[Rezension] Erich Segal - "Love Story"

Erich Segal - Love Story
Liebesroman

Verlag: Flammarion
Umschlaggestaltung: h3a GmbH, München
Umschlagabbildung: Photocase: Sanjarok
ISBN-13: 978-3-817-48612-0
Seiten: 160 Seiten
Erschienen: 2011 (Originalausgabe 1970)

Buchrückentext
„Die Geschichte einer Liebe, wie sie bewegender nicht sein könnte. Während seines Jurastudiums verliebt sich Oliver in seine Kommilitonin Jenny. Er stammt aus einem reichen Elternhaus, sie ist die Tochter armer italienischer Einwanderer. Sein Vater ist strikt gegen die Verbindung, aber Oliver lässt sich lieber enterben, als auf seine Jenny zu verzichten. Nach der Hochzeit scheint das junge Glück perfekt und das Leben könnte traumhafter nicht sein. Doch dann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu.“

Meine Meinung
Ich war sehr enttäuscht von diesem dünnen Buch, denn ich hatte eine berührende und emotionale Liebesgeschichte erwartet – so, wie ich den gleichnamigen Film empfunden habe, den ich vor vielen Jahren einmal gesehen habe. Doch mich hat das Buch überhaupt nicht berührt – und wenn es nicht so kurz gewesen wäre, hätte ich es sicherlich auch nicht zu Ende gelesen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich das Gefühl hatte, mich eher in einem Drehbuch zu befinden, in dem nur einzelne Stationen und Szenen der Beziehung zwischen Oliver und Jenny beschrieben werden, dabei Gefühle zu mir nicht transportiert wurden und sich leider keine richtige Entwicklung der Geschichte abzeichnet. Man wird als Leser eher immer in eine bestehende Situation reingeschmissen, das weitere Geschehen erlebt man dann aber leider nicht. Obwohl das Buch aus Sicht von Oliver geschrieben ist, bleibt er mir sehr fremd, genauso aber auch die anderen Charaktere, keiner ist mir richtig ans Herz gewachsen. Jenny ist mir zu zickig und hat einen sarkastischen Humor, den ich nicht mag, Oliver ist für mich nicht greifbar geworden, irgendwie unnahbar, obwohl mir sein Handeln und seine Konsequenz gefallen haben. Und obwohl er als Ich-Erzähler fungiert, habe ich keinerlei Emotionen gespürt, selbst nicht auf den letzten Seiten, die ja wirklich traurig sind.

Der Schreibstil ist sehr einfach, umgangssprachlich und der Zeit entsprechend. Geschrieben ist das Buch 1970 und das merkt man ihm auch an – Klischees, die damals herrschten, wurden aufgegriffen, die Charaktere wirken wie Jugendliche der 70er und sind damit authentisch für die Zeit, Auflehnung und Befreiung sind wichtige Themen des Buches und damit den 70ern gezollt.

Erich Segal hat viele Drehbücher geschrieben, und vielleicht ist das auch eher sein Stilmittel. Sieht man „Love Story“ nicht als Roman, sondern als Drehbuch, dann finde ich es auch gelungen. Als Liebesgeschichte dagegen hat es mir gar nicht gefallen – da würde ich eher den Film empfehlen. Und der erfüllt dann auch perfekt das Genre perfekt, wenn man empfänglich ist für solche Liebesgeschichten, sollte man Taschentücher auf keinen Fall vergessen. 


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