[Rezension] Michael Punke - "Der Totgeglaubte"

Michael Punke - Der Totgeglaubte
Roman, wahre Geschichte

Verlag: Malik-Verlag
Umschlaggestaltung: Birgit Kohlhaas, kohlhaas-buchgestaltung.de
Umschlagabbildung: Glasshouse /Plainpicture
ISBN-13: 978-3-890-29768-2
Seiten: 314 Seiten
Erschienen: 10. August 2015
Originaltitel: „The Revenant“
Übersetzer: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann

Buchrückentext
„Er ist dem Tod geweiht - und schlägt sich 3 000 Meilen durch die Wildnis. Eine wahre Geschichte über bitteren Verrat, den Kampf ums Überleben und den Rachefeldzug eines Mannes. Spannend wie ein Thriller.“

Meine Meinung
Ich hatte keine großen Erwartungen, als ich anfing, dieses Buch zu lesen – doch schon nach wenigen Seiten hat mich die Geschichte gepackt, und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen!

Fasziniert hat mich vor allem, dass es eine wahre Geschichte ist - zumindest der Kern des Buches. Was aber wirklich Wahrheit und was Fiktion ist, erklärt der Autor in einem eigenen, angehangenen Kapitel. Im Mittelpunkt der im frühen 19. Jahrhundert spielenden Geschichte steht der Pelztierjäger Hugh Glass, der sich einer Gruppe Trapper angeschlossen hat, um in der amerikanischen Prärie nach Fällen zu jagen. Doch er wird von einem Grizzly-Bären angegriffen, schwer verletzt – und überlebt diesen Angriff. Während sich der Rest der Gruppe weiter durch die Prärie schlägt, bleiben zwei zurück, um Hughs Tod abzuwarten und ihn dann zu begraben. Doch Hugh stirbt nicht und bei einem Indianer-Angriff suchen die Beiden das Weite und lassen den sterbenden Hugh zurück. Ohne jegliche Ausrüstung. Doch Hugh gibt nicht auf - er schwört Rache und macht sich auf einen schweren und schmerzvollen Weg, die beiden Diebe und Verräter zu suchen.

Das Buch ist eine tolle Mischung aus Abenteuerroman und Erfahrungsbericht. Es ist spannend von der ersten Seite an, und ich konnte mich dem Sog des Buches nicht entziehen. Vielleicht lag es daran, dass ich bisher kaum ein Buch gelesen habe, in dem es ums Pelze jagen und den Wilden Westen geht, vielleicht aber daran, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. 

Von Anfang an habe ich mit Hugh Glass gefiebert, habe schon fast körperlich seine Schmerzen gespürt und auch seine verständliche, tief sitzende Wut, die ihn letztlich am Leben hält und ihm zu ungeheuren Kräften verhilft. 

Der Schreibstil des Buches ist eher trocken und nüchtern, kann dadurch aber die kühle und vor allem durch viele lauernde Gefahren bedrohliche Atmosphäre der Prärie wunderbar einfangen. Ich zumindest hatte viele Bilder vor Augen, da der Autor auch nichts beschönigt – ganz im Gegenteil: detailliert beschreibt er nicht nur die Verletzungen Hughs, sondern auch seinen Kampf ums Überleben – egal, ob es dabei um Nahrung geht, um den Kampf gegen feindliche Indianer oder gegen die Gewalten der Natur. 

Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt – vielleicht auch weil ich großen Respekt vor Hugh hatte. Seinen Überlebenswillen, auch wenn es die Wut und der Wunsch nach Rache ist, was ihn antreibt, fand ich unglaublich. Er lässt sich nicht unterkriegen, hat sein Ziel genau vor Augen und meistert so Situationen, die man eigentlich nicht zu überleben glaubt. 

Dieses Buch wird mir sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben, und ich gebe ihm gerne 5 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine beeindruckende Mischung aus Abenteuerroman und Erfahrungsbericht, spannend wie ein Thriller und beeindruckend durch einen willensstarken Protagonisten. Der klare und nüchterne Schreibstil passt wunderbar zur Geschichte und hat bei mir vor Augen einen ganzen Film entstehen lassen. Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt und sicher werde ich noch lange an Hugh Glass denken – daher gebe ich gerne 5 von 5 Sternen.


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