[Rezension] Irina Korschunow - "Ebbe und Flut"

Irina Korschunow - Ebbe und Flut
Roman

Verlag: btb-Verlag
Umschlaggestaltung: Design Team München
Umschlagabbildung: AKG; Berlin
ISBN: 3-442-72173-3
Seiten: 283 Seiten
Erschienen: 1. Juli 1997

Buchrückentext
„Ein Hotel auf der Düne, das ist Jakob Nümanns Traum. Eine Reihe von Zufällen macht aus dem Traum Wirklichkeit. Im Frühjahr 1923 strömen die ersten Gäste vom Festland in sein nobles „Bellevue“. Der Aufstieg beginnt, und die schöne Jüdin Sophia macht sein Glück vollkommen. Doch das Glück ist nicht von Dauer: Sophia muss nach Amerika fliehen, der Krieg nimmt Jakob den Sohn, die reichen Gäste bleiben aus …“


Meine Meinung
So ansprechend ich das Cover auch fand und so neugierig mich die gelesenen positiven Rezensionen auch gemacht haben - mich hat dieses Buch leider nicht überzeugen können.

Dabei hätte die Geschichte Potential gehabt: Jakob Nümann kommt in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts durch eine Krankheit auf eine norddeutsche Insel und schafft es dort, seinen Traum – ein eigenes Hotel in den Dünen – zu verwirklichen. 

Als Leser begleitet man Jakob in einem großen Teil seines Lebens, erlebt mit ihm das Auf und Ab seiner Ehen, die Höhen und Tiefen in seinem Hotel und natürlich auch die Auswirkungen des Krieges, der auch vor der Insel nicht Halt gemacht hat. 

Was mich sehr gestört hat beim Lesen ist der Schreibstil der Autorin. Ich habe ihn als kalt, distanziert und sehr trocken empfunden, so dass ich weder eine Beziehung zu den Charakteren aufbauen konnte noch mich in das Inselleben einfühlen konnte. Es wird alles sehr lieblos erzählt – oder vielmehr berichtet, denn über große Strecken hatte ich eher das Gefühl, einen Bericht und nicht einen Roman zu lesen. Und so habe ich in die Geschichte einfach nicht reingefunden. Der Protagonist Jakob ist mir stets fremd geblieben, ihn und seine Handlungen konnte ich meist nicht verstehen, aber auch andere Figuren – seine Ehefrauen oder seine Kinder – blieben mir fern und distanziert – und das nicht, weil sie schlecht oder flach gezeichnet sind, sondern weil ich mich beim Lesen immer als Außenstehender gefühlt habe, ausgeschlossen vom Geschehen und nicht als Teil der Geschichte.

Dazu kommt noch, dass die Geschichte selber nicht sonderlich spannend ist und mich leider gar nicht fesseln konnte. Die Dinge geschehen und werden berichtet – so war mein Empfinden beim Lesen. Schade. Mich konnte Irina Korschunow leider nicht überzeugen und ob ich einen weiteren Roman von ihr lesen werde, ist im Moment eher fraglich. Damit will ich nicht sagen, dass das Buch schlecht ist, nur mich haben Schreibstil und Geschichte leider weder ansprechen noch fesseln können.


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