[Rezension] Martin Witte - "Dämmerung"

Martin Witte - Dämmerung
Krimi

Verlag: Bookrix-Verlag
Covergestaltung: Vivian Tan Ai Hua
Bildmaterialien: © laszlolorik - Fotolia.com
ISBN-13: 978-3-7368-4200-7
Seiten: 204 Seiten
Erschienen: 24. September 2014

Zum Inhalt 
Im Wald wird die Leiche einer Frau gefunden, vergraben in der Erde in einem sargähnlichen Gebilde. Nur kurze Zeit später wird eine zweite Frauenleiche gefunden – enthauptet. Schon bald wird vermutet, die Frauen seien hingerichtet worden. Der Fallanalytiker Roman Sellberg hat einen Verdacht und kann die Hauptkommissarin Maike Wasmuth überzeugen, dass es eine Gruppe ist, die diese Hinrichtungen zu verantworten hat. Als dann auch noch Sellbergs Tochter verschwindet, beginnt ein Wettkampf gegen die Zeit.

Meine Meinung
Ganz unbedarft bin ich an diesen Krimi herangegangen und war deshalb auch sehr überrascht wegen des so aktuellen Themas, das in diesem Buch angesprochen wird. Ich würde daher empfehlen, den Klappentext nicht zu lesen, um ebenfalls diese Überraschung zu erleben, denn der verrät leider aus meiner Sicht schon viel zu viel.

Die Geschichte beginnt spannend direkt mit der ersten Leiche, bevor es dann erst mal zur Ermittlungsarbeit geht und man die ganze Mannschaft, die sich mit dem Fall beschäftigt, kennenlernt. Der Fallanalytiker Roman Sellberg und die Hauptkommissarin Maike Wasmuth bilden dabei den harten Kern und gerade Roman treibt die Ermittlungen auch wesentlich voran – sehr zum Leidwesen des leitenden Ermittlers, der die Theorien Romans nicht unterstützt, obwohl es sonst eigentlich keine richtigen Spuren gibt. Schnell merkt man als Leser, dass im Team einige Unstimmigkeiten herrschen und sich die Kollegen nicht alle grün sind – das aber löst sich erst im Weiteren auf. Als dann eine weitere Frauenleiche gefunden wird, lässt Roman von seinem Verdacht nicht los, und als dann auch noch seine Tochter verschwindet, ahnt er Böses.

Die erste Hälfte des Buches vergeht vor allem mit Ermittlungsarbeit und an manchen Stellen hätte ich mir doch mehr Spannung gewünscht. Die Themen, die angerissen werden, sind sehr interessant, hätten nach meiner Meinung aber intensiver behandelt werden sollen – so hätte ich gerne mehr Einblick in die Gedanken der Opfer gehabt, um sie besser verstehen zu können. Die zweite Hälfte, als Romans Tochter verschwindet, wird dann auch spannender, das Ende kommt dann leider sehr plötzlich, auch wenn es alle Fragen klärt. 

Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich locker und flott lesen. Die Charaktere sind gut gestaltet, hätten aus meiner Sicht aber mehr Tiefe vertragen können – denn Potential hätte die Geschichte dafür allemal gehabt. Mich hat der Krimi wirklich gut unterhalten und an einigen Stellen wegen des Themas auch nachdenklich gemacht, dennoch hätte ich mir einfach mehr Seiten gewünscht, um die Probleme und Figuren intensiver darzustellen und zu beleuchten, so dass man sich besser in sie hineinversetzen kann. So war mir leider vieles zu oberflächlich und schnell abgehandelt – trotzdem gebe ich dem Buch knappe 4 von 5 Sternen und bin gespannt auf weitere Bücher mit dieser Ermittlergespann.

Mein Fazit
Ein sehr interessanter Plot mit einem aktuellen Thema, das fesselt und auch nachdenklich macht – mit mehr Zeichnung der Figuren und mehr Einblick in die Geschichten der Opfer hätte mich dieser Krimi noch mehr überzeugen können – so war mir leider einiges zu oberflächlich behandelt. Trotzdem ist „Dämmerung“ ein vor allem in der zweiten Hälfte packender Krimi, den ich nicht aus der Hand legen wollte und der mich auch gut unterhalten konnte – ich gebe knappe 4 von 5 Sternen und bin gespannt auf weitere Fälle dieses Ermittlerduos. 


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