[Rezension] Thommie Bayer - "Aprilwetter"

Thommie Bayer - Aprilwetter
Gegenwartsliteratur

Verlag: Piper-Verlag
Umschlaggestaltung: R.M.E
Umschlagabbildung: Mikkio kato (Hintergrund) und Neubauwelt (Baum)
ISBN-13: 978-3-492-05163-7
Seiten: 218 Seiten
Erschienen: 1. Februar 2009

Buchrückentext
„Daniel, Benno und Christine – drei Liebende, ein Betrogener. Es scheint die klassische Situation, in der es Benno schon bald nicht mehr aushält. Er flieht ans andere Ender der Welt. Bis sich ihm nach Jahren eine zweite Chance eröffnet.“

Meine Meinung
Ich liebe die Bücher von Thommie Bayer, der es immer wieder geschafft hat, mich mit seinem Schreibstil einzufangen und in die Geschichte einzusaugen – nur diesmal hat es leider nicht so gut funktioniert.

Ich fand die Geschichte anfangs verwirrend, denn sie wird in Rückblenden erzählt, und ich hatte manches Mal Probleme, herauszufinden, in welcher Zeit ich mich gerade befand. Als ich dann aber die Hauptcharaktere einmal sortiert hatte, war das dann auch kein Problem mehr. Es geht um eine klassische Dreiecksbeziehung: Benno und Daniel sind beide in Christine verliebt, bis Benno es nicht mehr aushalten kann und sich aus dem Staub macht. Es vergehen Jahre, bis sich die drei wiedersehen – Daniel und Christine sind ein Paar und Benno – der sich jetzt Ben nennt – ist immer noch auf der Suche nach sich selbst.

Irgendwie hat mich die Geschichte einfach nicht gepackt, dabei bietet sie genug Potential, denn es geht nicht nur um unglückliche Liebschaften, sondern auch um innige Freundschaften – und wie schnell diese zerstört werden können. Ben als Protagonist ist ein wunderbar gezeichneter Charakter und war mir beim Lesen durchaus sympathisch, auch wenn ich ihn nicht in allen Dingen verstehen konnte, aber er ist sehr emotional und mit seinen – manchmal merkwürdigen Entscheidungen – einfach menschlich. Daniel und Christine – die beiden anderen Hauptfiguren – schienen mir dagegen blasser, waren mir zwar nicht unsympathisch, sind mir aber dennoch beim Lesen irgendwie fremd geblieben. 

In dem Buch geht es aber nicht nur um Beziehungen, sondern auch um Musik, denn Daniel und Ben haben gemeinsam Musik produziert und das auch sehr erfolgreich. Beim Lesen wird viel von dieser Zeit erzählt – auch über verschiedene Gitarren gefachsimpelt. Mir war das zu speziell und diese Abschnitte konnten mich leider gar nicht fesseln. Was aber gut rüberkam, war die Liebe zur Musik, was sie bei Benno und Daniel auslöst und wie wichtig sie in deren beiden Leben war.

Wieder mal toll war der Schreibstil des Autors – er ist sehr einnehmend, dabei gut lesbar und schafft eine ganz besondere Stimmung, die wunderbar zur Geschichte passt. Die Atmosphäre ist ruhig, oft auch traurig und melancholisch – aber das hat mich nicht gestört, denn sie passt einfach wunderbar zum Geschehen.

Mein Fazit
Wiedermal hat der Autor mit seinem Schreibstil eine einzigartige Atmosphäre geschaffen und mich damit überzeugen können – nur in die Geschichte selber bin ich irgendwie nicht reingekommen. Vielleicht lag es an dem Thema Dreiecksbeziehung, vielleicht auch an den vielen Fachsimpeleien über Musik und Gitarren – ich weiß es nicht. Was ich aber weiß, dass Thommie Bayer schreiben kann, und so werde ich sicher weitere Bücher von ihm lesen. Aber diesem hier gebe ich leider nur 3,5/5 Sternen. 


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