[Rezension] Margherita Oggero - "Der Duft von Erde und Zitronen"

Margherita Oggero - Der Duft von Erde und Zitronen
Gegenwartsliteratur

Verlag: RADIOROPA Hörbuch
ISBN-13: 978-3-836-80642-8
Dauer: 5 CDs, 376 min.
Erschienen: 15. Mai 2012
Sprecherin: Merete Brettschneider

Zum Inhalt
Die 13jährige Imma wird von ihren Verwandten zu ihrer Ex-Tante gebracht – denn sie muss versteckt werden, weil etwas Schreckliches geschehen und Imma in Gefahr ist. Obwohl Imma das versteht, hat sie doch eine unbändige Lebenslust und mehr und mehr zieht es sie nach draußen – bis sie eine für sich wichtige Entscheidung trifft.

Meine Meinung
Mich hat vor allem das Cover angesprochen und die guten Rezensionen, die ich gesehen hatte. Den Klappentext sollte man aber besser nicht lesen – denn der verrät einfach zu viel und lässt eine ganz falsche Idee der Geschichte entstehen: Man könnte meinen, dass es sich um einen Roman über Bücher handelt – dem ist aber nicht so, Bücher spielen eine wirklich nur untergeordnete Rolle.
Es geht um die 13jährige Imma, die sich bei ihrer Ex-Tante versteckt – warum, weiß man zunächst nicht. Irgendwas Schreckliches scheint geschehen zu sein, doch erst im Laufe der Geschichte wird klar, was genau passiert ist und vor wem sich Imma verstecken muss. Doch es geht nicht nur um Imma, andere Erzählstränge berichten von ihrer Familie, der Vergangenheit, wie es zu dem kam, was schließlich zu Immas „Exil“ führte – doch es braucht lange, bis sich die Zusammenhänge mir als Hörer erschließen und die Fäden zusammenlaufen.

Daher fand ich die erste Hälfte des Hörbuches auch eher verwirrend – zu viele Personen, die mit Geschichten und Anekdoten vorgestellt werden, von denen man nicht weiß, wie sie zueinander und zu Imma stehen. Leider bin ich auch immer wieder mit meinen Gedanken abgeschweift, weil mich die Geschichte einfach nicht fesseln konnte. Das hat sich zwar in der zweiten Hälfte etwas gebessert, dennoch aber würde ich die Geschichte, die eigentlich so viel Potential hat, nicht als spannend oder packend bezeichnen. Es ist eher eine ruhige Geschichte, in der es vor allem auch darum geht, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich ihm zu stellen – und sich nicht zu verstecken.
Die Charaktere sind gut gezeichnet, doch ich habe lange gebraucht, um sie zueinander in Beziehung setzen zu können. Imma ist mir schon ans Herz gewachsen und auf ihre Erzählstränge habe ich mich auch gefreut – doch leider gibt es (gefühlt) weitaus mehr Abschnitte zu ihrer Familie – und die haben mich doch lange eher verwirrt.

Das Ende ist leider sehr offen und viele Fragen bleiben ungeklärt – wenn man so was mag, ist es nicht weiter schlimm, ich jedoch hätte mir die eine oder andere Antwort schon noch gewünscht.
Die Sprecherin Merete Brettschneider fand ich leider nicht gut gewählt für diese Geschichte. Sie hat zwar eine angenehme Stimme, sehr frisch, unbekümmert und jugendlich, die auch gut zu Imma passt – aber leider gar nicht zur Geschichte, die nämlich alles andere als leicht ist. Außerdem hätte ich mir mehr Leben und Betonung gewünscht – denn gerade bei einer Geschichte, die kaum 
Spannungsmomente bietet, ist eine gute Betonung wichtig, um den Hörer zu packen und fesseln.
Vielleicht hätte diese Geschichte für mich als Buch besser funktioniert – als Hörbuch war sie mir leider zu verwirrend mit den vielen verschiedenen Personen und dem fehlenden Spannungsbogen. Dabei ist die Idee eigentlich gut – nur als Hörbuch hat es mir leider nicht so gut gefallen.

Mein Fazit
Mich konnte dieses Hörbuch leider nicht überzeugen - zwar gefällt mir die Idee der Geschichte, jedoch gibt es einfach zu viele Personen, die man als Hörer zunächst nicht einzuordnen weiß und wo sich die Beziehungen erst nach und nach ergeben. Die Charaktere sind gut gezeichnet, das Ende lässt leider viele Fragen offen – mir zu viele; über die eine oder andere Antwort hätte ich mich sehr gefreut. Auch die Sprecherin hat für mich nicht zur Geschichte gepasst – zu unbekümmert und jugendlich war ihre Stimme für die gar nicht leichte, sondern eher traurige Geschichte. So kann ich diesem Hörbuch leider nur knappe 3/5 Sternen geben – und die sind vor allem der guten Idee, dem Schreibstil und den gut gezeichneten Charakteren geschuldet.


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