[Rezension] Rita Falk - "Hannes"

Rita Falk - Hannes
Gegenwartsliteratur

Verlag: Der Audio Verlag
ISBN-13: 978-3-862-31171-2
Dauer: 4 CDs, 267 min
Erschienen: 1. April 2012
Sprecher: Johannes Raspe

Hörbuchrückentext
„Nach einem schweren Unfall liegt Hannes im Koma. Niemand glaubt an sein Erwachen. Nur sein bester Freund Uli versucht mit allen Kräften, Hannes zurück ins Leben zu holen. Täglich besucht er ihn und schreibt ihm Briefe, um ihn weiter an seinem Leben teilhaben zu lassen. Doch bald entwickelt Uli einen unbändigen Zorn: auf die seelenlose Apparatemedizin und hilflose Ärzte, auf Hannes’ Eltern, die in Selbstmitleid versinken, und auch auf Hannes, der einfach nicht aufwachen will. Ein bittersüßer Roman über Freundschaft und Tod. Über das Festhaltenwollen. Und über die Kraft und Schönheit des Lebens.“

Meine Meinung
Nach Cover und Klappentext hatte ich ganz andere Vorstellungen von diesem Buch und trotzdem wurde ich nicht enttäuscht, sondern positiv überrascht!

Das Buch ist in Briefform verfasst, Briefe, die Uli seinem besten Freund Hannes schreibt, um ihn auf dem Laufenden zu halten, ihn an seinem Leben teilhaben zu lassen – denn Hannes liegt nach einem Motorradunfall im Koma.

Es geht in diesem Hörbuch um viele Themen – Freundschaft ist da sicherlich ein ganz zentrales, aber auch der Umgang mit Koma-Patienten, das Thema Tod und Sterben und das Problem des Überlebens als Freund und Angehöriger werden auf eine ganze eigene, berührende Art angesprochen.

Aber auch Alltäglichkeiten wie Geschichten aus dem Arbeitsleben, Sportergebnisse oder Treffen mit Freunden werden erzählt und machen dieses Hörbuch zu einem schönen Mix aus ernsten, aber auch humorvollen und witzigen Themen. Zwar war die Geschichte an einigen Stellen wirklich sehr berührend und traurig, dann aber oft auch witzig und zum Schmunzeln – gerade diese Mischung hat mir sehr gut gefallen und dem Buch die zunächst erahnte Schwere genommen. Dennoch macht es nachdenklich, denn gerade das Ende hat mich doch sehr berührt.

Die Sprache ist sehr jugendlich und umgangssprachlich, passend zu den Gedanken und auch Themen eines Mannes Anfang 20. Damit hatte ich zunächst zwar etwas Probleme, doch nach kurzer Zeit hatte ich mich „reingehört“ und konnte mich gut in Uli mit seinen Gedanken und Gefühlen hineinversetzen. Dazu hat sicherlich auch der Sprecher Johannes Raspe beigetragen, der eine jugendliche Stimme besitzt, die wunderbar zu Uli passt und der das Hörbuch sehr lebensnah und lebendig vorgetragen hat – ich zumindest hatte Uli stets vor Augen, wie er bei Hannes sitzt und ihm aus seinem Leben erzählt.

Mein Fazit
Eine tolle Mischung aus ernsten Themen und alltäglichen Geschichten, die einen zwar nachdenklich stimmt, oft aber auch zum Lachen bringt. Eine Hommage an die Kraft der Freundschaft und an das Leben – und wie schwer es ist, geliebte Dinge loszulassen. Ein Buch, nicht nur für jugendliche Leser, sondern für alle Altersgruppen, wenn man sich auf den umgangssprachlichen, aber zum Protagonisten passenden Schreibstil, einlassen kann.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentare: