[Rezension] Francoise Dorner - "Die letzte Liebe des Monsieur Armand"

Francoise Dorner - Die letzte Liebe des Monsieur Armand
Gegenwartsliteratur

Verlag: Diogenes-Verlag
Umschlagillustration: Sempé (Ausschnitt)
ISBN-13: 978-3-257-06603-6
Seiten: 138 Seiten
Erschienen: August 2007

Buchrückentext 
„Armand, Philosoph im Ruhestand, glaubt das Leben hinter sich zu haben. Auch Pauline, 20, denkt, sie kenne es. 50 Jahre trennen die beiden, und doch ergeht es ihnen gleich: Sie waren allein in der Stadt der Liebe, bevor sie einander trafen. Nicht um Sex und nicht nur um Freundschaft geht es in ihrer Begegnung, wohl aber um die Wiederentdeckung der Lebensfreude.“

Meine Meinung
Ein kleines Büchlein, das nicht lange braucht, gelesen zu werden, dennoch aber mit außergewöhnlichen Charakteren und einer Geschichte, die noch lange nachhallt.

Mich hat dieses Buch von der ersten Seite an gefesselt – nicht, weil es eine spannende Geschichte ist, sondern weil mir die Charaktere so gut gefallen haben. Gleich zu Beginn lernt man die beiden Protagonisten kennen: Den vereinsamten Rentner Monsieur Armand, der zu als Philosoph Schülern das Leben zu erklären versuchte und der jetzt mit seinem eigenen nichts mehr anzufangen weiß und die 20jährige Pauline, die sich nichts sehnlicher wünscht als eine eigene Familie und diese auf etwas eigentümliche Weise sucht. Die beiden lernen sich zufällig kennen und schaffen es, sich gegenseitig Mut zuzusprechen, ohne dass dabei viele Worte fallen. Sie öffnen sich gegenseitig die Augen vor dem, was zählt und dennoch ist es nur ein zartes Band, das die beiden verbindet. 

Mich hat diese wenn auch kurze Geschichte sehr beeindruckt und immer noch hallt sie nach in mir. So einfach sie zunächst auch scheint – eine Freundschaft zwischen jung und alt, in dem der eine von den Erfahrungen des anderen lernt – ist es aus meiner Sicht nicht. Und je mehr ich nachdenke, umso mehr neue Perspektiven eröffnen sich mir. 

Dabei kommt die Geschichte gar nicht so tiefgründig daher: Sie ist in einem einfachen Schreibstil geschrieben, der sich leicht und rasch lesen lässt. Dabei musste ich oft schmunzeln über wirklich komische Situationen und skurrile Szenen. Und dennoch ist die Geschichte auch sehr feinsinnig, tiefgründig und detailverliebt – aber das halt erst auf den zweiten Blick. 

Auch wenn die Charaktere nur grob ausgearbeitet sind – mehr ist in einem so kurzen Buch kaum möglich – sind sie doch sehr gut angelegt und lassen dem Leser selber Raum, sie auszufeilen und sich vorzustellen. Ich habe gerade Monsieur Armand sehr gerne gemocht, seine Gedanken gut nachvollziehen können und hätte ihn in seiner hilflosen und manchmal tollpatschigen Art oft gerne in den Arm genommen. Umso erstaunter war ich über das Ende, das ich so nicht erwartet habe, dennoch aber passend ist und das Buch zu einem runden Abschluss bringt.

Mein Fazit
Ein kleines, aber feines Büchlein über zwei unterschiedliche Menschen, die zwar Jahre voneinander trennen, sich aber gegenseitig Mut machen und das Leben wieder lebenswert erscheinen lassen. Rasch hatte ich dieses gut zu lesende Büchlein beendet, aber immer noch hallt es nach und lässt mich nachdenken über menschliche Beziehungen und deren Wert im heutigen Leben. Ich kann dieses Buch auf jeden Fall empfehlen und kann mir gut vorstellen, es beizeiten noch einmal zu lesen.


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