[Rezension] Wulf Dorn - "Dunkler Wahn"

Wulf Dorn - Dunkler Wahn (Jan Forstner #2)
Thriller

Verlag: Heyne-Verlag
Umschlaggestaltung: Eisele Grafik-Design, München unter Verwendung der Fotos von © Shutterstock/Eky Studio und Istockphoto/Tunart
ISBN-13: 978-3-453-43701-2
Seiten: 432 Seiten
Erschienen: 14. Januar 2013

Zum Inhalt 
Jan Forstner ist Psychiater in einer Kinder- und Jugendklinik im fiktiven Ort Fahlenberg. Er wird Opfer einer Stalkerin, die sich im Liebeswahn befindet und der jedes Mittel recht ist, ihm näherzukommen. Zunächst ist es nur ein harmloser Strauß Rosen, dann folgen Briefe und Zeichnungen – doch die sind sehr dubios und zeigen bald, dass es sich um eine wahre Psychopathin handelt. Als dann auch noch ein Journalist brutal ermordet wird, nachdem er Jan Forstner um ein Treffen gebeten hat, das aber nicht mehr stattfand, stellt sich die Frage, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Mord und der sich immer weiter nähernden Stalkerin …

Meine Meinung
Mein erstes Buch von Wulf Dorn – und sicherlich nicht mein letztes! Obwohl es in diesem Buch ein zweites Mal um den Psychiater Jan Forstner geht, kann man diesen Band getrost auch ohne den Vorgänger „Kalte Stille“ lesen, da es eine abgeschlossene, eigene Geschichte ist. Dennoch aber werde ich das natürlich nachholen, weil mich der Autor einfach überzeugt hat.

Die Geschichte ist von Anfang an fesselnd, ab der Mitte steigt die Spannungskurve sogar noch mal rapide an, und für mich war es undenkbar, das Buch aus der Hand zu legen. Das Thema „Stalken“ fand ich sehr interessant und die Gefühle, die den gestalkten Jan Forstner beherrschen, werden hier wunderbar, nahezu fassbar und sehr authentisch beschrieben. Dazu kommt noch die geheimnisvolle Atmosphäre, die im ganzen Buch herrscht, denn die Stalkerin scheint nur für Jan Forstner sichtbar, er hat kaum Beweise für ihre Existenz. Und auch als dann auch noch brutale Morde geschehen und Jan einen Zusammenhang zu der Stalkerin sieht, ist die Polizei nur schwer zu überzeugen.

Die Charaktere sind alle wunderbar gezeichnet – sehr ausgefeilt und in keinster Weise stereotyp. Gerade Jan Forstner habe ich ins Herz geschlossen, auch wenn er manches Mal ein wenig zu gut geraten ist. Dennoch ist er sympathisch, und ich habe mit ihm gefiebert und gegrübelt, wer die Stalkerin sein könnte und jede Frau, die in der Geschichte auftaucht erst mal verdächtigt. Doch immer wieder war ich auf dem Holzweg, denn Wulf Dorn hat viele Wendungen und Überraschungen in die Geschichte eingebaut, so dass für mich in keinster Weise vorhersehbar war, wer nun eigentlich der Mörder ist. Das Ende hat mich dann auch umgehauen – niemals hätte ich mit so etwas gerechnet.
Gerade auch die Figur der Stalkerin hat mich wirklich gefesselt, ihre Geschichte, was sie bewegt zu handeln, wie sie es tut, und was in ihrem Kopf vor sich geht – das fand ich sehr interessant. Und auch hier ist das Ende durchaus überraschend – es gibt dem ganzen Buch aber einen guten und runden Abschluss. 

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, nicht einfach nur platt, sondern durchdacht und präzise, mit einer gelungenen Mischung aus Dialog und Beschreibung. Außerdem entsteht bei Lesen eine ganz eigene Atmosphäre, düster und geheimnisvoll, die die subtile Spannung, die sich immer weiter aufbaut, noch verstärkt.
Ich fand das Buch toll und werde den Autor sicher weiter verfolgen.

Mein Fazit
Ein gut konzipierter und fesselnder Thriller, der mich von der ersten Seite an gepackt hat und an Spannung in der zweiten Hälfte noch mal eins zugelegt hat. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, der Schreibstil präzise und gut lesbar. Vor allem aber das Thema Stalking ist sehr gut umgesetzt – nicht nur als spannender Kriminalfall, sondern auch, weil man eine ganze Menge über die Gefühle und Gedanken des Gestalkten erfährt. Ich vergebe diesem zweiten Teil der Dilogie um Jan Forstner – den man aber gut auch ohne Vorkenntnis des Ersten lesen kann – volle 5/5 Sternen.

Reihenfolge der Dilogie um Jan Forstner
1. Kalte Stille
2. Dunkler Wahn


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