[Rezension] Amélie Nothomb - "Den Vater töten"

Amélie Nothomb - Den Vater töten
Gegenwartsliteratur

Verlag: Diogenes-Verlag
Umschlagillustration: Wolfgang Hartwig
ISBN-13: 978-3-257-06818-4
Seiten: 121 Seiten
Erschienen: 24. Juli 2013
Originaltitel: „Tuer le père“
Übersetzerin: Brigitte Große

Buchrückentext
„Norman behandelt den jungen Trickkünstler Joe wie einen Sohn. Doch Joe verliebt sich in Normans Frau, die Feuertänzerin Christina. In der Wüste von Nevada kommt es zur offenen Konfrontation – einer muss weichen. Eine schräge und hintersinnige Vater-Sohn-Geschichte.“

Meine Meinung
Es war mein erstes Buch der belgischen Autorin Amélie Nothomb, die im Moment ja sehr gelobt wird – leider muss ich aber sagen, dass mich zumindest dieses Buch nicht überzeugen konnte.

Dabei ist die Idee der Geschichte wirklich toll: Zwei Männer, die als Magiere und Zauberer der Fälschung verfallen sind, der eine aber immer mit dem Blick für das Gute im Menschen, der andere mit dem Ziel, den Menschen zu täuschen und zu betrügen. Beide buhlen um die gleiche Frau, doch gewinnen kann nur einer. Dieser Plot hat sicherlich viel Potential, mir aber haben dafür die 121 Seiten nicht gerecht. Vielleicht liegt es daran, dass ich bei dünnen Büchern sowieso immer schon sehr septisch bin, aber genau mein Vorurteil wurde in diesem Buch bestätigt. Die Geschichte kann sich nicht langsam entwickeln, genauso wenig wie die Charaktere – dafür hätte es einfach mehr Seiten gebraucht und genau das hat mir auch gefehlt.

Dabei kann die Autorin mit Worten gut umgehen – ich musste mich zwar erst an ihren prägnanten und direkten Schreibstil gewöhnen, dann aber hat er sich gut lesen lassen. Ausschweifende Beschreibungen gibt es nicht, Amélie Nothomb kommt direkt auf den Punkt, verliert dabei ihr Ziel nie aus den Augen.

Joe fand ich am Anfang noch sehr sympathisch, sicherlich aber auch, weil er mir einfach leid getan hat – im Laufe der Geschichte hat er dann aber eigentlich alle Sympathien verloren. Sein einziges Ziel ist zu täuschen und zu verletzen – und dabei ist es egal, ob es Fremde oder Vertraute sind. Dafür habe ich dann umso mehr Norman geschätzt, der nur eine Schwäche hat – nicht von Joe lassen zu können und das lässt ihn zu einem enttäuschten und verhärmten Mann werden.

Das Büchlein ist rasch durchgelesen, wird bei mir aber leider – trotz der tollen Idee – keinen anhaltenden Eindruck hinterlassen. Dafür ist die Geschichte zu kurzweilig und einfach zu schnell beendet. Sicherlich aber werde ich Amélie Nothomb noch eine weitere Chance geben – mal schauen, ob sie mich dann mehr überzeugen kann.


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