20. September 2026

[Rezension] Katharina Maier - "Frevlersbrut"

Katharina Maier - Frevlersbrut (Die erste Tochter #2)
Future Fantasy
 

 ISBN-13: 978-3-752-96185-0
 Seiten: 420 Seiten
 Erschienen: 10.06.2020
 Umschlaggestaltung: Lisa Schwenk
 Font Titel: © Hans Richard Heitmann

   
Buchrückentext
„"Lys Neoly hat einen Heiligen Baum verbrannt!" Mit diesen Worten stürzt Myns Welt in sich zusammen. Der schöne Priester Sna hat sie ausgesprochen und damit ihre Mutter als Widernatürliche gebrandmarkt. Und Myn und ihre Brüder gelten jetzt als die Brut einer Frevlerin.
Doch der brennende Heilige Baum war erst der Anfang. Auf dem Planeten Singis fürchtet man sich jetzt vor dem Weltenbrand. Gerüchte über Drachenfrauen im Weltraum machen die Runde, und der Demagoge Asnuor steigt zu immer größerer Macht auf. Myn jedoch hat andere Probleme: Wie zum Nichtsein kann sie eine singisische Frau und trotzdem sie selbst sein? Und dann scheint auch noch ihr großer Bruder unter dem Druck der gesellschaftlichen Ächtung zu zerbrechen. Oder steckt etwas ganz Anderes, Größeres dahinter?“ 

Meine Meinung
Nach den Ereignissen des ersten Bandes steht Myn vor den Trümmern ihres bisherigen Lebens: Ihre Mutter hat einen Heiligen Baum verbrannt und gilt fortan als Widernatürliche. Myn und ihre Brüder werden von der Gesellschaft geächtet und tragen nun das Brandmal der „Frevlersbrut“. Während auf dem Planeten Singis die Angst vor dem drohenden Weltenbrand wächst, versucht Myn verzweifelt, ihren eigenen Weg zur Freiheit zu finden. Doch gesellschaftliche Zwänge und das aufkeimende Patriarchat engen ihren Spielraum immer weiter ein, und auch ihr Bruder Vairynn droht an dem Druck der Ächtung zu zerbrechen – oder steckt womöglich ein ganz anderes Schicksal dahinter?

Man sollte vor diesem unbedingt den ersten Teil der Reihe lesen, um mehr Verständnis für die Welt und die Figuren zu entwickeln - ohne den ersten Band ist man meiner Meinung nach hier eher verloren.

Der zweite Band der Reihe punktet wie schon sein Vorgänger mit einem enorm vielschichtigen Weltenbau und einem interessanten Genre-Mix. Man spürt auf jeder Seite, wie viel Herzblut, Liebe zum Detail und Gedanken in diesem Werk stecken. Katharina Maier hat eine riesige, komplexe Welt mit eigenen gesellschaftlichen Strukturen und einer eigenen Sprache geschaffen. Vom Weltall selbst habe ich nicht allzu viel gespürt, aber das eigentliche Setting auf Singis ist klug durchdacht. Allerdings muss ich gestehen, dass ich auch diesmal wieder mit den ungewöhnlichen Namen zu kämpfen hatte, die für mich einfach nicht so recht geläufig werden wollten.

In diesem zweiten Band passiert rein handlungstechnisch eher wenig; der Fokus liegt sehr klar auf den Innenleben der Figuren, ihren Gedanken, Konflikten und Reifeprozessen. Das ist handwerklich absolut gut gemacht: Myn erzählt ihre Abschnitte in der Ich-Perspektive, während die Kapitel rund um ihren Bruder Vairynn aus der Sicht eines Erzählers geschildert werden. Die Entwicklung der beiden ist tiefgründig und nachvollziehbar gezeichnet. Man kommt den beiden durch diese detaillierte Sichtweise sehr nahe und gerade den Schmerz, den beiden erleben, konnte ich gut fühlen und nachvollziehen. Gleichzeitig spürt man die erschreckenden Veränderungen im Rest der Familie, wo das Patriarchat immer präsenter wird und worunter insbesondere Myn stark leidet.

Sprachlich ist das Buch sehr beschreibend und an manchen Stellen fast schon lyrisch. Genau diese ausführliche Erzählweise war für mich jedoch Fluch und Segen zugleich: Der Charakterentwicklung wird unheimlich viel Raum gegeben, was sich real und authentisch anfühlt, mir persönlich war es an vielen Stellen aber schlicht zu ausschweifend. Dadurch ging für mein Empfinden leider einiges an Dynamik verloren. Mir hätte eine etwas gestrafftere, gebündeltere Handlung besser gefallen, um den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten. Obwohl ich die Tiefe der Welt und das Herzblut der Autorin sehr schätze, fand ich diesen Teil streckenweise etwas langatmig, wodurch es die Geschichte nicht geschafft hat, mich komplett zu fesseln.

Mein Fazit 
Ein ambitionierter und bis ins kleinste Detail durchdachter Zukunfts-Fantasy-Roman, der vor allem durch seine tiefgründige Charakterarbeit und seine komplexe Welt besticht. Wer ruhige, beschreibende Geschichten schätzt und Figuren, denen viel Zeit zur Entfaltung eingeräumt wird, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Für mich persönlich war die Erzählweise im zweiten Band etwas zu ausschweifend, sodass ich trotz interessanter Welt, die neugierig macht auf weiteres, leider nicht richtig mitgerissen wurde. 

Die erste Tochter
2. Frevelsbrut
3. Narrenbraut
4. Ketzersbuhle

WERBUNG: Vielen Dank an die Autorin Katharina Maier für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 



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