[Rezension] Lilli Beck - "Glück und Glas"

Lilli Beck - Glück und Glas
Roman

Verlag: Blanvalet-Verlag
Umschlaggestaltung: www.buerosued.de
Umschlagbild: Dr. Paul Wolff & Trischler /www.look-foto.de /Franz Marc Frei
ISBN-13: 978-3-764-50543-1
Seiten: 510 Seiten
Erschienen: 24. August 2015

Buchrückentext
„Am 7. Mai 1945 werden Marion und Hannelore in der Frauenklinik in der Münchner Maistraße geboren. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen stammen, wachsen sie wie Schwestern auf und sind unzertrennlich. Doch als Marion sich an ihrem zweiundzwanzigsten Geburtstag verliebt, zerbricht ihre Freundschaft. Während der Kalte Krieg immer mehr eskaliert, die Studenten auf die Straße gehen und die ersten Kommunen entstehen, trennen sich ihre Wege endgültig. Die widerspenstige Marion wird Fotomodel, hat großen Erfolg im Beruf, aber kein Glück in der Liebe. Hannelore studiert Jura, um Anwältin zu werden, doch das Leben hat andere Pläne mit ihr. Jahrzehnte später, am 7. Mai 2015, wollen sie ihren siebzigsten Geburtstag zusammen feiern – doch kann die Zeit alle Wunden heilen?“

Meine Meinung
Ich weiß nicht, warum ich so lange gezögert habe, dieses Buch zu lesen, wo mich doch Klappentext und Cover sehr angesprochen haben. Und jetzt muss ich sagen, dass ich mich ärgere, diesen wunderschönen Roman nicht eher verschlungen zu haben.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden Freundinnen Moon und Lore, die beide am 7. Mai 1945 geboren wurden und die - so unterschiedlich sie auch sind und so unterschiedlich auch ihre Herkunft ist – in ihrer Kindheit unzertrennlich sind. Doch irgendwann trennen sich ihre Wege - während Lore zunächst Jura studiert, dann aber doch heiratet und sich um ihre Mann und Kinder kümmert, wird Moon Fotomodel und erobert die Welt. Über 70 Jahre hinweg begleitet man die beiden durch Höhen und Tiefen – und doch wollen beide im Jahr 2015 ihren Geburtstag wieder gemeinsam feiern.

Ich war von den ersten Seiten an direkt verzaubert und sofort drin in der Geschichte, in der man die beiden Freundinnen vom Tag ihrer Geburt an begleitet. Es gibt gute Zeiten und schlechte Zeiten, mal wird die Geschichte aus Sicht Moons erzählt, mal aus der von Lore, es gibt gemeinsame Erinnerungen, aber auch Zeiten, in denen die beiden keinen Kontakt miteinander haben – aber zum Schluss finden sie dann doch wieder zusammen, und wenn ich das sage, verrate ich nicht zu viel, denn immer wieder sind auch Kapitel eingestreut aus dem Jahre 2015, in denen Moon auf Lore wartet, um den 70. Geburtstag mit ihr gemeinsam zu feiern und sie in Erinnerungen fällt. 

Die Geschichte liest sich sehr leicht und flüssig, der Schreibstil ist angenehm und konnte mich von Anfang an packen. Lilli Beck findet immer die richtigen Worte – egal, ob es um den kalten Krieg geht oder um die glamouröse Model-Welt. Sie schafft mit ihren Worten die immer passende Atmosphäre und konnte die verschiedenen Stimmungen der unterschiedlichen Zeiten sehr gut einfangen. 

Gefallen hat mir auch diese Zeitreise durch die deutsche Geschichte – natürlich war mir das alles nicht neu, aber es hatte im Zusammenhang mit den Erlebnissen der beiden Freundinnen einfach noch mal eine andere Wertigkeit. Und so intensiv und lebensnah alles erzählt wird, merkt man, dass in diesen Roman viele eigene Erlebnisse und Erfahrungen der Autorin eingeflossen sind.

Die Figuren sind alle sehr gut gestaltet und wirken so lebensnah und authentisch, dass ich sie beim Lesen stets vor Augen hatte. Und so unterschiedlich Lore und Moon auch waren, habe ich beide in mein Herz geschlossen. Zwar habe ich nicht immer ihre Gedanken und Handlungen verstanden oder auch nachvollziehen können – was aber sicherlich auch der Zeit geschuldet ist, in der sie gelebt haben und handeln mussten - trotzdem aber hatten beide das Herz am rechten Fleck, haben für das Leben, die Freundschaft und auch für das Glück gekämpft – und dabei schmerzlich erfahren müssen, wie leicht dieses auch zerbrechen kann. Ich habe die beiden gerne begleitet auf ihren spannenden, wenn auch nicht immer einfachen Lebenswegen und war am Ende des Buches traurig, die beiden nun verlassen zu müssen. 

Mein Fazit
Ein wunderbares Buch, in dem es nicht nur um die Freundschaft zweier ungleicher Frauen geht, sondern das auch eine Zeitreise ist durch 70 Jahre deutscher Geschichte. So ungleich die beiden Protagonistinnen auch waren, so schnell sind sie mir ans Herz gewachsen – und ich habe sie gerne begleitet auf ihren unterschiedlichen Lebenswegen. Spannend und fesselnd von der ersten Seite an, ist es auch im Laufe des Buches nie langweilig geworden – ganz im Gegenteil: ich wollte wissen, wie es weitergeht und habe das Buch kaum aus der Hand legen können. Nur am Ende war ich dann traurig, nicht wegen der Geschichte, sondern weil ich die beiden mir liebgewonnenen Charaktere nun verlassen musste – von meiner Seite gibt es für dieses tolle Buch 5 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Kommentare:

  1. Hallo Sabine,
    ganz frisch hier auf deinem Blog mag ich nicht nur als Leserin bleiben, sondern habe auch etwas gestöbert. Mit diesem Buch haben wir eine Gemeinsamkeit. Auch mir hat es sehr gut gefallen.
    Steffi hat mich auf deinen Blog gebracht. Den letzten Donnerstag geäußerten Wunsch, "Tanz auf Glas" in einer Leserunde zu lesen, wäre schon die zweite Gemeinsamkeit und ich hoffe, wir sehen uns spätestens in dieser Runde. ;-)
    Dann wären da noch "Die dunklen Mauern von Willard State" - Steffi hat mir die Tage eine Nachricht hinterlassen, dass im Januar eine Leserunde dazu stattfinden soll ?! Wenn ich mit meinem Stapel, der unbedingt gelesen werden will, durch bin, wäre ich gern dabei. ;-)
    Liebste Grüße,
    Hibi

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    1. Huhu Hibi,
      das freut mich, das es dir auf meinem Blog gefällt und noch mehr dass du dich bei unseren Leserunden anschließen willst. Ich habe dich auch schon eingetragen - den Post zu der jeweilgen Leserunde werde ich jeweils ein/zwei Tage vor Beginn online stellen.
      Ich freue mich schon - und jetzt gehe ich mal bei dir stöbern!
      Liebe Grüße
      Sabine

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