[Rezension] Leah Fleming - "Schiff der tausend Träume"

Leah Fleming - Schiff der tausend Träume
Historischer Roman

Verlag: Fischer-Verlag
Umschlaggestaltung und -abbildung: bürosüd°, München
ISBN-13: 978-3-596-19475-9
Seiten: 627 Seiten
Erschienen: 2. März 2012

Buchrückentext
„Als sie an Bord der ›Titanic‹ gehen, sind sie durch Stand und Herkunft getrennt: die Auswanderin May und die reiche Celeste. Als das Schiff sinkt, werden ihre Schicksale für ihr ganzes weiteres Leben verbunden. Denn aus den Fluten retten sie ein kleines Mädchen. Sein Geheimnis wird die Zukunft dreier Generationen prägen - von New York über England bis zu den Hügeln der Toskana…“

Meine Meinung
Mit wenigen Erwartungen bin ich an diese Geschichte herangegangen und wurde positiv überrascht. Denn „Das Schiff der tausend Träume“ ist ein unterhaltsames Familienepos über mehrere Generationen mit interessanten Geheimnissen, unerwarteten Verstrickungen und überraschenden Wendungen, das zudem noch Einblick gibt in das Leben des 20. Jahrhunderts in England und Amerika.

May und Celeste sind zwei völlig unterschiedliche Frauen, und doch entwickelt sich zwischen ihnen eine tiefgehende Freundschaft. Denn sie beide verbindet das Schicksal des Untergangs der Titanic, sie gehören zu den Überlebenden, genauso wie die kleine, gerade mal 6 Monate alte Ella, die in letzter Sekunde aus den Fluten gerettet wurde. Während die Auswanderin May in England versucht, sich ein neues Leben aufzubauen, bleibt die vermögende Celeste zunächst bei ihrem gewalttätigen Ehemann in Amerika. Doch die beiden Frauen bleiben in Kontakt und es braucht einige Zeit, bis Celeste sich zur Flucht entscheidet.

Die Geschichte ist fesselnd und liest sich sehr flüssig durch einen zwar einfachen, aber sehr angenehm zu lesenden Schreibstil. Trotz der knapp 700 Seiten ist das Buch zu keinem Zeitpunkt langweilig oder langatmig. Beschreibungen tauchen nur in solchen Maaßen auf, wie sie für die Geschichte notwendig sind, eher lebt das Buch durch die vielen unerwarteten Wendungen und zum Teil aber auch vorhersehbaren Ereignisse, die May und Celeste in dem fast 50 Jahren umfassendem Zeitraum, in dem das Buch spielt, erleben dürfen. Manches ist wirklich ungeheuerlich, manches vielleicht auch ein wenig übertrieben – nie aber ist es langweilig in dem Leben der beiden Freundinnen.

So verschiedenen die beiden auch sind, habe ich sie doch beide ins Herz geschlossen. Celeste, die wie aufgerüttelt erscheint und endlich ihr Leben selbst in die Hand nimmt, dabei Schmerz und Leid erfahren muss und dennoch den Kampf nicht aufgibt, ganz im Gegensatz zu May, die eher zurückhaltend und überlegt wirkt, aber immer wieder mit sich hadert, weil sie sich eine in der Not getroffene Entscheidung nicht verzeihen kann. Es gibt natürlich noch weitaus mehr Charaktere in der Geschichte, die alle gut gezeichnet sind und auch ein Bild der damaligen Zeit wiederspiegeln.

Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die in Amerika, in Italien und in England spielen und auch wenn man als Leser früh weiß, wie die Verbindungen sind, fand ich es doch spannend zu sehen, wie die Autorin die Fäden zum Schluss zusammenführt. Und auch wenn sie sich hier einiger vielleicht auch unglaubwürdiger Zufälle bedient, fand ich die Lösung doch schlüssig und habe das Buch am Ende mit einem zufriedenen und guten Gefühl im Bauch zugeschlagen.

Mich hat dieser Schmöker gut unterhalten, die Geschichte ist genau das Richtige für Zwischendurch, eher leichte Kost, die nicht lange nachhallt, die aber für den Augenblick gut unterhält. Wer tiefgründige Literatur sucht, wird von diesem Buch enttäuscht sein, wer aber einfach nur abtauchen will in eine andere Zeit und einen anderen Ort, dem könnte diese Familiengeschichte gut gefallen.

Mein Fazit
Eine unterhaltsame Familiengeschichte mit vielen Ereignissen und Wendungen, die sich leicht und flüssig lesen lässt und mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt hat. Auch wenn einiges in der Geschichte vorhersehbar ist, hat mich das Buch doch gefesselt. Ich habe die sympathischen Protagonistinnen gerne begleitet und ganz nebenbei auch noch eine Menge über die damalige Zeit lernen können. Wer einen schönen Schmöker sucht, der fesselt und entspannte Lesestunden schenkt, der ist mit diesem Buch sicherlich gut beraten – eine tiefgründige Geschichte sollte man hier aber nicht erwarten. Von meiner Seite gebe ich 4/5 Sternen und werde die Autorin weiter im Auge behalten.


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