[Rezension] Katharina Hagena - "Der Geschmack von Apfelkernen"

Katharina Hagena - Der Geschmack von Apfelkernen
Gegenwartsliteratur

Verlag: GoyaLiT
Coverdesign: Barbara Thoben, Köln
Umschlagmotiv: © akg-images
ISBN-13: 978-3-833-72118-8
Dauer: 4 CDs, 300 min.
Erschienen: 27. März 2008
Sprecherin: Maren Eggert

Zum Inhalt 
„Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Großmutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Viele Jahre lang hat Iris das Haus ihrer Großmutter nicht mehr betreten. Als sie es überraschend erbt, geht sie vorsichtig von Raum zu Raum und spürt den Geschichten nach, die es erzählt. Sie handeln von Freundschaft, Liebe, Altern und dem rätselhaften Tod ihrer Kusine Rosmarie.“

Meine Meinung
Von all den positiven Rezensionen angesteckt wollte ich dieses Buch unbedingt lesen bzw. hören. Und leider kann ich die ganzen positiven Stimmen nicht teilen, denn mich konnte die Geschichte nicht packen – ich fand sie wirr, langatmig und ohne roten Faden.

Die Idee des Romans – eine Frau erbt ein Haus und fällt beim Durchgehen ihres Erbes in Erinnerungen an vergangene Zeiten – ist zwar nicht neu, dennoch spricht sie mich an. Doch in dieser Geschichte hat mir der rote Faden gefehlt. Die Erinnerungen waren für mich viele kleine Episoden, in denen verschiedenste Personen mal eine größere oder kleinere Rolle spielten. Mich hat das verwirrt, zumal es die Autorin nicht geschafft hat, die vielen verschiedenen Fäden irgendwie zusammenlaufen zu lassen.

Es geht um verschiedene Themen, jedes wird aber nur ein bisschen angerissen: eine Liebesgeschichte, die Freundschaft unter Kindern, die demenzkranke Großmutter, Kriegserlebnisse, eine lesbische Beziehung. Jedes hätte für sich einen ganzen eigenen Roman ausfüllen können, so aber sind es alles nur Blitzlichter, eben Erinnerungen, die aber kaum zusammenhängen und wirklich nur angerissen bleiben. Auf das angedeutete Geheimnis um einen rätselhaften Tod habe ich zudem lange gewartet – und fast hätte ich es verpasst, so langatmig und ohne Spannung war es in der ganzen Geschichte verborgen. Und leider konnte mich dann auch die Auflösung so gar nicht begeistern.

Auch die einzelnen Charaktere sind mir beim Hören merkwürdig fremd geblieben, zu keinem habe ich einen Draht bekommen – weder zu Iris, der sich erinnernden Protagonisten, noch zu ihrer Großmutter, ihren Cousinen oder einer der anderen Personen. Gerade Iris habe ich nicht zu packen bekommen – sie ist gesichts- und alterslos geblieben, wirr in ihren Gedanken und Erinnerungen und in ihren Handlungen für mich fremd und nicht nachvollziehbar.

Leider fand ich auch die Sprecherin Maren Eggert nicht passend gewählt – sie hat eine sehr jugendliche Stimme, die ich zwar nicht unangenehm fand, die mich aber nicht zu fesseln vermochte. Und so ist dieses Hörbuch irgendwie an mir vorbeigerauscht – ohne Spannung, ohne eine fesselnde Handlung und vor allem ohne roten Faden. Meins war es daher leider nicht und bestimmt werde ich die Handlung schon bald vergessen haben. 

Mein Fazit
Ein zwar leicht hörbares Buch, durch einen einfachen Schreibstil, aber leider auch ohne Spannung, denn es fehlt der rote Faden, der eine Verbindung herstellt zwischen den vielen, leider eher verwirrenden als denn fesselnden Erinnerungen der Protagonistin. Mich hat das Hörbuch gelangweilt und noch einmal werde ich es sicherlich nicht hören. Dabei mag ich eigentlich ruhige Geschichten, aber diese plätscherte einfach zu seicht vor sich hin, die Charaktere konnten mich nicht packen und zu viele Themen wurden angerissen, aber dann leider auch wieder fallengelassen. Schade. 


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