[Rezension] Kate Morton - "Der verborgene Garten"

Kate Morton - Der verborgene Garten
Familiengeheimnisroman

Verlag: Diana-Verlag
Covergestaltung | Artwork: Hauptmann & Kompanie Werbeagentur München – Zürich unter Verwendung eines Fotos von gettyimages / Diego Uchitel
ISBN-13: 978-3-453-29063-1
Seiten: 640 Seiten
Erschienen: 2. Januar 2009

Buchrückentext
„Als die junge Australieren Cassandra von ihrer Großmutter ein kleines Cottage an der Küste Cornwalls erbt, ahnt sie ncihts von dem unheilvollen Versprechen, das zwei Freundinnen ein Jahrhundert zuvor an jenem Ort einlösten. Auf den Spuren der Vergangenheit entdeckt Cassandra ein Geheimnis, das seinen Anfang in den Gärten von Blackhurst Manor nahm und seit Generationen das Schicksal ihrer Familie bestimmt.“

Leseeindruck 
Mir hat das Buch leider gar nicht gefallen, obwohl ich eigentlich Geschichten, die auf mehreren Zeitebenen spielen und wo es ein Familiengeheimnis zu lüften gibt, total gerne lese.

Aber in diesem Buch war die Idee zwar toll, die Umsetzung dagegen hat mich sehr enttäuscht. Es gibt vier Handlungsstränge auf verschiedenen Zeitebenen, mit jeweils anderen Protagonisten. Zum einen gibt es Nell, die als junge Frau erfährt, dass sie nicht die leibliche Tochter ihrer Eltern ist und die sich daraufhin in den 70er Jahren aufmache, ihre wahre Herkunft herauszufinden. In der Gegenwart erbt Cassandra von ihrer gerade verstorbenen Großmutter Nell ein Cottage, das ein Geheimnis zu verbergen scheint und das sie zu lösen versucht. Außerdem gibt es noch Eliza und Rose, die Anfang des 20. Jahrhunderts in London aufwachsen und die eine merkwürdige Freundschaft und nachher auch ein Geheimnis miteinander verbindet. Wie genau jeder mit jedem verwandt ist, klärt sich im Laufe der Geschichte. Doch sind die einzelnen Kapitel so kurz und die Zeitsprünge so häufig, dass ich gar nicht richtig in die jeweilige Geschichte eintauchen konnte. Und das ist auch schon mein größter Kritikpunkt – ein bisschen mehr Kontinuität in jedem Handlungsstrang hätte das Buch auch für mich zu einem Highlight machen können.

Denn der Schreibstil der Autorin ist wirklich angenehm zu lesen. Zwar tauchen auch viele Beschreibungen auf, doch die haben mich nicht gestört – ganz im Gegenteil: dadurch konnte ich mir die Landschaft und die traumhafte Gegend gut vorstellen. Und den verborgenen Garten würde ich wirklich gerne mal besuchen! 

Mit den Charakteren wurde ich leider nicht richtig warm, dabei sind sie mir nicht unsympathisch, doch ich konnte einfach in den kurzen Kapiteln nicht genug „Zeit am Stück“ mit ihnen verbringen. Cassandra hat mir leider am wenigsten gefallen, auch sie trägt (zu allen anderen Geheimnissen) auch eines mit sich rum, das aber immer nur angeschnitten wird und eigentlich nie richtig Raum einnimmt. Nell konnte ich in den meisten Handlungsweisen nicht verstehen – auch wenn das Schicksal sie gebeutelt hat, waren ihre Reaktionen doch oft sehr überzogen. Und letztlich ist aus ihr dadurch eine grimmige ältere Frau geworden. Eliza war mir von den Protagonisten noch am sympathischsten, ihre Geschichte habe ich auch mit dem größten Interesse verfolgt.

Schon der Einstieg in die Geschichte war für mich holprig, durch den Mittelteil habe ich mich dann ziemlich gequält. Die letzten 150 Seiten waren dann aber richtig spannend, und hier hatte hat mir das Buch dann auch gut gefallen. Von den vielen Zufällen, die letztlich dann zur Lösung des Geheimnisses führen will ich jetzt mal absehen. Doch gerade bei den ersten beiden Dritteln habe ich leider mehr als einmal dran gedacht, das Buch abzubrechen – und nur aus Neugierde bin ich dran geblieben und habe bis zum Ende ausgeharrt. Schade um die schöne Idee des Buches – aber für mehr als 2 Punkte hat es leider nicht gereicht.


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