[Rezension] Charlotte Link - "Der Verehrer"

Charlotte Link - Der Verehrer
Spannungsroman

Verlag: Goldmann-Verlag
Umschlaggestaltung: Design Team München
Umschlagfoto: Wolf Huber
ISBN-13: 978-3-442-44254-6
Seiten: 511 Seiten
Erschienen: November 1998

Buchrückentext
„Als in einem Waldstück die Leiche einer erst kürzlich ermordeten jungen Frau gefunden wird, stehen die Polizei und die Angehörigen der Toten vor einem Rätsel. Denn die Frau galt seit sechs Jahren als spurlos verschwunden. Erst der Telefonanruf einer ehemaligen Urlaubsbekanntschaft liefert den ersten Anhaltspunkt für die Ermittlungen…“

Meine Meinung
Wieder ein gelungener Spannungsroman von Charlotte Link, der sicher nicht lange nachhallen wird, mich dafür aber gefesselt und gut unterhalten hat.

Der Anfang ist spannend und die Ereignisse überschlagen sich. Zunächst weiß man als Leser nicht, wie die verschiedenen Handlungsstränge zusammenhängen, das aber erschließt sich dann im Laufe der weiteren Geschichte. In dem einen Handlungsstrang wird eine Frau brutal ermordet im Wald aufgefunden – Polizei und Angehörige tappen im Dunklen, denn Anna galt seit Jahren als verschwunden. In dem anderen Handlungsstrang begeht eine junge Frau Selbstmord und springt aus dem Fenster. Zeugin davon wird Leona, die sich schon bald mit dem Bruder der Toten anfreundet. Doch dem Leser ist rasch klar, dass ihr Verehrer bei weitem nicht so harmlos ist wie er sich gibt.

Nach einem wirklich spannenden Einstieg wird die Geschichte zunächst etwas ruhiger – Leona und ihr Verehrer kommen sich näher und werden dann auch bald ein Paar. Doch als Leser merkt man schon bald, dass der Verehrer längst nicht so harmlos ist, wie er scheint – und tatsächlich entwickelt er sich bald zu einem wahren Psychopathen. Doch der ruhige Teil der Geschichte hält gar nicht lange an – und selbst hier war es zu keinem Zeitpunkt langweilig - bald schon steigt die Spannung wieder an und steigert sich kontinuierlich, um dann in einem wirklich rasanten und überraschenden Finale zu münden.

Toll fand ich vor allem, dass die Autorin zu fesseln weiß, obwohl der Leser ja von Anfang an den Mörder kennt. Ich auf jeden Fall konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so spannend fand ich es. Das lag sicherlich auch an den beiden parallel laufenden Handlungssträngen, die die Spannung nochmal erhöht haben und erst weit am Ende dann geschickt zusammenlaufen. 

Die Charaktere sind alle gut gezeichnet, und man erfährt viel über die Hintergründe und Motive der Protagonisten, warum sie wie gehandelt haben. Leona macht dabei in der Geschichte eine (fast schon übertriebene) Entwicklung durch – ist sie zu Beginn noch eine eher unscheinbare und spießige Ehefrau, entwickelt sie sich zu einer selbstbewussten und mutigen Frau, die die Dinge selber in die Hand nimmt und beherzt anpackt. Sie ist mir nicht unbedingt ans Herz gewachsen, dennoch aber ist sie sympathisch und ich habe mit ihr mit gefiebert – gerade im letzten Drittel, wo die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt und es einige brenzlige Situationen gibt.

Der Schreibstil ist eher einfach gehalten, lässt sich dafür aber angenehm und leicht lesen. Außerdem hat mir die Mischung aus Beschreibungen – nicht nur von Menschen, Landstrichen sondern auch von alltäglichen Begebenheiten – und Dialogen gut gefallen – so war das Buch lebendig und zu keinem Zeitpunkt langatmig.

Es ist vielleicht nicht das beste Buch der Autorin, mich aber hat die Geschichte gepackt und gefesselt und einfach gut unterhalten. Vielleicht kein Buch, das lange nachhallt, dass mir aber spannende Lesestunden geschenkt hat.

Mein Fazit
Die Geschichte um Leona, die einen neuen Verehrer hat, der sich schon bald als Psychopath entpuppt, hat mich wirklich gefesselt und vor allem gut unterhalten. Der angenehme und leicht zu lesende Schreibstil hat die Seiten nur so dahinfliegen lassen, die sich stetig steigernde Spannung hat auf mich fast schon eine Sogwirklung gehabt. Ich habe durch das Buch wirklich spannende Lesestunden gehabt und kann es „für zwischendurch“ auf jeden Fall empfehlen. Von meiner Seite gibt es gute 4/5 Sternen.


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