[Rezension] Mitch Albom - "Ein Tag mit dir"

Mitch Albom - Ein Tag mit dir
(Buch auch erhältlich unter dem Titel „Nur ein Tag noch“)
Roman

Verlag: Goldmann-Verlag
Umschlaggestaltung: Design Team München
Umschlagillustration: Franziska Biermann / auserlesen - ausgezeichnet
ISBN-13: 978-3-442-46843-0
Seiten: 237 Seiten
Erschienen: 10. November 2008

Buchrückentext

„Chick Benetto hat alles verloren, woran sein Herz hing. In einem Moment tiefster Verzweiflung stürzt er sich von einem alten Wasserturm in die Tiefe. Doch wie durch ein Wunder überlebt er – und traut seinen Augen nicht, als er seiner verstorbenen Mutter Posey gegenübersteht. Einen Tag gewährt das Schicksal den beiden, einen Tag, um all das nachzuholen, was sie ein Leben lang versäumt haben. Und Chick begreift nicht nur, was seine Mutter aus Liebe zu ihm alles auf sich genommen hat, es gelingt ihm auch, Frieden zu schließen mit sich und seiner Vergangenheit.“

Meine Meinung
Nachdem mich „Dienstags bei Morrie“ absolut begeistert und vor allem auch nachdenklich gemacht hat, war ich natürlich neugierig auf andere Bücher des Autors. Auch wenn mich das Cover nicht wirklich angesprochen hat, versprach der Klappentext doch eine berührende Geschichte. 
Nur leider hat sie mich nicht richtig in ihren Bann ziehen können, nicht richtig berühren können. Und ich kann nicht mal sagen, woran es eigentlich gelegen hat. 

Die Idee ist toll und auch die Art, wie die Geschichte aufgebaut ist, hat mir gefallen. Es gibt viele Rückblenden in die Kindheit von Chick, dem Mann, der durch seinen gewählten Freitod erst mal einen Tag mit seiner bereits seit Jahren verstorbenen Mutter geschenkt kriegt. Und durch diese Rückblenden lernt man nicht nur Chick besser kennen, sondern auch seine Mutter. Erzählt wird aber natürlich auch von dem geschenkten Tag, den Chick mit seiner Mutter verbringt – und obwohl nichts „großes“ passiert, ist der Tag doch so wichtig für ihn, öffnet er doch Chicks Augen, so dass er seine Mutter in ganz anderem Licht sehen kann.

Ich kann nicht sagen, dass mir Chick sonderlich sympathisch war, dafür war er mir einfach zu blass, zu wenig aktiv und zu abhängig in seinen ganzen Entscheidungen von anderen Personen, aber er entwickelt sich in der Geschichte und das hat mir gefallen. Die eigentliche Heldin des Buches ist für mich Chicks Mutter, die sich in ihrem Leben immer für ihre Kinder eingesetzt hat und gegen alle Widrigkeiten gekämpft hat – und das mit Freude und ohne Wehmut auf ein verlorenes „eigenes“ Leben.

Und trotzdem konnte mich das Buch nicht richtig berühren, obwohl es viele schöne Botschaften beinhaltet und einige schöne Sätze liefert. Ich fühlte mich nicht als Teil der Geschichte, sondern eher als Außenseiter – vielleicht auch weil ich mich nicht mit Chick identifizieren konnte und viele seine Handlungen nicht verstanden habe und nicht nachvollziehen konnte.

Der Schreibstil dagegen hat mir sehr gut gefallen – er ist angenehm zu lesen, sehr lebendig und oft auch humorvoll, so dass die Seiten rasch dahingeflogen sind. Nur leider hat mich das Buch nicht nachhaltig beeindruckt.

Dennoch aber mochte ich die Botschaft des Buches – Verständnis für den anderen zu haben, jedem eine eigene Wahrheit zuzugestehen und Fehler nicht immer nur bei den anderen zu suchen. Vielleicht war es einfach der falsche Zeitpunkt für dieses Buch – ich werde den Autor aber weiter verfolgen, denn sein Schreibstil und seine Idee haben mir gut gefallen.


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