[Rezension] Lucinda Riley - "Das Mädchen auf den Klippen

Lucinda Riley - Das Mädchen auf den Klippen
Familiengeheimnisroman, historischer Roman, Gegenwartsliteratur

Verlag: Goldmann-Verlag 
Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: © Fine Pic; Trevillion Images/Lee Frost
ISBN-13: 978-3-442-47789-0
Seiten: 444 Seiten
Erschienen: 15. Mai 2012

Buchrückentext
„Mit gebrochenem Herzen sucht die Bildhauerin Grania Ryan Zuflucht in ihrer irischen Heimat. Bei einem Spaziergang an der Steilküste von Dunworley Bay wird Grania jäh aus ihren trüben Gedanken gerissen: Am Rande der Klippen steht ein Mädchen, barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet. Der Wind zerrt an der zerbrechlichen Gestalt, und von plötzlicher Sorge ergriffen spricht sie das Kind an. Ohne es zu ahnen, stößt sie durch diese Begegnung die Tür zu einer über Generationen reichenden, tragischen Familiengeschichte auf – ihrer Geschichte...“

Meine Meinung
Es ist mein erstes Buch von Lucinda Riley, und da ich Romane um Familiengeheimnisse mag, war ich natürlich sehr neugierig, wie mir dieses Buch gefallen wird. Nur leider muss ich sagen, dass ich ein bisschen enttäuscht bin.

Die Geschichte an sich hat viel Potential und hätte mir auch gefallen können. Es gibt zwei Handlungsstränge, der eine spielt in der Gegenwart und handelt von Grania, die nach einer Fehlgeburt eine Auszeit braucht und zu ihren Eltern nach Irland zurückkehrt. Dort lernt sie die 8jährige Aurora kennen und freundet sich mit ihr an. Doch Granias Mutter warnt sie vor der Familie Auroras und erzählt eine alte Geschichte, die die beiden Familien miteinander verbindet. Diese spielt zu Beginn des ersten Weltkrieges und handelt von Mary, einer jungen Frau, die sich – nachdem ihr Verlobter in den Krieg eingezogen wurde – als Hausmädchen ihr Geld verdient. Dabei muss sie sich auch um die kleine Anna kümmern. Es entwickelt sich eine tiefe Beziehung zwischen den beiden, doch sie werden getrennt, als Anna in ein Internat gesteckt wird, nachdem die Eltern das Land verlassen haben. Doch Anna mag das Internat nicht und flüchtet zurück zu Anna.

Die Geschichte der Vergangenheit hat mich sehr gefesselt, sie war spannend, glaubhaft und sehr authentisch. Die Lebensumstände zu dieser Zeit waren sicherlich sehr schwer, und das hat die Autorin auch wunderbar dargestellt. Mit Mary hat sie einen mir sehr sympathischen Charakter geschaffen – Mary ist trotz der widrigen Umstände ein sehr positiver Mensch und setzt sich für andere ein. Sie ist eine „Frau der Tat“ und weiß sich zu helfen, immer wieder findet sie Wege, auch aus misslichen Situationen etwas Gutes zu schaffen. 

Der Handlungsstrang der Gegenwart dagegen erschien mir sehr konstruiert, und die Charaktere sind mir nicht ans Herz gewachsen. Gerade mit Grania hatte ich oft meine Probleme – manchmal ist sie herzensgut und einfach nur zuvorkommend und nett, dann wieder kann sie auch sehr stur und stolz sein und sich mit ihren Handlungen, die ich oft nicht nachvollziehen konnte, das Leben schwer machen. Richtig warm geworden bin ich mit ihr nicht. Zu ihren Eltern hat sie ein eher gespaltenes Verhältnis, das sich zwar bessert, als ihre Mutter von der Vergangenheit erzählt, dennoch wird es nicht richtig herzlich. Die kleine Aurora mochte ich leider gar nicht – mit ihrer altklugen Art ist sie mir sehr auf die Nerven gegangen. Dass sie dann am Ende auch noch durch eine völlig unglaubwürdige Aktion Grania zu ihrem Glück verhilft, war mir zu sehr an den Haaren herbeigezogen. 

Die Geschichte ist eigentlich aus Sicht der mittlerweile älteren Aurora geschrieben, die sich in kleinen Einschüben im Buch immer mal wieder zu Wort meldet. Auch das hat mir leider nicht gefallen, diese kurzen Kapitel haben zur Geschichte nichts beigetragen und fand ich daher überflüssig.

So negativ das jetzt alles klingt, muss ich dennoch sagen, dass mich das Buch unterhalten hat. Es liest sich sehr angenehm und flüssig durch den einfachen und durch die vielen Dialoge lebhaften Schreibstil. Es ist zwar kein Buch, das spannend ist und mich gefesselt hat, aber auch keines, das langatmig und umständlich eine Geschichte erzählt. Gerade die Kapitel der Vergangenheit haben mir sehr gefallen, und mir gezeigt, dass die Autorin gut durchdachte  und interessante Geschichten schreiben kann. Daher will ich ihr mit einem anderen Buch gerne noch eine Chance geben – „Das Mädchen auf den Klippen“ konnte mich leider nicht überzeugen.

Mein Fazit
Ein unterhaltsames Buch, das sich leicht und flüssig lesen lässt, dass mich aber leider nicht gänzlich überzeugen konnte. Während die Geschichte in der Vergangenheit spannend ist und durch dramatische, dennoch glaubhafte Wendungen fesselt, ist die der Gegenwart eher konstruiert und wenig glaubhaft. Die Protagonisten der Gegenwart waren mir zudem eher unsympathisch, so dass ich gerade von diesem Teil enttäuscht war. Als Ganzes jedoch liest sich das Buch flüssig und schnell und bietet kurzweilige Unterhaltung, so dass ich diesem Buch gute 3 Sterne geben möchte. 


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