[Rezension] Morgan Callan Rogers - "Rubinrotes Herz, eisblaue See"

Morgan Callan Rogers - Rubinrotes Herz, eisblaue See
Gegenwartsliteratur

Verlag: Argon-Verlag
Umschlaggestaltung: Stephan Siebert, Berlin, nach einem Entwurd des Buchumschlags von Simone Hoschack, Berlin / Petra Koßmann, mareverlag, Hamburg
Umschlagillustration: Simone Hoschack
Dauer: 5 CDs, 331 Minuten
Erschienen: 2. März 2012
Sprecherin: Anna Carlsson

Buchrückentext
„Florine lebt geborgen bei ihren Eltern und ihrer Großmutter in einem Fischerdorf an der Küste Maines – bis ihre Mutter eines Tages verschwindet. Während der Alltag der anderen schon bald weitergeht, wartet Florine unbeirrt auf ihre Rückkehr. Leidenschaftlich , warmherzig und voller Humor erzählt Morgan Callan Rogers davon, was es heißt, sich treu zu bleiben und sein Glück zu finden.“

Meine Meinung
Florine wächst wohlbehütet im Kreis ihrer Familie auf, bis ihre Mutter Carlie plötzlich aus heiterem Himmel verschwindet. Florine stellt Nachforschungen an, kann jedoch nicht klären, ob ihre Mutter freiwillig ging oder einem Verbrechen zum Opfer fiel. Während sich für alle anderen schon wieder normaler Alltag einstellt, knabbert Florine immer noch an dem Verschwinden ihrer Mutter. Als ihr Vater dann eine neue Beziehung eingeht, platzt Florine der Kragen und sie zieht zu ihrer Großmutter. Doch das Leben geht weiter, und Florine muss versuchen, sich mit ihrem Schmerz zu arrangieren.

Vom Cover her hatte ich einen lustigen Frauenroman erwartet und war sehr erstaunt, in einer eher melancholischen und traurigen Geschichte um das Erwachsenwerden der kleinen Florine nach dem Verschwinden ihrer Mutter gelandet zu sein. Die Sprecherin Luise Helm schafft es wunderbar, genau diese Melancholie und Verzweiflung mit ihrer Stimme auszudrücken. Der eher einfache und zum Teil sehr jugendliche Schreibstil unterstützt noch den Plot der Geschichte und macht das Zuhören leicht und angenehm.

Florine hat mir als junges Mädchen echt leid getan. Seine Mutter plötzlich zu verlieren, aber nicht zu wissen, was mit ihr ist, stelle ich mir unendlich schwierig vor. Doch leider schafft es keiner der Umstehenden, ihr bei ihrem Schmerz und ihrer Trauer zu helfen, zum einen, weil sie selber so unendlich traurig sind, wie ihr Vater, zum andern weil sie selber nicht wissen, mit der Situation umzugehen, wie zum Beispiel die Freunde. Das ganze spitzt sich zu, als ihr Vater eine neue Freundin hat und Florine zu ihrer Großmutter zieht.

Florine wird zu einer für mich schwierigen und aufmüpfigen Jugendlichen, die nicht zu sich selber findet, Hilfe von außen ablehnt und so ohne Ziel durchs Leben treibt. Während dieser Zeit fand ich sie oft anstrengend und sehr egoistisch, Verlust, Trauer und Trübsal bleiben ihr ständiger Wegbegleiter. 

Gefallen hat mir, wie gut die Stimmung in dem kleinen Fischerort rübergebracht wurde. Hier scheint es sich in den 60er Jahren noch sehr ursprünglich zu leben mit Fischfang und Brot backen zum Geldverdienen. Dennoch konnte auch diese schöne Stimmung über einige Längen des Buches nicht hinweghelfen. Für mich gab es keinen Spannungsbogen und ich wusste nicht, worauf das Buch hinausläuft. Das dann zum Schluss auch das Verschwinden der Mutter ungeklärt bleibt, hat diesen Eindruck leider nur verstärkt.

Insgesamt ein nettes Hörbuch, das zwar einige Längen hatte, aber dennoch unterhalten konnte. Richtig überzeugt hat mich die Geschichte um die junge Florine jedoch nicht, so wird sie mir wahrscheinlich auch nicht lange in Erinnerung bleiben, daher von meiner Seite nur 3 Sterne.


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