[Rezension] Michel Bussi - "Das verlorene Kind"

Michel Bussi - Das verlorene Kind
Roman

Verlag: Rütten & Loening
Umschlaggestaltung: www.buerosued.de unter Verwendung eines Bildes von © Sandra Cunningham /Trevillion Images
ISBN 13: 978-3-352-00886-3
Seiten:  432 Seiten
Erschienen: 15. August 2016
Originaltitel: „Maman a tort“
Übersetzer: Eliane Hagedorn, Barbara Reitz

Buchrückentext
„Malone ist ein ganz normaler Junge. Er spielt gerne mit seinem Stofftier und liebt es, Geschichten zu erfinden. Oder sagt er etwa die Wahrheit, wenn er behauptet, dass die Frau, bei der er lebt, nicht seine leibliche Mutter ist? Keiner glaubt ihm. Keiner außer dem Schulpsychologen Vasile, dem es nach und nach gelingt, aus Malones Erinnerungsfetzen, die Wahrheit zusammenzusetzen. Doch plötzlich ist sein Leben in größter Gefahr und das von Malone ...“

Meine Meinung
Bisher haben mir die Bücher von Michel Bussi immer gut gefallen, bei diesem bin ich leider enttäuscht – zwar liest sich die Geschichte wieder flott und flüssig, der Plot aber ist doch sehr konstruiert und konnte mich deshalb einfach nicht begeistern.

Den Einstieg fand ich noch gelungen, konnte er mich doch direkt in die Geschichte saugen und fesseln – nichts schien irgendwie zusammenzupassen und ich war neugierig, wie sich diese Geschichte entwickeln wird. Doch leider konnte mich der Autor dann erst mal weiter nicht fesseln – die erste Hälfte fand ich dann doch etwas langatmig, auch wenn ich die Einschübe, wie ein kindliches Gedächtnis funktioniert, wie man es konditionieren und beeinflussen kann, sehr interessant fand. Die Polizei scheint wenig interessiert an dem Fall des kleinen Malone, der behauptet, seine Mutter sei nicht seine leibliche Mutter – da hilft es auch nicht, dass der Schulpsychologie immer wieder auf diverse Widrigkeiten hinweist. Ein anderer Fall ist dringlicher, doch dieser konnte mich leider nicht packen. Erst als dann Schreckliches geschieht, kommt Schwung in die Geschichte und die Polizei greift endlich ein. Es wird spannend, die Geschehnisse erscheinen immer weniger erklärlich und natürlich war ich neugierig, wie der Autor das am Ende tatsächlich alles auflösen will, so dass es glaubhaft ist und mich als Leser überrascht. Es gibt immer wieder Wendungen und falsche Fährten, mir aber kam das Ganze immer unlogischer vor, und ich wollte das Szenario, dass sich bei mir im Kopf zusammensetzte, einfach nicht wahrhaben. Und am Ende habe ich dann leider auch Recht behalten – die Geschichte ist so konstruiert und wenig glaubhaft, dass ich mich schon sehr geärgert habe – und einige kleine Logikfehler haben das ganze natürlich noch verstärkt. 

Dabei liest sich das Buch flüssig und schnell weg - ich mag den Schreibstil des Autors sehr, einfach weil er so vielfältig ist und je nach Szenerie mal kurz und prägnant die Dinge auf den Punkt bringt, mal aber auch etwas ausführlicher auf Sachen eingeht, sie beschreibt und so Bilder zumindest in meinem Kopf erzeugt.

Die Charaktere sind zum Teil sehr gut gestaltet, zum Teil aber auch sehr flach und eindimensional. Den kleinen 4jährigen Malone habe ich natürlich sehr ins Herz geschossen, auch wenn er für sein Alter viel zu reif wirkte, auch den Schulpsychologen Vasile mochte ich sehr, wie er sich nicht hat abwimmeln lassen und den Dingen selbst auf den Grund ging, als die Polizei ihm nicht helfen wollte. Eher flach fand ich dagegen „die Bösen“, ohne näher auf sie eingehen zu wollen – irgendwie hatten sie keine Geschichte, keine Vergangenheit, so dass sie mit ihren Taten mir völlig unverständlich blieben. Auch die Commandante Augresse hat mir leider nicht gefallen – ihre Ignoranz Vasile gegenüber, ihre privaten Probleme, die auch in den Fall einfließen, und das Gefühl, dass die Polizei leider immer einen Schritt zu langsam ist – das hat sie mir einfach nicht sympathisch werden lassen.

Insgesamt kann ich dem Buch leider nur 3 Sterne geben, einfach weil die ganze Geschichte völlig unglaubwürdig ist und konstruiert wirkt. Dennoch aber werde ich den Autor weiter im Auge behalten, da ich andere Bücher von ihm klasse fand und sein Schreibstil mich tatsächlich begeistert.

Mein Fazit
Leider ein sehr konstruierter Plot, der mich überhaupt nicht überzeugen konnte und den ich sehr unglaubwürdig fand – dazu konnte mich die erste Hälfte des Buches gar nicht fesseln, erst in der zweiten wurde es dann spannender. Auch die Charaktere waren nicht alle überzeugend, dafür aber der Schreibstill, der einiges wieder wett machen konnte. Insgesamt kann ich leider nur 3 von 5 Sternen vergeben

Vielen Dank an den Rütten & Loening Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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