[Rezension] Gabriella Engelmann - "Wolkenspiele"

Gabriella Engelmann - Wolkenspiele
Gegenwartsliteratur

Verlag: Knaur-Verlag
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: FinePic©, München
Seiten: 316 Seiten
Erschienen: 1. März 2010

Buchrückentext
„Die Erkenntnis, dass eine Ehe nicht ewig halten muss, bleibt auch Anna nicht erspart – nach 15 Jahren ist alles aus. Deshalb nimmt sich die 43-Jährige eine Auszeit und reist nach Amrum, wo sie die Biographie einer verstorbenen Schriftstellerin schreiben will. Auf der Fähre begegnet sie dem Fotografen Paul, der sie auf andere Gedanken bringt. Doch die Vergangenheit lässt Anna nicht los, und außerdem ist da noch ihr undurchsichtiger Vermieter, der ein dunkles Geheimnis zu hüten scheint …“

Meine Meinung
Nach der Trennung von ihrem Ehemann hat Anna es schwer, ihrem normalen Alltag als Journalistin nachzukommen. Sie nimmt daher eine Auszeit und zieht sich zurück – auf die Insel Amrum, wo sie die Biographie der verstorbenen Schriftstellerin Charlotte schreiben will. Doch bald kommt alles anders als sie denkt: schon auf der Fähre lernt sie den sympathischen Fotografen Paul kennen, auf der Insel findet sie rasch neue Freunde und auch ihr Vermieter ist zwar ein komischer Kauz, dennoch läuft er ihr immer wieder über den Weg – das kann kein Zufall sein.

Ein schöner Sommerroman für zwischendurch – ich bin ins Träumen gekommen und habe Seeluft, Sommer, Sand und Strand gerochen! Zwar ist die Geschichte einfach gestrickt und daher leicht vorhersehbar, aber Gabriella Engelmann hat es durch ihren angenehmen, wenn auch einfachen Schreibstil, eine schöne Atmosphäre mit liebenswerten Charakteren geschaffen. 

Anna ist mir von Anfang an sympathisch, hat sie doch eine liebe Art mit Menschen umzugehen und auf sie einzugehen. Manchmal grübelt sie ein bisschen zu viel, doch Paul, der Fotograf mit seiner optimistischen Art, schafft es immer wieder, ihre Zweifel auszuräumen und sie positiver denken zu lassen. Auch die anderen Charaktere sind liebevoll gezeichnet, gerade die Inselbewohner – von jung bis alt, von normal über flippig bis schrullig – sind so verschieden und jeder auf seine Art liebenswert. Jeder der Figuren hat eine eigene Geschichte, manche schlagen sich mit Problemen rum, die sich dann aber im Laufe des Buches auflösen. 

Nicht so gut gefallen haben mir die eingestreuten Tagebucheintragungen der verstorbenen Schriftstellerin Charlotte. Den Versuch, dadurch einen Zeitsprung ins frühe 20. Jahrhundert zu schaffen, fand ich nicht gelungen, vielmehr haben mich die Eintragungen im Lesefluss gestört. Das ist aber nur ein kleiner Kritikpunkt – alles in allem hatte ich schöne Lesestunden fühlt mich gut unterhalten.


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