[Rezension] Danielle Stevens - "Wo die Nelkenbäume blühen"

Danielle Stevens - Wo die Nelkenbäume blühen
Liebesroman

Verlag: Mira-Taschenbuch-Verlag
Umschlaggestaltung: pecher und soiron, Köln
Titelabbildung: Thinkstock/Getty Images, München
ISBN-13: 978-3-86278-865-1
Seiten: 359 Seiten
Erschienen: 13. Januar 2014

Klappentext
„Trauernd reist Lena nach Sansibar - in das Land, in dem die Nelkenbäume blühen. Auf der Gewürzplantage der Bennetts will sie das Werk ihres verstorbenen Verlobten Andy Bennett beenden und dessen Familiengeschichte aufschreiben. Doch den Ort, an dem alles begann, droht der britische Geschäftsmann Stephen Alistair mit dem Bau eines Luxushotels zu zerstören. Um das Andenken der Bennetts zu bewahren, setzt Lena alles daran, die Plantage zu retten, und facht unwissend eine alte Fehde an. Ausgerechnet in der finsteren Vergangenheit liegt der Schlüssel zu einer glücklichen Zukunft für Lena.“

Meine Meinung
Enttäuscht ist man immer dann, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden. Und so war es leider bei diesem Buch – ich hatte mit etwas ganz anderem gerechnet und hatte nach Lesen des Klappentextes die Vorstellung, einen Roman über ein Familiengeheimnis zu lesen.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, dabei liegt der Schwerpunkt aber deutlich auf dem Part der Gegenwart, in dem die Protagonistin Lena versucht, eine Gewürzplantage zu retten, auf der ihr verstorbener Verlobter Andy aufgewachsen ist. Außerdem muss sie sich ihrer widersprüchlichen Gefühle klar werden. 

Die Abschnitte der Vergangenheit spielen Ende des 19. Jahrhunderts auf der Insel Sansibar und geben Einblick in das Leben dreier junger Frauen, die ausgewandert sind, um in der Fremde ihr Glück zu suchen. Diese Passagen haben mir zunächst wirklich sehr gut gefallen – zum einen weil auch brisante Themen wie der Sklavenhandel angesprochen werden, zum anderen weil mir die Charaktere einfach besser gefallen haben.

Doch leider liegt der Schwerpunkt des Romans nicht auf Andys Familiengeschichte, sondern es ist eine Liebesgeschichte, die zwar vor einer tollen Kulisse – nämlich Sansibar – spielt, aber mir einfach zu kitschig war. Damit will ich nicht sagen, dass das Buch schlecht ist, sondern dass ich einfach andere Erwartungen hatte.

Mit Lena wurde ich von Anfang an nicht richtig warm – sie ist mir zwar nicht unsympathisch, aber ihr Handeln und Tun konnte ich meist gar nicht nachvollziehen. Sicher befindet sie sich in einer außergewöhnlichen Situation, dennoch konnte ihr Bestreben, die Plantage zu ersteigern und im Land zu bleiben, nicht verstehen – oder besser gesagt – ich hätte so wahrscheinlich nicht gehandelt. 

Aber mit Lena konnte ich gut leben, weil ich sie zwar nicht verstanden habe, sie aber dennoch ganz nett war – wer mir wirklich Bauchgrummeln gemacht hat ist Stephen. Er ist gutaussehend, reich und vermögend, hilfsbereit und nett zu den Menschen, setzt sich für die Armen ein und rettet die Menschen – kurzum: er ist ein Held und einfach nur gut. Das war mir einfach zu viel des Guten. 

Ich hätte gerne mehr über die Vergangenheit gelesen, hier hat mir die Geschichte besser gefallen und ich fand die Charaktere interessanter – gerade Henriette ist eine mutige Frau, die etwas wagt und sich für die Sklaven einsetzt. Aber auch Annemarie hat mir gefallen, denn sie entwickelt sich in der Geschichte, erkennt irgendwann die Wahrheit und zieht ihre Konsequenzen. Schade, dass die Geschichte der drei jungen Frauen nur eine kleinere Rolle im Buch gespielt hat.

Das Buch liest sich wirklich sehr angenehm und leicht durch den zwar einfachen, aber passenden Schreibstil, der mich hat eintauchen lassen in die Welt Sansibars. So war das Buch dann auch rasch durchgelesen. 

Mein Fazit
Wer eine Geschichte um ein Familiengeheimnis erwartet, wird bei diesem Buch wahrscheinlich enttäuscht sein (so wie ich) – wenn man sich jedoch auf eine Liebesgeschichte vor romantischer Kulisse einstellt, der wird auf seine Kosten kommen. Denn die Geschichte liefert alles, was ein romantischer Liebesroman braucht: eine tolle Kulisse, eine nette Geschichte und natürlich Protagonisten, die das Herz schmachten lassen.

Das kostenlose Leseexemplar wurde mir vom Mira-Taschenbuch-Verlag sowie von Blogg dein Buch zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!

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