[Rezension] Maria Duenas "Das Echo der Träume"

Maria Duenas – Das Echo der Träume
Roman

Verlag: Blanvalet-Verlag
Umschlaggestaltung und -illustration: bürosüd°, München
ISBN-13: 978-8-442-38039-8
Seiten: 734 Seiten
Erschienen: 18. Februar 2013
Originaltitel: „El Tiempo entre Costuras“
Übersetzer: Barbara Reitz und Maria Zybak

Buchrückentext
„Spanien in den 30er Jahren. Die Näherin Sira beschließt kurz vor Ausbruch des Bürgerkriegs, ihrer großen Liebe nach Marokko zu folgen. Die junge Spanierin ist auf Anhieb vom betörenden Zauber der pulsierenden Stadt Tanger überwältigt, bis sie eines Tages von ihrem Geliebten verlassen wird. Mit gebrochenem Herzen muss sie allein in dem fremden Land zurechtkommen. Sie schafft es, sich als Schneiderin zu etablieren, und fertigt schon bald elegante Kleider für wohlhabende europäische Kundinnen. Doch dann trifft Sira auf jemanden, der sie in eine Welt voller Geheimnisse und Verschwörungen, aber auch Gefahr entführt…“

Meine Meinung
Ich bin bei diesem Buch sehr zwiegespalten, denn eigentlich ist die Geschichte interessant und auch fesselnd, aber manche Abschnitte konnten mich von der Erzählweise leider gar nicht überzeugen, andere dagegen fand ich spannend und packend.

Die Näherin Sira verliebt sich Knall auf Fall in den charmanten Verkäufer Ramiro, verlässt mit ihm Spanien und zieht nach Marokko. Doch die Liebe hält nicht lange vor und von heute auf morgen muss sie sich alleine durchschlagen. Doch Sira gibt nicht so leicht auf und macht sich als Näherin bald einen Namen – und das scheint auch den Geheimdienst zu interessieren.

Die Geschichte ist wirklich interessant und abwechslungsreich, Probleme hatte ich nur mit der Art des Erzählens. Die Autorin schreibt nämlich nicht kontinuierlich die Geschichte, sondern ich hatte den Eindruck, dass sie Schlüsselszenen rausnimmt, diese dann auch spannend, fesselnd und packend erzählt, sich dafür Zeit nimmt und diese auch richtig gut gestaltet -  die Zeit zwischen diesen Szenen jedoch handelt sie in nur wenigen Seiten und sehr oberflächlich ab. Außerdem gibt es lange Passagen, in denen Beschreibungen folgen, die mich aber leider überhaupt nicht packen konnten und die auch für die Geschichte selber überhaupt nicht notwendig gewesen wären. In der zweiten Hälfte wurde es dann aber doch spannender und die – ich nenne es mal – überleitenden Kapitel gab es nicht mehr so häufig wie in der ersten Hälfte. Da hatte ich zwischenzeitlich auch schon mal den Gedanken gehabt, das Buch abzubrechen, weil einfach so wenig interessantes passiert – zum Glück aber bin ich dran geblieben, denn ich der zweiten Hälfte konnte mich die Geschichte dann doch packen und überzeugen.

Sira ist eine interessante Protagonistin, die eine tolle Entwicklung vom ehemals verliebten Mäuschen zur selbstständigen und klugen Frau durchmacht, die zwar oft hinfällt, aber stets wieder aufsteht, Dinge angeht und selber aktiv wird. Das hat mir gut gefallen. Es tauchen in der Geschichte noch viele weitere Figuren auf - die, die eher im Hintergrund bleiben, sind auch eher oberflächlich gestaltet, andere aber, die auch eine wichtige Rolle spielen, sind gut ausgearbeitet und glaubhaft.

Es gibt einige interessante Informationen über die 30er Jahre, die politischen Umstände – nicht nur in Spanien, sondern in ganz Europa. Zudem hat die Autorin einige historische Persönlichkeiten in die Geschichte mit eingewoben – und das so geschickt, dass man den Unterschied zwischen erdachten und tatsächlich gelebten gar nicht merkt. Im Nachwort erklärt sie dann auch, was mit diesen Figuren weiter geschehen ist, während die Geschichte um die fiktive Sina am Ende einen schönen Abschluss findet. 

Das Buch ist eine Mischung aus historischem Roman, Spionage-Thriller und Liebesgeschichte und von allem taucht etwas auf, zu keinem Zeitpunkt nimmt irgendein Aspekt überhand. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, enthält aber auch viele Beschreibungen, die ich oftmals als langatmig und zu ausschmückend empfunden habe und die für die Geschichte in diesem Ausmaß nicht notwendig gewesen wäre. Sieht man davon aber ab, liest sich die Geschichte leicht und flüssig und in der zweiten Hälfte dann auch durchaus spannend.

Mein Fazit
Die interessante Geschichte um eine überzeugende Protagonistin, die ihren Weg in einer der schwierigen Zeit der 30er und 40er Jahre zwischen Marokko, Spanien und Portugal geht – leider aber hat mich die Erzählweise überhaupt nicht überzeugen können. Zu viele Beschreibungen und immer wieder langatmige Passagen haben gerade die erste Hälfte des Buches sehr anstrengend zu lesen gemacht. Zum Glück hat sich das in der zweiten Hälfte gebessert, die ich dann viel spannender und fesselnder fand. Insgesamt gebe ich wegen meiner Kritikpunkte aber trotzdem 3,5 Punkte, weil gerade die Protagonistin und auch die Geschichte selber mich überzeugt haben. 


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