12. Januar 2026

[Rezension] Christiane Lind - "Weserleuchten"

Christiane Lind - Weserleuchten
Historischer Roman
 

 Verlag: Thalia GmbH
 ISBN-13: 978-3-98981-351-9 
 Dauer: 825 Minuten
 Ersterscheinung: 27.2.2025
 Sprecherin:  Karoline Mask von Oppen

   
Zum Inhalt
„Bremen, 1890. Louise, Tochter aus gutem Hause, sehnt sich nach einem anderen, unabhängigen Leben und will ausbrechen. Emilie, Botanikerin, kommt aus armen Verhältnissen, plant eine Forschungsexpedition nach Australien. Sie wirkt mutig und frei – aber ist sie das wirklich? 
Als Louise Emilies Vortrag besucht, wittert sie die einmalige Gelegenheit, dem für sie vorgezeichneten Weg zu entfliehen, und fasst den Entschluss, Emilie nach Down Under zu begleiten. Doch Emilie weist Louise harsch ab – feine Damen wie sie sind nicht für solche Abenteuer gemacht. Louise bleibt hartnäckig, und es entwickelt sich eine zarte Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen...“ (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung
Von Christiane Lind habe ich schon einige tolle Bücher gelesen, daher war ich neugierig auf diese Geschichte. 

Die Naturforscherin Emilie soll an einer Forschungsexpedition nach Australien teilnehmen. Sie wird von dem Bremer Kaufmann Jost Ostherloh eingeladen, die Reise gemeinsam mit einer Gruppe von Wissenschaftlern anzutreten. Vorher lernt sie noch die junge Zeichnerin Louise kennen, die für das Projekt wertvoll wäre, doch diese ist unsicher, ob sie ihren eigenen Wünschen oder den  gesellschaftlichen Erwartungen folgen soll. 

Ich hatte erwartet, dass das Buch die Reise nach Australien selbst behandeln würde, doch stattdessen konzentriert sich die Geschichte auf die langen Vorbereitungen in Deutschland und die Vorstellung der verschiedenen Charaktere. Dabei gibt es auch Freundschaften und Liebeleien, genauso wie Intrigen und hinterhältige Machenschaften. Trotzdem wirkt die Erzählung oft langatmig und zieht sich ohne nennenswerte Fortschritte. Auch wenn die historische Recherche gut umgesetzt ist, hatte ich das Gefühl, dass die Handlung nicht vorankommt.

Die Charaktere, besonders Emilie und Louise, sind gut entwickelt. Emilie ist eine starke, aber von den gesellschaftlichen Strukturen unterdrückte Frau, die sich aus schwierigen Verhältnissen befreit. Ihre Entwicklung, als sie sich von ihrem Mann trennt und allein nach Bremen reist, fand ich spannend. Louise hingegen ist eine privilegierte junge Frau, die gegen die Erwartungen ihrer Gesellschaft kämpft, um ihr Leben selbst zu gestalten. 

Die sozialen Unterschiede der Zeit sind in der Erzählung gut herausgearbeitet. Während Emilie in ärmlichen Verhältnissen lebt, hat Louise ein bequemeres Leben, was die Kontraste zwischen den beiden Charakteren deutlich macht. Besonders die Plattdeutsch-Dialekte der einfachen Bevölkerung tragen zur Authentizität bei.

Der Schreibstil der Autorin wird von der Sprecherin Karoline Mask von Oppen sehr gut umgesetzt. Ihre Lesung passt zur Atmosphäre des Buches, aber selbst die beste Lesung konnte nicht über die langwierigen Passagen hinweghelfen. Einige Stellen fühlten sich repetitiv und schleppend an, vor allem in Bezug auf Louises gefühlsmäßige Schwankungen.

Ob es einen Folgeteil geben wird, ist unklar – ich würde dann aber eher nicht zu ihm greifen. 

Mein Fazit
Eine gut recherchierte, aber leider langatmig und zäh erzählte Geschichte. Die Figuren und ihre sozialen Konflikte sind spannend, doch der langsame Erzählfluss macht das Hörbuch insgesamt weniger fesselnd. Sollte es einen zweiten Teil geben, würde ich wahrscheinlich eher nicht zu ihm greifen.

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