[Rezension] Barbara Bickmore - "Im Jahr des Elefanten"

Barbara Bickmore - Im Jahr des Elefanten
Gegenwartsliteratur

Verlag: RM Buch und Medien Vertrieb GmbH 
Umschlaggestaltung: Susanne Heeder, Hamburg
Umschlagfoto: Pete Turner / The Image Bank
Buch-Nr.: 006165
Seiten: 458 Seiten

Zum Inhalt 
Die junge Ärztin Courtney hat in Simbabwe ein kleines Krankenhaus errichtet, um eine medizinische Versorgung der Einheimischen zu ermöglichen. Ihr Alltag ist hart, und trotzdem stellt sie sich mit Hilfe ihrer Freunde dem Kampf und verliert nie ihr Ziel aus den Augen.
Eines Tages steht Coop vor ihrer Tür, er ist ebenfalls Arzt und Leiter einer großen Hilfsorganisation und sucht für ein entstehendes Flüchtlingslager eine Leiterin mit medizinischen Kenntnissen. Zwischen Mozambique und Simbabwe herrscht schon viele Jahre ein erbitterter Kampf und täglich flüchten hunderte von Menschen aus dem Land – erschöpft, ausgelaugt, krank vor Hunger und mit Verletzungen durch die Verfolgung. Courtney ist erfreut über das Angebot, aber auch hin und her gerissen – das Angebot reizt sie, aber kann sie ihr eigenes, selbst aufgebautes Krankenhaus einfach so verlassen? 

Meine Meinung
Eine schöne Geschichte! Sicherlich nichts tiefgründiges, dennoch genau das was ich wollte – ein bisschen Abenteuer, eine schöne Kulisse mit Tier- und Landschaftsbeschreibungen, sympathische Charaktere und natürlich auch ein erwärmende Liebesgeschichte. 

Das Buch liest sich sehr angenehm und flüssig, ich wurde nach Simbabwe entführt und hatte die ganzen beschriebenen Tiere und Landschaften vor Augen, konnte die flirrende Hitze spüren und mir das Leben in der kleinen, neu entstandenen Klinik gut vorstellen. Gefallen haben mir auch die eingestreuten politischen Aspekte, der Krieg zwischen Simbabwe und Mozambique und die sich daraus ergebenen Probleme direkt vor Ort – nämlich die vielen Flüchtlinge, die wiederrum die Einheimischen vertreiben. 

Auch die Charaktere sind wirklich gelungen, wenn auch der eine oder andere vielleicht ein bisschen „zu gut“ geraten ist. Courtney hat sich zur Lebensaufgabe gemacht, die medizinische Versorgung im Land zu verbessern,  die hier und da eingestreuten Beschreibungen von Operationen haben einen guten Einblick in die Situation vor Ort gegeben, zu viel der medizinischen Ausschweifungen ist es dann aber auch nicht geworden. Die Nonne Mara hat eine interessante Geschichte, die man im Laufe des Romans erfährt, sie hat ihr Herz am rechten Fleck und sie musste ich einfach mögen.

Die Idee des Romans, ein Flüchtlingslager an der Grenze zu Mozambique zu eröffnen, um den dort ankommenden Menschen zu helfen, fand ich prima und auch die Umsetzung hat mir gefallen. Die Geschichte ist flüssig erzählt und zum Ende hin wird es auch ein wenig spannend.

Übertrieben hat es die Autorin in meinen Augen dagegen mit den Liebesgeschichten der beiden Frauen Courtney und Tina. Zu dramatisch, zu tragisch, zu viel des Guten und vor allem nicht glaubhaft. Aber ich konnte diese Passagen zu verschmerzen, da mir gerade die Tierszenen und die Ausflüge im Flieger so gut gefallen haben und bei mir einen tollen Eindruck des Landes hinterlassen haben. 

Mein Fazit
Wenn man von den zum Teil sehr kitschigen und nicht glaubhaften Liebesszenarien absieht, ein wirklich schönes Buch über Afrika, das die tollen Landschaften und die fantastische Tier- und Pflanzenwelt beschreibt, aber auch auf die Probleme der medizinischen Versorgung und denen von Flüchtlingen eingeht. Mir hat es gefallen, daher 4 Sterne.


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