[Rezension] Neil Gaiman - "Der Ozean am Ende der Straße"

Neil Gaiman - Der Ozean am Ende der Straße
Jugendbuch

Verlag: Eichborn-Verlag
Umschlaggestaltung: © Guter Punkt, München
Umschlagmotive: Anke Koopmann, Guter Punkt, unter Verwendung von Motiven von Shutterstock und Thinkstock
Illustrationen im Buch: Jürgen Speh, Deckenpfronn
ISBN-13: 978-3847905790
Seiten: 238 Seiten
Erschienen: 8. Oktober 2014

Zum Inhalt 
Ein Mann mittleren Alters kehrt wegen einer Beerdigung in seine Heimatstadt zurück. Sein Weg führt ihn zum Haus von Lettie Hempstock, einer Freundin aus Kinderzeiten - ein ganz ungewöhnliches Mädchen, das ihn einst gerettet hat und den kleinen Ententeich hintern dem Haus als Ozean bezeichnet. Die Erinnerungen an die einzige Zeit überwältigen den Mann und er nimmt den Leser mit auf eine phantastische Reise in seine Kindheit. 

Meine Meinung
Ich habe mich sehr gefreut, als ich dieses Buch endlich in den Händen gehalten habe, denn die Gestaltung gefällt mir sehr gut - nicht nur das nur in Blautönen gehaltene atmosphärische Cover, das wunderbar zur Geschichte passt, auch die Illustrationen im Buch schmiegen sich wunderbar in den Inhalt ein.

Ich wusste nicht, was mich erwartet, zumal dies mein erstes Buch von Neil Gaiman ist und zu Beginn dachte ich auch noch, dass es einfach eine Erzählung über einen kleinen Jungen ist. Doch je weiter ich gelesen habe, umso phantastischer wurde die Geschichte und die Welt, in der sie spielt. Das Ganze ist aus Sicht des etwa 7jährigen Jungen erzählt und ich konnte mich wunderbar in seine Gedanken- und Gefühlswelt hineinversetzen. Richtig mitgefiebert habe ich und fand die Geschichte auch ganz schön gruselig. Als Kinderbuch würde ich diesen eher kurzen Roman also nicht bezeichnen, eher halt ich ihn geeignet für Jugendliche ab 16 Jahren.  Die Ängste und Schrecken des Jungen und die düstere Atmosphäre sind beim Lesen zu spüren, seine Sorgen und Nöte, von den Großen nicht ernst genommen zu werden und sie vor dem Bösen retten zu wollen, konnte ich gut verstehen. 

Das liegt sicherlich auch an dem eindrücklichen Schreibstil, der zwar wenigen und einfachen Worten auskommt, dennoch eine phantastische und düstere Stimmung schafft. Nachdem die Geschichte also eher ruhig und beschaulich beginnt, nimmt sie doch zunehmend an Fahrt auf, wird spannend und fesselnd, und diese Spannung wird auch bis zum Schluss gehalten. Gut gefallen hat mir auch, dass die Geschichte in eine kleine Rahmenhandlung gebettet ist. Es ist nämlich der kleine Junge, der Jahre später als Erwachsener an diesen magischen Ort zurückkehrt und sich erinnert – was aber nun wahr und was nur der Phantasie entsprungen ist, bleibt letztlich unklar und lässt Platz für eigene Gedanken.

Mein Fazit
Ein phantastischer Roman, der fesselt und spannend ist und eine schaurige, düstere Atmosphäre vermittelt. Durch den einfachen Schreibstil ist das Buch zwar leicht zu lesen und lässt einen abtauchen in die Geschichte, doch sie ist nicht nur einfache Kost, sondern regt auch zum Nachdenken an. Erwähnen möchte ich noch das tolle Cover, das wunderbar zum Inhalt passt – genauso wie die schönen Illustrationen, die auf die Geschichte abgestimmt sind. Hier ein Lob an den Verlag für die sehr schöne Gestaltung!


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