[Rezension] Mascha Vassena - "Das Schattenhaus"

Mascha Vassena - Das Schattenhaus
Familiengeheimnisroman

Verlag: audio media verlag
Grafik und Layout: Silke Schneider
Covergrafik: Johannes Frick, Neusäß, unter Verwendung von Motiven von www.shutterstock.com (© Sam Strickler, © Irina Afonskaya, © Kanea, © Alexander Chaikin
ISBN-13: 978-3-868-04832-2
Dauer: 6 CDs, 405 Min.  
Erschienen: Juni 2014
Sprecherin: Ditte Schupp  

Hörbuch-Rückentext
„Anna ist nach Vignano im Tessin gekommen, um die alte Villa zu verkaufen, die sie von ihrer Mutter geerbt hat. Doch bei ihrer Ankunft stellt sie überrascht fest, dass in dem Haus eine ältere Dame lebt, die den Dachboden bewohnt. Wer ist sie? Und warum verlässt sie nie ihr Zimmer? Langsam begreift Anna, dass ihre Mutter ein düsteres Geheimnis mit ins Grab nahm. Und dass die Schatten der Vergangenheit noch immer über der verfallenen Villa schweben…“

Höreindruck
Die Geschichte hat mir ganz gut gefallen, auch wenn sie aus meiner Sicht nur langsam in Fahrt kommt. Es gibt zwei Handlungsstränge, die in verschiedenen Zeiten spielen, und erst am Ende laufen die Fäden alle zusammen. Das bereits auf dem Rückentext angedeutet Familiengeheimnis kommt aber erst spät ins Spiel, so dass gerade die erste Hälfte zwar unterhaltsam, aber wenig fesselnd war. Als Hörer ahnt man dann schnell, wie nun genau die Zusammenhänge sind, das aber hat der Spannung gerade am Schluss keinen Abbruch getan.

Mit den Protagonisten wurde ich leider nicht so richtig warm – weder mit Anna und ihrer Tochter Rike in der Gegenwart noch mit Charlotte in der Vergangenheit. Ich muss aber sagen, dass mir die Geschichte in der Vergangenheit besser gefallen hat, sie hat mich mehr gefesselt und ich fand sie interessanter. Auch wenn ich Charlotte nicht wirklich mochte, war sie dennoch eine interessante Figur mit ihren Gedanken und Gefühlen, ihren Macken und ihrer Verletztheit, die ich in manchen Dingen durchaus nachvollziehen konnte. Dennoch blieb sie mir mit ihren Handlungen fremd und leider auch unsympathisch. Die Geschichte in der Gegenwart fand ich oft sehr unrealistisch und klischeehaft. Tochter Rike ist ein typisches pubertierendes Mädchen, das ich einfach nur nervig fand und dem ich gerne mal ein paar Takte erzählt hätte. Ihre Mutter Anna ist mit der Situation überfordert und weiß nicht so recht, mit ihrer Tochter umzugehen. So wie sie mit Rike oft sehr unentschlossen und ängstlich wirkt, ist sie in anderen Situationen dafür dann beherzt und mutig. Und dennoch konnte sie mich leider nicht überzeugen, irgendwie mochte ich sie einfach nicht.

Was es für mich so schwer macht, das Hörbuch zu beurteilen, ist die Sprecherin Ditte Schupp, die mir leider gar nicht gefallen hat. Ihre Stimmfarbe ist zwar warm und angenehm, aber sie liest einfach sehr langsam und betont dabei jedes Wort, ohne dem Inhalt dabei Leben einzuhauchen. Dadurch wirkt die Geschichte leider sehr langatmig und einschläfernd. Am Anfang war ich sogar - der Stimme wegen - drauf und dran, das Hörbuch abzubrechen, dann habe ich mich aber im Laufe der Geschichte an diese monotone und wenig lebhafte Stimme gewöhnt und doch noch durchgehalten. Ich glaube, mit einem anderen Sprecher hätte mir das Hörbuch weitaus besser gefallen können, deshalb fällt mir die Bewertung in diesem Fall leider sehr schwer. 

Mein Fazit
Als Buch hätte diese Geschichte mich vielleicht überzeugen können, in diesem Hörbuch jedoch hat mir die Sprecherin gar nicht gefallen und den Inhalt langatmig und einschläfernd da stehen lassen. Schade – denn eigentlich mag ich Bücher um Familiengeheimnisse und Geschichten, die auf mehreren Zeitebenen spiele. Dieses hier konnte mich leider nicht überzeugen – obwohl die Geschichte Potential hat. Von meiner Seite leider nur 3 Sterne.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentare: