[Rezension] Brenda Joyce - "Kates Geheimnis"

Brenda Joyce - Kates Geheimnis
Roman

Verlag: Weltbild
Umschlaggestaltung: Atelier Seidel – Verlagsgrafik, Teising
Umschlagmotiv: plainpicture, Hamburg (© whatapicture)/Atelier Seidel – Verlagsgrafik, Teising
ISBN-13: 978-3-863-65800-7
Seiten: 638 Seiten
Erschienen: 2012

Buchrückentext 
„Jill Gallagher, von Beruf Tänzerin am Broadway, ist mit ihrem Verlobten Hal Sheldon, dem Sohn eines englischen Lords, zu einem Wochenendausflug außerhalb von New York unterwegs. Während der Autofahrt verliert Jill plötzlich die Kontrolle über den Wagen und sie schleudern an einen Baum. Hal stirbt in ihren Armen und seine letzten Worte lauten:“Ich liebe dich … Kate“. Jill ist völlig verzweifelt und verwirrt. Wer ist Kate?“

Leseeindruck
Der Klappentext hat mich sehr angesprochen und ich hatte schon einige gute Stimmen über dieses Buch gehört – mich hat es zwar ganz gut unterhalten, aber richtig überzeugen konnte mich dieser Roman leider nicht.

Man ist direkt drin in der Geschichte und es beginnt interessant und auch spannend. Doch leider konnte die Autorin diese Spannung nicht über das ganze Buch halten oder sogar steigern. Immer wieder gab es Kapitel, die ich eher langatmig fand und in denen thematisch immer wieder das gleiche gesagt wurde. Dann aber wieder gab es auch Kapitel, die fesselten und sehr spannend waren. 

Die Geschichte spielt in der Gegenwart, doch die Protagonistin Jill versucht, ein Geheimnis aufzudecken. Und ihre Spuren führen in die Vergangenheit in das frühe 20. Jahrhundert. Es tauchen daher in der Geschichte immer wieder Abschnitte auf, die eben genau zu dieser Zeit spielen. Zwar lese ich gerne Bücher, in denen es verschiedene Handlungsstränge zu verschiedenen Zeiten gibt, hier jedoch fand ich die Umsetzung nicht gelungen. Gerade die Passagen der Vergangenheit, die nur einen geringen Teil des ganzen Romans ausmachen, waren oft sehr langatmig – auch wenn sie zur Geschichte beigetragen und eigentlich auch wichtig waren.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach, dadurch fliegen zwar die Seiten rasch dahin, doch ansprechend fand ich ihn leider nicht. Auch die Charakterzeichnung fand ich sehr flach, gerade mit der Protagonistin Jill wurde ich einfach nicht warm. Ihr ständiges Hin und Her fand ich sehr anstrengend, ihr unablässige Hadern, wer denn nun Freund oder Feind ist, sich aber dennoch immer wieder auf genau diese Personen einzulassen, nicht glaubwürdig. Auf mich wirkt sie oft unentschlossen, benimmt sich häufig unklug und lässt irgendwie keinen Fettnapf aus – das Ganze aber nicht auf eine tollpatschige und liebenswerte, sondern eher auf eine nervende und mich manchmal zur Verzweiflung bringende Art.  

Die Idee des Buches fand ich dagegen toll und die Geschichte hat auf jeden Fall Potential. Während sich die erste Hälfte an der einen oder anderen Stelle doch eher gezogen hat, hat mir die zweite Hälfte des Buches dann doch deutlich mehr gefallen. Hier baute sich dann Spannung auf und auch ich wollte wissen, was denn nun eigentlich Kates Geheimnis ist. Und durch den sehr einfachen Schreibstil kann man wirklich durch das Buch fliegen – dennoch werde ich ein weiteres Buch der Autorin vorerst wohl nicht zur Hand nehmen.

Mein Fazit
Ein tolle Idee, deren Umsetzung mir leider nicht so gut gefallen hat. Immer wieder gibt es langatmige Passagen, die Spannung der Geschichte kann leider nicht durch das ganze Buch gehalten werden. Die Protagonistin Jill war mir meist zu zweifelnd und wenig entschlossen, als das sie mir sympathisch war oder gar ans Herz gewachsen ist. Wegen des sehr einfachen Schreibstils sind aber dennoch die Seiten einfach nur so dahin geflogen und das Buch, das in der zweiten Hälfte dann doch noch spannender wurde, war rasch durchgelesen. Noch einmal würde ich dieses Buch jedoch nicht lesen wollen.


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