[Rezension] Sabine Raml - "Heldentage"

Sabine Raml - Heldentage
Jugendbuch

Verlag: Heyne fliegt
Umschlaggestaltung: Das Illustrat, München, unter Verwendung eines Motivs von Olesia Bilkei/Shutterstock
ISBN-13: 978-3-453-26960-6
Seiten: 301 Seiten
Erschienen: 2. März 2015

Buchrückentext
„790 Tage, dann ist Lea endlich volljährig“ Sie kann es kaum erwarten. Bis dahin steht ihr aber noch ein harter Sommer bevor: Lenny, ihr erster Freund, serviert sie einfach ab. Ihre Mutter versinkt so in eigenen Problemen, dass sie das Haus nicht mehr verlässt. Und Lea selbst? Sie möchte an manchen Tagen einfach nur davonlaufen und nie, nie mehr zurückkommen. Aber in ihrem tiefsten Inneren ist sie eine Heldin und zeigt dem Leben einfach die kalte Schulter, wen es sein muss…“

Meine Meinung
Der Klappentext hat mich sehr angesprochen und auch wenn ich nicht mehr Zielgruppe gehöre, war ich neugierig auf die Geschichte. Und die hat es wirklich in sich. Denn Lea, die 15jährige Protagonistin, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, hat es wahrlich nicht leicht in ihrem Leben. Ihr Vater hat sich davongemacht, ihre Mutter verschanzt sich in der Wohnung und trinkt viel zu viel, das Geld ist immer knapp und reicht kaum zum Leben und dann hat auch noch ihr Freund Schluss gemacht. 

Das Buch ist sehr eindringlich geschrieben und das liegt vor allem auch am Schreibstil. Der Stil ist umgangssprachlich, die Sätze sind oft sehr kurz und Lea erzählt die Dinge aus ihrer Sicht, so, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Dadurch wirkt das Ganze sehr authentisch und ich kann mir gut vorstellen, dass sich Leser ab 14 Jahren richtig in die Geschichte rein geschmissen fühlen. Ich persönlich mochte den Stil nicht so sehr, finde ihn aber zur Geschichte passend, denn er verstärkt das Gefühl von Lea, ihre Aussichtslosigkeit und Zerrissenheit. Die Geschichte liest sich durch den einfachen und jugendlichen Schreibstil sehr flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin. 

Doch man sollte nicht denken, hinter „Heldentage“ verbirgt sich eine seichte Geschichte – es ist schon heftig, wie Lea leben muss und unter welchen Umständen sie aufwächst; denn natürlich schämt sie sich ihrer Mutter, der heruntergekommenen Wohnung und ihrer von der Kleiderkammer gespendeten Klamotten – und lässt kaum einen an sich heran.  Mir sind die Umstände, unter denen Lea lebt und mit denen sie sich bestmöglich zu arrangieren versucht, sehr nahe gegangen. Ihre Situation erscheint ausweglos – umso mehr habe ich mich über die am Schluss auftretende Wendung sehr gefreut. Auch wenn mir der Weg, den Lea wählt, gar nicht gefallen hat und meines Erachtens auch kein guter war, zeigt er doch ihre Verzweiflung und Not, aber auch, dass es – auch wenn man es zunächst nicht denkt – immer Menschen gibt, die zu helfen bereit sind.

Mein Fazit
Ein eindringlicher Roman über die 15jährige Lea, die in ihren jungen Jahren schon einiges mitmachen musste: Der Vater ist weg, die Mutter Alkoholikerin, das Geld ist knapp und Lea von ihrem Freund verlassen. „Heldentage“ ist kein seichtes Jugendbuch, sondern berührt durch die schreckliche Lebenssituation von Lea und den jugendlichen Schreibstil, durch den man sich sofort in die Geschichte geschmissen fühlt. Eine Wende in der Geschichte macht zwar nicht alles gut, lässt aber hoffen und zeigt, dass es auch in ausweglosen Situationen einen Weg geben kann. Mich konnte das Buch leider nicht gänzlich überzeugen, das mag aber daran liegen, dass ich nicht mehr der Zielgruppe entspreche. Leser ab 14 Jahren werden aber von der Geschichte bestimmt sehr gefangen sein und sich in Lea mit ihrem Gefühls-Chaos gut hineinversetzen können. 


Kommentare:

  1. Hallo Sabine

    Ich gehöre eigentlich auch nicht zur Zielgruppe dieses Buches. Mir hat es sehr gut gefallen. Geschmäcker sind verschieden und das ist auch gut so.
    Dein Blog gefällt mir. Ich bin über Madame Cake auf dich aufmerksam geworden und bleibe gleich mal als Leser da.

    Liebe Grüße, Gisela

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    1. Das freut mich, dass dir mein Blog gefällt - und ja, zum Glück sind die Geschmäcker verschieden, denn so hat jedes Buch seine Leser. :-)

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