemocht wird, will ich natürlich, dass es mir auch gefällt - und leider ist es dann bei mir oft nicht so sehr ein Highlight.

      LG Sabine

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